GRAIN OF PAIN – Behind Us All

GRAIN OF PAIN - Behind Us All - album cover

Band: GRAIN OF PAIN 🇫🇮
Titel: Behind Us All
Label: Noble Demon
VÖ: 27/03/26
Genre: Doom Metal, Melodic Doom Metal, Death/Doom Metal

Tracklist

01. Shattered Peace
02. To Burn Inside (Featuring Pekka Olkkonen)
03. The Offering (Featuring Eemeli Bodde)
04. Ruins Of The Heart
05. The House
06. Dance With Me
07. Bless You With Sorrow
08. If Morning Never Comes (Featuring Kirsten Jørgensen)

 

Besetzung

Timo Solonen – Growls, Guitar
Lars Eikind (Before The Dawn) – Bass, Vocals

Session musicians:
Juho Räihä – guitars, additional screams
Juuso Raatikainen – drums

 

Bewertung:

4,5/5

Ein neues Kapitel nach zwei Jahren für ein nordisches Projekt

Hinter dem Namen GRAIN OF PAIN steckt kein klassisches Bandgefüge, sondern eher ein kreativer Knotenpunkt. Initiator ist der finnische Musiker Timo Solonen, der auf dem Zweitwerk »Behind Us All« Growls und Gitarren übernimmt und sich dafür einige erfahrene Kollegen aus der nordischen Szene ins Boot geholt hat. Besonders auffällig ist die Beteiligung von Lars Eikind, der neben Bass auch klare Gesangsparts beisteuert und vielen Hörern durch seine Arbeit bei BEFORE THE DAWN bekannt sein dürfte.

Für zusätzliche musikalische Tiefe sorgen mehrere Sessionmusiker. Gitarrist und Produzent Juho Räihä kümmert sich nicht nur um weitere Gitarrenspuren und zusätzliche Screams, sondern war auch verantwortlich für Produktion, Mix und Mastering im SoundSpiral Audio Studio. Am Schlagzeug sitzt Juuso Raatikainen, der mit seinem Spiel den Songs eine druckvolle Grundlage verleiht. Dieses Netzwerk aus Musikern bildet die Basis für ein Album, das sich klar im Spannungsfeld zwischen Doom Metal, melodischem Doom und Death/Doom bewegt.

Dichte Atmosphäre statt bloßer Schwere

»Behind Us All« setzt stark auf Atmosphäre. Das Album beginnt mit dem kurzen Instrumental »Shattered Peace«, das eher als Einleitung funktioniert. Dunkle Gitarrenflächen und ein zurückhaltendes Arrangement bereiten den Boden für das, was folgt.

Schon der zweite Track »To Burn Inside«, mit Gastgesang von Pekka Olkkonen, macht deutlich, wohin die Reise geht. Der Song verbindet schwere Doom-Riffs mit melodischen Leads, während die Gesangslinien zwischen tiefen Growls und klaren Passagen wechseln. Gerade dieser Kontrast prägt viele Momente der Platte.

Ein weiterer Höhepunkt folgt mit »The Offering«, bei dem Eemeli Bodde als Gast zu hören ist. Hier zieht das Tempo leicht an, ohne den düsteren Grundton zu verlieren. Besonders die Gitarrenarbeit zeigt, wie viel Wert auf Dynamik gelegt wurde. Zwischen massiven Riffs tauchen immer wieder melancholische Melodien auf, die dem Stück emotionale Tiefe geben.

Zwischen Melancholie und Wucht

Die mittlere Albumphase gehört klar den atmosphärischen Songs. »Ruins Of The Heart« lebt von einer tragenden Melodie, die sich langsam entfaltet. Hier zeigt sich auch, wie gut die Produktion funktioniert. Die Gitarren klingen warm und organisch, ohne an Schwere zu verlieren. Räihäs Arbeit hinter dem Mischpult zahlt sich aus, denn jeder Klang hat seinen Platz.

Mit »The House« folgt ein etwas kompakterer Track, der stärker auf rhythmische Strukturen setzt. Der Song wirkt direkter, fast schon eingängig im Vergleich zum restlichen Material. Trotzdem bleibt die düstere Stimmung erhalten.

Das Herzstück des Albums ist jedoch »Dance With Me«, das mit knapp zehn Minuten Laufzeit den epischen Anspruch der Band unterstreicht. Der Song entwickelt sich langsam, fast wie eine kleine Reise durch verschiedene Doom-Spielarten. Ruhige Passagen wechseln mit schweren, fast erdrückenden Riffs. Besonders der Spannungsaufbau funktioniert hier hervorragend. Statt permanent auf maximale Intensität zu setzen, lässt sich die Musik Zeit.

Emotionale Höhepunkte im letzten Drittel

Mit »Bless You With Sorrow« kehrt das Album zu einer etwas kompakteren Struktur zurück. Der Song verbindet melodische Gitarren mit einer düsteren Grundstimmung, die stark an klassische Death/Doom-Traditionen erinnert.

Zum Abschluss folgt »If Morning Never Comes«, bei dem Kirsten Jørgensen als Gastsängerin auftritt. Ihre Stimme bringt eine neue Farbe ins Klangbild. Der Kontrast zwischen ihrem klaren Gesang und den dunklen Growls verstärkt die melancholische Wirkung des Songs enorm. Gerade im Finale entsteht ein Moment, der lange nachhallt.

Produktion mit natürlicher Wucht

Ein entscheidender Faktor für die Wirkung von »Behind Us All« ist die Produktion. Dass Aufnahme, Mix und Mastering komplett von Juho Räihä übernommen wurden, sorgt für ein stimmiges Gesamtbild. Der Sound wirkt druckvoll, aber nie überproduziert. Gitarren behalten ihre rohe Kante, während Bass und Schlagzeug genug Raum bekommen, um die Songs zu tragen.

Gerade im Doom-Metal ist dieses Gleichgewicht entscheidend. Zu sterile Produktionen können schnell die Atmosphäre zerstören. Hier gelingt das Gegenteil. Die Musik klingt lebendig und organisch.

Ein starkes Zweitwerk mit klarer Handschrift

»Behind Us All« ist kein Album, das auf schnelle Effekte setzt. Stattdessen entfaltet es seine Stärke über Atmosphäre, Melodie und Geduld. Die Mischung aus Growls, klarem Gesang und melodischen Gitarren sorgt für genug Abwechslung, ohne den Stil zu verwässern.

Besonders beeindruckend ist, wie geschlossen das Album trotz der vielen beteiligten Musiker wirkt. Jeder Gast fügt sich sinnvoll ein, ohne den Fokus von Solonens Vision abzulenken. Mit 4,5 von 5 Punkten gehört »Behind Us All« den stärkeren Veröffentlichungen im aktuellen Doom-Umfeld. Wer melancholischen Death/Doom mit viel Gefühl für Melodie schätzt, sollte diesem Projekt unbedingt ein Ohr schenken.

Fazit: GRAIN OF PAIN gelingt mit »Behind Us All« ein atmosphärisch dichtes und musikalisch vielschichtiges Album, das die dunklen Seiten des menschlichen Seins beleuchtet.

Internet

GRAIN OF PAIN - Behind Us All CD Review

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Robert
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Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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