Tracklist
01. Destination Domination
02. Undeath From Above
03. Reaping Human Harvest
04. Shelter In The Darkness
05. Well Of Blood
06. Thresher
07. Mechanisms of Mortality
08. Motordead
09. The Last Supper
10. Undead Nation
Besetzung
Rogga Johansson – guitars, vocals
Kjetil Lynghaug – lead guitar
Peter Svensson – bass, backing vocals
Marcus Rosenkvist – drums
HEIR CORPSE ONE ist ein schwedisches Projekt mit klarer Old-School-DNA. Angeführt von Rogga Johansson, der in der Szene längst als Dauerarbeiter zwischen Death-, Doom- und Grind gilt, setzt die Band auf eine klassische Viererbesetzung: Johansson übernimmt Gitarren und Vocals, Kjetil Lynghaug steuert die Leadgitarre bei, Peter Svensson ist für Bass und Backings zuständig, während Marcus Rosenkvist am Schlagzeug sitzt. Die musikalische Ausrichtung ist eindeutig: Death-Metal mit starkem Groove-Fokus, wenig Schnörkel, viel Druck.
Destination: Domination – der Anspruch
Schon der Titel des Albums lässt keine Missverständnisse zu. »Destination: Domination« will kein subtiler Grower sein, sondern direkt in die Vollen gehen. HEIR CORPSE ONE setzen auf ein Konzept, das sich an klassischen Death-Metal-Tugenden orientiert: massive Riffs, knurrende Vocals, treibende Drums und ein Songwriting, das mehr auf Wucht als auf Komplexität setzt.
Dabei klingt das Projekt weniger nach moderner Technikschau, sondern eher nach einer Verbeugung vor der schwedisch-amerikanischen Schnittmenge aus ENTOMBED-Groove, BOLT-THROWER-Walze und einer Prise moderner Durchschlagskraft. Das Ziel ist klar: Songs schreiben, die live funktionieren und auf Platte keinen Leerlauf erzeugen.
Sound und Produktion
Die Produktion ist druckvoll, gleichwohl nicht überpoliert. Gitarren liegen fett im Mix, der Bass ist hörbar präsent, und das Schlagzeug klingt organisch genug, um nicht steril zu wirken. Gerade Rosenkvists Drums sorgen für viel Bewegung, da sie nicht permanent auf Blastbeats setzen, sondern oft im Midtempo bleiben und den Groove betonen.
Johanssons Stimme ist das bekannte tiefe Growlen, dass man von ihm erwartet. Kein großes Experiment, keine stilistischen Ausflüge, sondern ein konstanter, aggressiver Grundton. Das passt zum Material, weil die Songs eher auf Atmosphäre und Rhythmus setzen als auf extreme Dynamik.
Die Songs im Überblick
Der Opener und Titelsong »Destination: Domination« macht direkt klar, worum es geht. Ein simples, freilich effektives Riff, stampfender Rhythmus, ein Refrain, der sich schnell festsetzt. Kein komplizierter Aufbau, sondern ein klassischer Einstieg, der das Album-Feeling sofort definiert.
»Undeath From Above« und »Reaping Human Harvest« knüpfen nahtlos an. Beide Tracks setzen auf groovige Midtempo-Riffs mit kurzen Tempowechseln. Besonders »Reaping Human Harvest« bleibt durch sein leicht thrashiges Gitarrenspiel im Ohr und gehört zu den stärkeren Nummern der ersten Hälfte.
Mit »Shelter In The Darkness« wird das Tempo etwas zurückgenommen. Der Song lebt von einer düsteren Grundstimmung und schweren, schleppenden Riffs. Hier zeigt sich die Doom-Seite von Rogga Johansson, ohne dass der Track komplett ins Langsame abdriftet.
»Well Of Blood« und »Thresher« bringen wiederum mehr Bewegung rein. Gerade »Thresher« fällt durch ein markantes Hauptriff auf, das stark auf Groove setzt und fast schon an alte SIX FEET UNDER erinnert, allerdings mit mehr Druck und weniger Minimalismus.
»Mechanisms of Mortality« gehört zu den technischsten Stücken des Albums. Mehr Leadgitarren, mehr kleine Breaks, mehr Abwechslung im Songverlauf. Hier kommt Kjetil Lynghaug stärker zur Geltung, vor allem in den Soloparts.
»Motordead« ist dann wieder reiner Vorwärtsdrang. Kurze Spielzeit, aggressives Tempo, wenig Umwege. Ein typischer Nackenbrecher, der live vermutlich gut funktionieren wird.
Mit »The Last Supper« und »Undead Nation« geht das Album solide ins Finale. Beide Songs bleiben im bekannten Rahmen, ohne große Überraschungen, liefern trotzdem das, was man von HEIR CORPSE ONE erwartet: schwere Riffs, klare Strukturen und eine konsequente Death-Metal-Ästhetik.
Stärken und Schwächen
Die größte Stärke von »Destination: Domination« liegt in seiner Konsequenz. Das Album weiß buchstäblich, was es sein will, und verliert sich nicht in unnötigen Experimenten. Die Songs sind kompakt, eingängig und durchgehend gut spielbar.
Gleichzeitig liegt hier auch die Schwäche. Wer nach Innovation, ungewöhnlichen Arrangements oder stilistischen Brüchen sucht, wird wenig finden. Viele Riffs folgen bekannten Mustern, einige Songstrukturen ähneln sich stark. Das Album klingt eher wie eine sehr gut gemachte Genre-Arbeit als wie ein Meilenstein.
»Destination: Domination« ist ein solides Death/Groove-Metal-Album ohne große Risiken, hingegen mit viel Routine und handwerklicher Qualität. HEIR CORPSE ONE liefern genau das, was der Titel verspricht: Dominanz durch Schwere, Groove und aggressive Grundhaltung. Kein Album, das das Genre neu definiert, aber eines, das Fans von klassischem Death Metal zuverlässig abholt.
Fazit: HEIR CORPSE ONE liefern mit »Destination: Domination« ein Album ab, das die Erwartungen erfüllt.

