Band: Helloween
Titel: Gambling with the Devil
Label: Sony Music
VÖ: 2010
Genre: Power Metal
Bewertung: 5/5
Written by: Robert

Scheint als hätten viele Power/Melodic Metal Fans ihren zweiten Frühling zu feiern. Auch bei den alteingesessenen Hanseaten scheint dies der Fall zu sein. Nach einigen doch eher im Mittelbereich tendierenden und eher auf die fröhliche Seite zielenden Alben, kehrt die Mannschaft von Helloween mit „7 Sinners“ wieder in einen dunkleren Bereich zurück. Für meinen Teil muss ich sagen hätte dieses Album durchaus nach „The Dark Ride“ seine Berechtigung. Auch wie auf diesem Kult Album der Andi Derris Ära wandelt man auf sehr tiefgründigen, schwarz angefärbten Pfaden. Wie man es schon mehrmals von Bandboss Michael Weikath (guit) bei Interviews zu hören bekam wird wohl wieder etwas die derzeitige Weltgeschichte vertont. Das Album selbst ist für jeden alten, als auch neuen Helloween genau das Richtige und man muss sich nicht erst lange damit beschäftigen. Das Power Metal Flaggschiff ist mit viel Wind in den Segeln also weiterhin auf dem richtigen Kurs.

Sehr groovig und derb dreckig wird der Opener „Where The Sinners Go“ gestartet. Druckvoller Groove Rocker der mit seinem kernigen Rhythmus ordentlich ins Gehör geht. Andi versucht an und ab etwas gemäßigtere Gesangspassagen zu bieten. Selbige dienen allerdings eher als Abrundung und somit rockt die Truppe zu Beginn des Albums sehr gekonnt und komplettiert wird dies durch die satten Bombastschläge die immer wieder zum Angriff setzen und dabei gehörig aufs Trommelfell dröhnen.

Verspielter Eingang dient bei „Are You Metal?“ als Einführung. Dieses Elemente behält man bei rückt es allerdings sehr stark in den Hintergrund. Dafür brettert die Truppe im besten Power Stahl durch die Boxen. Die Vergleiche zu Alben wie „The Dark Ride“ als auch „Time of the Oath“ sind nicht unbegründet, denn rhythmisch greift man auf ähnliche Techniken zurück. Gutes Abgehfutter, welches bei gewissen Parts mit ordentlich Speed unterleget wurde. Doch auch das gewisse Maß an Melodielinien darf nicht fehlen und selbige kommen auch nicht zu knapp zum Einsatz. Im kompakten Reinheitsgebot drückt man uns dies wie schon erwähnt ordentlich schwarz angefärbt aufs Gehör.

Die Einleitung von „Who`s Mr. Madman?“ ist durch ein etwas verzerrtes Sprach – Klangintro geprägt. Nach gut einer Minute geht man wieder amtlich ab. Scharfe Power Metal Rhythmen werden uns Phasenweise am Silbertablett serviert. Mit vielen druckvollen Soundideen wird der Kreis geschlossen und somit wandelt man immer wieder zwischen bretternden und hymnischen Breaks hin und her. Vorwiegend steht aber der druckvolle Brettersound aber im Vordergrund und somit steht einer weiteren Banger Runde nichts im Wege.

Leicht Power/Thrash lastig schickt man nun „Raise The Noise“ ins Rennen. Vermehrt tendiert man wieder in eine groovigere Richtung. Auch klingt der Rhythmus dreckiger eingefärbt und somit ist von einem glatt polierten Stück weiterhin nichts in Sicht. Sicher wurden auch einige clear Einlagen hinzugefügt, doch diese sind nur der letzte Schliff. Melodie mäßig wurden auch einige Rädchen zurück gedreht und dadurch resultiert dieser abgeh typische Groove Sound. Diese Rhythmik lässt kaum ruhig sitzen und eine Banger Granate jagt auf diesem Output die nächste.

Im dunkeln – bedrohlichen Modern Synthy Sound wird nun „World Of Fantasy“ angestimmt. Vermehrt handelt es sich dieses Mal um eine Melodic Power Nummer, welche ordentlich ausgestattet wurde. Deutlich komplexere Linien durchsetzten das Stück und dennoch fließt alles zu einem gut harmonierenden Gesamtsound zusammen. Einige hymnische Passagen zum Vorschein und stehen im guten Einklang den anderen gegenüber. Mit viel Ohrwurmcharakter hinterlässt man somit einen sehr bemerkenswerten Eindruck.

