Tracklist
01. To Outlive the Nine Ravens
02. Eternal Trees of Turquoise
03. Isle of Bliss
04. To the Gates of Hel
05. The Death Upon Our Shoulders
06. The Blights Nine
07. Arise, Black Sun
08. Her Waning Light
09. Beneath the Fallen Sky
Besetzung
Jussi Hämäläinen – guitars, backing vocals
Nino Hynninen – synths
Toni Hatakka – vocals
Jussi Kirves – bass, synths
Riikka Hatakka – vocals
Antti Ruokola – drums, programming
Kimmo Tukiainen – guitars
Helsinki hat wieder zugeschlagen. HANGING GARDEN, die finnische Death/Doom/Gothic-Metal-Band, liefert mit »Isle of Bliss« ein Album ab, das in allen Facetten nachdrücklich zeigt, warum sie zu den interessantesten Vertretern ihres Genres zählen. Die Besetzung liest sich wie ein Who’s Who der finnischen Szene. Jussi Hämäläinen an den Gitarren und im Backing, Nino Hynninen am Synth, Toni Hatakka mit markanter Stimme, Jussi Kirves am Bass und Synth, Riikka Hatakka als zweite Vocalstimme, Antti Ruokola an Schlagzeug und Programmierung sowie Kimmo Tukiainen an den Gitarren. Zusammen erschaffen sie ein Klangbild, das tief, atmosphärisch und emotional ist.
Ein düsterer Einstieg
Der Opener »To Outlive the Nine Ravens« startet direkt im dunklen, doomigen Bereich, der die Zuhörer in die melancholische Welt der Band zieht. Gitarrenriffs wogen schwer, die Synths weben eine gespenstische Aura, und Toni Hattakas Stimme ist gleichzeitig ein Flüstern und ein Aufschrei. Bereits hier zeigt sich das prägende Element von »Isle of Bliss«. Die Balance zwischen melodischer Eingängigkeit und düsterer Härte.
»Eternal Trees of Turquoise« setzt das Konzept fort, jedoch mit einer stärkeren atmosphärischen Prägung. Die Synths breiten eine fast cineastische Szenerie aus, während die Gitarren sich in doomtypischer Schwere winden. Riikka Hatakka übernimmt hier die Hauptvocalspuren in Teilen, was dem Song einen zusätzlichen, ätherischen Charakter verleiht. Es ist kein reiner Kontrast, sondern eine Verschmelzung von Hell und Dunkel.
Der Titeltrack als Herzstück
»Isle of Bliss«, der namensgebende Track, ist der Dreh- und Angelpunkt des Albums. Er öffnet sich mit langsamen, getragenen Gitarrenlinien, bevor die Drums und Bass die rhythmische Struktur etablieren. Besonders spannend ist, wie die Band hier dynamische Brüche einsetzt. Momente der Ruhe wechseln sich mit wuchtigen Crescendos ab, die die volle Wucht der finnischen Metal-Ästhetik entfalten. Dieser Song demonstriert, dass HANGING GARDEN nicht nur auf Lautstärke setzt, sondern auf Spannung und Emotion.
Mythologie und Melancholie
Mit »To the Gates of Hel« tauchen HANGING GARDEN noch tiefer in nordische Mythologie und Dunkelheit ein. Die Vocals tragen ein Gefühl von Ritual und Erhabenheit, während die Instrumentierung zwischen Gothic-Melodien und Doom-Riffs pendelt. Auch »The Death Upon Our Shoulders« zieht die Zuhörer in eine schwer atmende Klanglandschaft, in der sich Gitarren und Synths wie Nebel über ein Moor legen.
»The Blights Nine« und »Arise, Black Sun« zeigen die Band von ihrer extremeren Seite. Hier sind Death-Metal-Einflüsse stärker, die Riffs aggressiver, die Drums schneller. Doch selbst in diesen Momenten bleibt der melancholische, doomige Unterton erhalten, der Hanging Garden unverwechselbar macht.
Feinsinnige Schattierungen
»Her Waning Light« ist ein melancholisches Zwischenspiel, das zeigt, wie die Band Stille und Raum nutzt. Leise Vocals, sanfte Gitarrenharmonien und ein subtiler Einsatz von Synths erzeugen eine dichte, intime Atmosphäre. »Beneath the Fallen Sky« schließt das Album dann auf epische Weise ab. Ein Track, der die musikalischen Themen des Albums zusammenführt, von der Trauer bis zur triumphalen Kraft, und dabei keine Sekunde an Intensität verliert.
»Isle of Bliss« ist ein Album, das in jeder Sekunde die Handschrift von Hanging Garden trägt. Es verbindet Death Metal mit Doom-Schwere und Gothic-Atmosphäre auf eine Weise, die sowohl komplex als auch zugänglich ist. Die Produktion ist klar, die Arrangements durchdacht, die Performance jedes einzelnen Bandmitglieds beeindruckend. Wer auf atmosphärischen, düsteren Metal steht, findet hier ein Meisterwerk.
Fazit: HANGING GARDEN schaffen es, mit ihrer Mischung aus melancholischen Melodien und schweren Klängen eine Welt zu zeichnen.

