Band: John Waite
Titel: Rough & Tumble
Label: Frontiers Records
VÖ: 2011
Genre: Rock
Bewertung: 4,5/5
Written by: Nicole Fritz

Das neue Soloalbum der Legende John Waite beginnt gar nicht mal so zart und ultramelodisch wie erwartet, sondern packt einen mit dem doch schon unerwartet harten, riffrockenden Titelsong so richtig, und man harrt automatisch dem, was noch kommt. Der simple Hauptriff ist beängstigend einfach gehalten und entfaltet gerade dadurch seine Wirkung. Schön, wenn gleich in den ersten Minuten klar gemacht wird das es sich bei „Rough & Tumble“ keineswegs um ein langweilige Altherren-Album handelt, sondern das auch ein John Waite seine Muskeln spielen lassen kann. Perfekter Einstieg! Das folgende „Shadows Of Love“ ist eine musikalische Kampfansage und Herausforderung an eure Gehörgänge. Hochmelodiös und mit Ohrwurm- tauglichen Hooks ausgestattet, wie man es heute nur noch viel zu selten vorgesetzt bekommt. Sehr geschmackvoll jedenfalls finde ich, wie sich die Gitarren mit den Hammondorgel- Klängen verbinden, diese bieten dem Gitarrensolopart die nötige Unterlage. „Evil“ ist für mich das Highlight des Albums, gerade weil sie eine andere musikalische Seite von John Waite zeigt. Die Nummer groovt dezent vor sich hin, während die Gitarren einen auf Mark Knopfler machen und so ein entspanntes Lungeclub Feeling verbreiten. Diesen Leckerbissen von Song muss man unbedingt gehört haben! „If You Ever Get Lonely“, welche ähnliche Rezeptoren anspricht wie der ehemalige Superhit „Missing You“, ist das nächste Gustostückerl auf diesem Silberling. Die Nummer hat es geschafft dass ich mich traumhaft verloren habe und für kurze Zeit nichts anderes mehr hören wollte. Wer glaubt, dass John Waite damit sein Pulver verschossen hätte, der irrt gewaltig. Mit dem tollen „Skyward“ wird gleich eine weitere Ballade nachgelegt, die die herausragenden Stärken des Musikers aufzeigt. Harmonien welche am Rande der Kitschigkeit mit beiden Beinen fest am Boden stehen. Jetzt wird aber die Handbremse gelockert und mal wieder etwas deftiger gerockt. Und zwar mit dem coolen „Sweet Rhode Island Red“. Es bleibt zu hoffen, dass John Nummern dieses Kalibers auch live krachen lässt, denn die machen das Salz in der Suppe aus und lockern zwischendurch angenehm auf. Bei der nächsten Nummer, „Love´s Goin´ Out Of Style“, wird dann plötzlich der Blues in seiner ursprünglichsten Art zelebriert, um dann im Refrain so richtig schön verzaubert zu werden. Der unterschwellige Loop spannt einen lockeren Bogen zu „Evil“. Vermutlich ist dies seinem Songwritingpartner Kyle Cook, dem Gitarristen der Band Matchbox 20, geschuldet. „Better Of Gone“ weht frischen Südstaatlerwind durch eure Gehörgänge, dennoch bleibt der Stil doch eindeutig John Waite. Als Gegenpol dazu erklingt dann das „Further The Sky“, das melodisch ebenfalls im Süden der Vereinigten Staaten verwurzelt scheint, aber den Hauptaugenmerk eher auf das Singer/Songwriter Genre wirft und nur ganz am Rande nach Cowboy klingt. Tolles Stück, welches genau an der richtigen Stelle des Albums steht. Den offiziellen Abschluss des Albums bildet das treibende „Peace Of Mind“, das ein wenig an Stevie Salas erinnert. So macht man hier zum Schluss noch einmal klar, dass hier auf keinen Fall Rentner-Rock betrieben wird. Die beiden Bonustracks „Mr. Wonderful“ und „Hanging Tree“ tragen ihren Namen zu Recht. Sie sind ein ganz besonderes Gustostückerl auf der Scheibe. Diese Coverversionen sind ebenso essentiell wie die regulären Tracks und werden demnach ihrer Bedeutung als Bonus auch mal wirklich gerecht.

„Rough & Tumble“ ist ein erstes absolutes Muss für jeden, der auf großartige Rockmusik steht, welche sich jederzeit am Höchstniveau misst.

Fazit: Großartiges Album, welches in keiner Sammlung fehlen sollte. Mehr kann man dazu an dieser Stelle nicht sagen.

Tracklist:

01. Rough , Tumble 4:23
02. Shadows Of Love 4:03
03. Evil 4:03
04. If You Ever Get Lonely 3:56
05. Skyward 4:09
06. Sweet Rhode Island Red 3:49
07. Love’s Goin‘ Out Of Style 4:47
08. Better Off Gone 3:52
09. Further The Sky 4:48
10. Peace Of Mind 4:38
11. Mr. Wonderful (Bonus Track) 4:23
12. Hanging Tree (Bonus Track) 3:21

Besetzung:

John Waite (voc)
Kyle Cook (guit, bass & keys)
Luis Maldonado (guit)
Tim Hogan (bass)
David Santos (bass)
Mike Webb (hammond)
Fred Eltringham (drums)
Billy Wilkes (drums)
Rodger Carter (drums)
Shane Fontayne (guit)
Bobby Keys (saxophone) (Love’s Goin‘ Out Of Style)
Jennifer Paige (back voc) (If You Ever Get Lonely & Better Off Gone)

Internet:

John Waite Website

John Waite @ MySpace

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