Ach du heiligs Blechle kann man bei „Long Live The King“ nur sagen. Ein Speedkracher vor dem Herrn der sofort zum Angriff auf die Nackenmuskulatur ansetzt. Kompakter und etwas straighter im Gegensatz zum Vorgänger wird uns so richtig schön das Hinterteil mit einer peitschenden Rhythmik versohlt. Vollendet wir dies nur noch durch satte, hymnische Stopps der kurzen Art. Einfach Geil zum Abgehen bis sämtlicher Schweiß alle Körperöffnungen verlässt.

Mit balladesken Klavierspiel und verträumten Streichersymphonien wird „The Smile Of The Sun“ angestimmt. Ruhiges Flair versprüht man auch weiterhin, allerdings mit einer sehr melancholischen Soundidee, die man bereits in der Vergangenheit, wie beispielswiese bei „If I Could Fly“ kennt. Somit eine gute Fortsetzung auch bei den sanfteren Tracks aus dem Hause Helloween. Zurücklehnen und genießen ist hier angesagt.

Weiter voran schreiten die Hanseaten mit dem reichlich bombastisch ausgestatteten „You Stupid Mankind“. Groovender Brettersound steht im Vordergrund und wir immer wieder durch Blitzeinschläge aus der bombastischen Soundrichtung abgelöst.

Mit etwas eingängigeren Power Rhythmen rotiert sofort die Nachfolge in Form von „If A Mountain Could Talk“ daher. Straighter Power Metal Track, den man an und ab leichte rockige, progressive, als auch sanftere Züge verpasst hat. Gute Kombination die man uns wie schon erwähnt in einem guten, kompakten Soundgleichgewicht in den Gehörgang hämmert.

„The Sage, The Fool, The Sinner” galoppiert wieder im erdigeren Sound daher. Stäte Wechsel zwischen Midtempo und klassischen Power Rhythmen der flotteren Art präsentiert man uns ausgewogen am laufenden Band. Sehr Wechselhaftes Stück das sich nahtlos mit Hit verdächtigem Faktor in die restlichen Songs einreiht.

Ein kurzer, klassischer Beginn bei „My Sacrifice“ und schon drückt man wieder vehement das Gaspedal bis zum Anschlag. Etwas komplexer wirkt wiederum dieser Track und das obwohl man nicht lange experimentellere Rhythmen zum Besten geben muss. Kleinere Ingredienzien reichten bei Helloween schon aus und als Endergebnis bekommt man einen farbenprächtigen Track der besonderen Art. Einerseits gibt es weiterhin genügend Abgehmusik, aber auch sehr genussvolle Passagen stehen oftmals länger im Vordergrund.

Ein dunkles Sprach Klangstück fungiert auf dem Album mit „Not Yet Today“. Sehr tiefgründig bereitet es auf die letzte Nummer im Bunde und stimmt etwas besinnlich.

„Far In The Future“ schließt den Kreis der sieben Sünder. Zum Schluss werden noch einmal alle Register gezogen und persönlich empfinde ich diesen Rausschmeißer als das wohl komplexeste und farbenfroheste Stück auf diesem Rundling. Stet wird zwischen hymnischer, kerniger Power Rhythmik gewechselt. Satte Soundideen der verspielteren Art komplettieren den Track und somit befindet man sich auf einer ständigen Berg und Talfahrt.

Fazit: Man kann nur sein Haupt tief für den Hanseaten verneigen und sich bei den Jungs bedanken, dass für einen Power Metal Fan ein Hammeralbum nachgelegt wurde. Obwohl man zur alten Riege gehört klingt nichts abgelutscht. Auch jongliert man gekonnt mit traditionellen und moderneren Elementen sehr gut. Ein Hit jagt den nächsten und somit ein Pflichtkauf ohne wenn und aber für das dazugehörige Klientel.

Tracklist:

01. Where The Sinners Go
02. Are You Metal?
03. Who`s Mr. Madman?
04. Raise The Noise
05. World Of Fantasy
06. Long Live The King
07. The Smile Of The Sun
08. You Stupid Mankind
09. If A Mountain Could Talk
10. The Sage, The Fool, The Sinner
11. My Sacrifice
12. Not Yet Today
13. Far In The Future

Besetzung:

Michael Weikath (guit)
Dani Löble (drums)
Andi Derris (voc)
Markus Großkopf (bass)
Sasha Gerstner (guit)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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