Infernal Manes – Infernal Manes

Band: Infernal Manes
Titel: Infernal Manes
Label: Edged Circle Produktions
Vö: 2015
Genre: Heavy Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Daniel

Die in der Mitte der Neunziger gegründete Formation nahm diese EP bereits 2004 auf. Die Aufnahmen wurden dann allerdings ad acta gelegt, da Sänger TJ Cobra (u.a. ex – Grimskull, ex – Violent Power) die Band verließ. Die aktuelle Besetzung liest sich mit Thurzur, Skaag (u. a. Deathcult, ex – Taake) und Iscariah (ex – Immortal)  wie ein kleines „who is who“ der Black Metal Szene.
Die stilistische Ausrichtung von Infernal Manes ist allerdings ein völlig andere, auf der hier vorliegenden EP huldigt man den Anfangstagen des einzig wahren, des echten Heavy Metals. Wer jetzt denkt, dass die 2013 reaktivierte Kapelle versucht auf den Trendzug aufzuspringen, der wird anhand der unerschütterlichen Fakten sehr schnell eines besseren belehrt. Denn erstens gibt es kein anderes Subgenre, das den Spirit des echten Metal so authentisch transportiert wie der Black Metal, zweitens wird Infernal Manes soundtechnisch überarbeitet über ein kleines Label in einer limitierten Auflage auf Vinyl erscheinen. Außerdem hat die Band momentan nicht einmal eine Facebookseite! Kommerz sieht also anders aus, so das sich der Rezensent nun der Musik widmen kann, und die hat es durchaus in sich, zumal die transparente Vintage – Produktion zusätzlich für Spirit sorgt.

Musikalisch orientiert man sich an den ersten Manowar Alben, damit also zwangsweise an Black Sabbath. Hinzu kommt neben Einflüssen der Frühachtziger Meisterwerke Judas Priests und den ersten fünf Iron Maiden Monolithen auch die Unkonformität Manilla Roads und die Intension Mercyful Fates, dessen Come To Sabbath hier zwar nicht überragend, aber gelungen gecovert wird. Der Song gehört ohnehin zu den Meilensteinen, von denen man am besten die Pfoten weglässt, bevor man sich diese verbrennt…
Der Opener Symphony of War ist da schon ein anderes Kaliber: es tobt eine Schlacht, ein Keyboard sorgt für epische Untermalung und dann diese Gitarre, der Sound, der stampfende Rythmus und dieser – irgendwo zwischen einem schrulligen DeMajo und Kevin DuBrow befindliche – Gesang!
Scheiße, wie geil ist denn das?! Und es wird noch besser, denn der Signature Song setzt irgendwo zwischen Iron Maiden, Judas Priest und Helloween an, wandelt sich dann in einen geilen Banger um hymnisch die Ankunft der Infernal Manes zu verkünden. Das Sahnestück ist hier der Refrain, bei dem man nur die Faust recken kann!

Der Mind Destructor bedient sich danach anfänglich bei Randy Rhoads, um mir dann treibend wie einst Maiden und Priest abwechslungsreich mit Huldigungen an Manowar und Mercyful Fate die nächsten sechseinhalb Minuten zu versüßen.
Mit The True Force of Power folgt dann im Shell Shock – Stil der nächste Hammersong, der komplett mitreizt. Das konnte ich bei Battle of Souls anfänglich nicht behaupten. Doch wie das bei abwechslungsreichen mit leicht kauzigen Vocals ausgestatteten Songs halt ist, geht der Song einen nach ein paar Durchläufen nicht mehr aus dem Kopf.

Judas Priest sind alt, Iron Maiden nicht wenigen heute kompositorisch zu selbstverliebt, Manowar zu einer Parodie ihrer selbst verkommen und Mercyful Fate kommen mit einem neuen Album nicht aus der Hefe.
Insofern möchte ich inveniren, das mir diese EP besser gefällt als das von vielen überbewertete Twilight Of The Gods Album, mit dem ich einfach nicht warm werde.
Bei Infernal Manes habe ich Schmetterlinge im Bauch, Watte im Kopf und weiche Knie. Diese EP ist zwar nicht überragend, meisterlich oder revolutionär, aber eine puristische, spielfreudige und vor allem hammergeile Zitatensammlung.
EMP – Models und Schöngeister werden damit sicher wenig bis nichts anfangen können, Leute die sich ohnehin abseits gängiger Trends schon immer mit zeitloser Musik beschäftigen, werden Infernal Manes bis zu einem gewissen Grad abfeiern!
Besser kann man als Fan seiner Lieblingsmusik nicht huldigen. Ich bin gespannt ob die Band das auch auf ihrem Full Lenght Debüt hinbekommt.

Trackliste:

01. Symphony Of War
02. Infernal Manes
03. Mind Destructor
04. The True Force Of Power
05. Battle Of Souls
06. Come To The Sabbath (Mercyful Fate Cover)

Besetzung:

Stian Lægreid – guitars
Iscariah – bass
Jan Atle Lægreid – drums

Infernal Manes im Internet:

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