HECATE ENTHRONED - The Corpse of a Titan, A Lament Long Buried - cover artwork

Band: HECATE ENTHRONED 🇬🇧
Titel: The Corpse of a Titan, A Lament Long Buried
Label: M-Theory Audio
VÖ: 29/05/26
Genre: Symphonic/Melodic Black Metal

Tracklist

01. Adar Rhiannon
02. Spirits Stir Within Our Ancestors Tombs
03. The Arcane Golem
04. Steed Of Still Water
05. PWCA
06. Deathless In The Dryad Glade
07. A Gallery Of Rotting Portraits
08. The Boreal Monastery
09. Into A Vale Of Endless Snow

 

Besetzung

Joe Stamps – Vocals
Matt Holmes – Drums
Nigel Dennan – Guitars & Acoustics
Andy Milnes – Guitars
Pete White – Piano & keyboards
Dylan Hughes – Bass

 

Bewertung:

4/5

Mit »The Corpse of a Titan, A Lament Long Buried« melden sich die britischen Symphonic-Black-Metal-Veteranen HECATE ENTHRONED eindrucksvoll zurück. Die Band aus dem nordwestenglischen Raum gehört seit den Neunzigern zu den Namen, die den melodischen und orchestralen Black-Metal auf der Insel entscheidend geprägt haben. Während viele ehemalige Weggefährten entweder ihre Schärfe verloren oder sich stilistisch komplett neu erfanden, halten HECATE ENTHRONED weiterhin an ihrer düsteren Vision fest. Das aktuelle Werk verbindet frostige Atmosphäre, klassische Extreme-Metal-Härte und cineastische Keyboardlandschaften zu einem Album, das tief im Genre verwurzelt ist und dennoch frisch wirkt.

Die Besetzung um Joe Stamps, Matt Holmes, Nigel Dennan, Andy Milnes, Pete White und Dylan Hughes liefert dabei eine bemerkenswert geschlossene Leistung ab. Besonders auffällig ist, wie organisch die einzelnen Elemente ineinandergreifen. Die Produktion von Dan Abela sorgt für Druck und Transparenz, ohne den rauen Charakter des Albums glattzubügeln. Gerade im Symphonic-Black-Metal ist das ein schmaler Grat.

Zwischen Grabkammern und uralten Legenden

Schon der Opener »Adar Rhiannon« öffnet das Tor in eine kalte, mythische Welt. Atmosphärische Keyboards und finstere Gitarrenläufe erzeugen sofort jene majestätische Stimmung, die Fans des Genres erwarten. Statt überladen zu wirken, bleibt der Song fokussiert und dynamisch. Direkt danach entfaltet »Spirits Stir Within Our Ancestors Tombs« seine ganze Stärke. Hier treffen aggressive Blastbeats auf hymnische Melodien, während Joe Stamps seine Vocals mit einer Mischung aus Boshaftigkeit und Kontrolle durch die Arrangements treibt.

Die große Stärke des Albums liegt darin, dass HECATE ENTHRONED nie nur auf Geschwindigkeit setzen. Stücke wie »The Arcane Golem« oder »Steed Of Still Water« leben von ihrer Dramaturgie. Die Gitarrenarbeit von Nigel Dennan und Andy Milnes überzeugt mit präzisen Riffs, melodischen Leads und geschickt eingesetzten Akustikpassagen. Gerade letztere sorgen für willkommene Kontraste und verleihen dem Album zusätzliche Tiefe.

Dabei erinnert die Atmosphäre stellenweise an die goldene Ära des europäischen Symphonic-Black-Metal, ohne dabei wie eine bloße Kopie vergangener Klassiker zu wirken. Vielmehr klingt die Band gereift. Die Kompositionen wirken strukturierter, durchdachter und weniger hektisch als auf manchem älteren Werk.

Dunkle Eleganz statt bloßer Raserei

Mit »PWCA« folgt ein eher kompakter Titel, der wie ein düsteres Intermezzo funktioniert. Danach entwickelt sich »Deathless In The Dryad Glade« zu einem der Höhepunkte der Platte. Hier verbinden sich orchestrale Arrangements, aggressive Passagen und melodische Leads zu einer fast filmreifen Klangkulisse. Besonders Pete Whites Keyboardarbeit verdient Lob. Die symphonischen Elemente dominieren nie den eigentlichen Metal-Anteil, sondern erweitern ihn sinnvoll.

Auch »A Gallery Of Rotting Portraits« zeigt die Stärke des Albums im Songwriting. Der Track wechselt gekonnt zwischen rasenden Momenten und schwereren, beinahe doomigen Sequenzen. Dadurch entsteht Spannung, die viele moderne Genrevertreter vermissen lassen. Statt permanent auf maximale Geschwindigkeit zu setzen, arbeitet die Band mit Atmosphäre und Dynamik.

Einen zusätzlichen Reiz bringt die Gaststimme von Tasha Collins ein. Die weiblichen Gesangsparts wirken nicht kitschig oder übertrieben theatralisch, sondern fügen sich elegant in die dunkle Gesamtstimmung ein. Gerade in den ruhigeren Passagen entsteht dadurch eine fast gespenstische Schönheit.

Ein frostiges Finale

Gegen Ende entfaltet das Album noch einmal seine ganze Klasse. »The Boreal Monastery« erzeugt mit seinen melodischen Gitarren und den kalten Keyboardflächen eine eindringliche Winterstimmung. Der abschließende Longtrack »Into A Vale Of Endless Snow« funktioniert schließlich wie ein epischer Abspann. Hier bündeln HECATE ENTHRONED sämtliche Stärken der Platte. Aggressive Black-Metal-Wucht, symphonische Breite und starke melodische Führung.

Produktionstechnisch gibt es ebenfalls wenig zu beanstanden. Die Drums besitzen genügend Wucht, ohne steril zu klingen, der Bass bleibt angenehm hörbar und die Gitarren behalten trotz dichter Arrangements ihre Schärfe. Das Mixing schafft Raum für die orchestralen Elemente, ohne den eigentlichen Bandsound zu verwässern.

Natürlich erfindet »The Corpse of a Titan, A Lament Long Buried« das Genre nicht neu. Wer experimentellen Black-Metal oder moderne Extreme-Metal-Crossover erwartet, wird hier kaum Überraschungen finden. Doch genau darin liegt auch die Stärke des Albums. HECATE ENTHRONED liefern kein trendgetriebenes Werk, sondern ein ehrliches, atmosphärisch dichtes Symphonic-Black-Metal-Album mit viel Liebe zum Detail.

Für Fans von frostiger Melodik, düsteren Klanglandschaften und klassischem Symphonic-Black-Metal ist diese Veröffentlichung definitiv ein Pflichtkauf. Die Briten beweisen eindrucksvoll, dass sie auch Jahrzehnte nach ihrer Gründung noch immer relevant klingen können.

Fazit: HECATE ENTHRONED gelingt mit ihrem neuesten Werk eine beeindruckende Symbiose aus klassischem Black Metal und orchestraler Pracht.

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HECATE ENTHRONED - The Corpse of a Titan, A Lament Long Buried - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.