Band: Gormathon
Titel: Following The Beast
Label: Napalm Records
VÖ: 2014
Genre: Metal
Bewertung: 4.5/5
Written by: Lex

Obwohl meistens als Death Metal deklariert, sind GORMATHON unter keinen Subgenre-Hut zu bringen. Weshalb ich in diesem Fall jede Klassifizierung unterlassen habe, die tiefer geht als einfach „Metal“. Dabei sind die Langmähnen um den saromanbärtigen Tony Sunnhag mitnichten ein chaotisches Mannbärschwein aus verschiedensten Subgenres. Vielmehr vielmehr wurde hier ein Melodic Death Metal-Werwolf von einem Heavy Metal-Vampir gebissen. Auch eine Vergewaltigung durch Folk- und Pagantrolle scheint leichte genetische Spuren hinterlassen zu haben, was den bisweilen methornschwingenden Habitus der Kreatur erklärbar machen würde. Diese Genfusion ist überaus gelungen und hat eine mächtige Mutation gezeugt, deren hauptsächliches Merkmal der fließende Übergang zwischen melodischem Death und klassischem Heavy Metal ist, wobei der Heavy Anteil mir leicht zu dominieren scheint. Das bereits erwähnte saromanbärtige Gormathon Tony Sunnhag hat dabei sowohl im Grunzeln als auch im klaren Gesang seine eigene Duftnote, mit der dann auch jeder Track nachhaltig markiert wird. Sensationell auch der Flow in den Gangsta-Rap-Parts, in denen die Genre-Kollegen ordentlich gedisst werden – kleiner Scherz.

GORMATHON ist es also sub summarum gelungen, einen mächtigen klanglichen Identitätsmonolithen zu errichten. Da braucht es schon eine Wahrnehmungsstörung, um die Jungs mit irgendwem zu verwechseln. Bei den Songs dagegen besteht teilweise noch Luft nach oben: Es ist zwar keiner dabei, der einzeln angespielt schlecht einfährt, aber es stellt sich beim Durchhören des Gesamtwerks zwischenzeitlich etwas Gewöhnung ein und die Aufmerksamkeit schweift ab.

Warum dann 4.5 Punkte? Weil Gormathon mit “Remember” einen Kracher abgeliefert haben, der jeden noch so vorurteilsbehafteten Giftzwerg aus seinem Waldversteck hervorlockt und zum Mitsingen zwingt. Nicht umsonst hat man zu diesem potentiellen Klassiker ein Video produziert. Solche Songs werden nicht jeden Tag geschrieben. Die restlichen Favoriten sind dagegen mehr launenabhängige Geschmackssache: Für mich waren das definitiv „Break The Chains“ und „Warlords Of Doom“.

Fazit: Ein starker eigener Stil, der frischen Wind in die Szene bringt, ein Haufen gute Songs (die allerdings im Aufbau etwas mehr Varianz vertragen könnten) und mit „Remember“ ein klarer Mega-Banger, der sich dauerhaft ins kollektive Leder- und Nietenhirn fressen wird. Die Zukunft hat schon mal einen Termin zwecks einer kleinen Gormathon-Tättowierung ausgemacht. Sie wird es voraussichtlich beim nächsten Album stechen lassen.

Tracklist:

01. Remedy
02. Land Of The Lost
03. Hellbender
04. Break The Chains
05. Celestial Warrior
06. In Benevolence
07. World Of Sin
08. Remember
09. Absence Of Trust
10. Warlords Or Doom
11. Into Oblivion
12. Silent Walk

Besetzung:

Tony Sunnhag (Vocals)
Stefan Jonsson (Guitar)
Markus Albertson (Guitar)
Kalle Svedåker (Bass)
Tony Sandberg (Drums)

Internet:

Gormathon Website

Gormathon @ Facebook

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Wenn mir irgendwas von Manowar nicht gefällt, konsumiere ich es solange, bis ich endlich nach mehreren Durchläufen erkenne, welche Großtat die New Yorker wieder geleistet haben. Leider habe ich diese Geduld nicht bei anderen Bands, tut mir leid für euch.

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