LOCUS NOIR – Shadow Sun

LOCUS NOIR - Shadow Sun cover artwork

Band: LOCUS NOIR 🇨🇭
Titel: Shadow Sun
Label: Listenable Records
VÖ: 27/02/26
Genre: Gothic Metal

Tracklist

01. Walpurgisnacht 1996
02. Shadow Sun
03. Cemetery Youth (track featuring Ben Christo of The Sisters of Mercy )
04. A Dismal Romance
05. She Haunts the Night
06. Thicker Than Darkness Itself
07. In Despair We Trust
08. Death, That Elusive Mistress
09. Hollow
10. Full Moon Theri­anthropy
11. Reburial
Bonus tracks:
12. Marry the Night (Lady Gaga cover)
13. How Harsh is the Light of Dawn

 

Besetzung

Ben DMN – Vocals
Claire Genoud – Guitar
Ales – Bass
Ben Marmier – Drums

 

Bewertung:

4,5/5

Mit »Shadow Sun« legen LOCUS NOIR ein Debüt vor, das sofort spürbar macht, warum die Gothic-Szene aufhorcht. Ben DMN am Mikrofon zieht die Zuhörer mit seinem tiefen, theatralischen Gesang in die Dunkelheit, während Claire Genouds Gitarre wie ein scharfkantiger Schleier durch die Tracks schneidet. Ales am Bass sorgt für eine pulsierende Tiefe, und Ben Marmier an den Drums gibt jedem Song den Herzschlag. Das Quartett versteht es, Gothic-Rock und Metal so zu verweben, dass jeder Ton wie ein Schritt in einen nächtlichen Traum wirkt.

Dunkle Eleganz zwischen Melancholie und Mystik

Schon der Auftakt »Walpurgisnacht 1996« legt die Atmosphäre fest: ein unheilvolles Flüstern, begleitet von drängenden Gitarren, als öffnete sich eine Tür zu einer Welt, die nur die Nacht kennt. Mit dem Titeltrack »Shadow Sun« entfaltet sich ein hymnisches, zugleich klaustrophobisches Klangbild, das an die düstere Mystik von THE FIELDS OF THE NEPHILIM erinnert.

Das Album lebt von seinen Kontrasten. Ben DMN kombiniert die theatralische Präsenz von Peter Murphy mit der dunklen Intensität eines Peter Steele. Die Songs bewegen sich zwischen intimer Verletzlichkeit und epischem Pathos, die Texte zwischen Liebe und Tod, Begierde und Verfall. »Cemetery Youth«, in Zusammenarbeit mit Ben Christo, ist ein Paradebeispiel dafür: wuchtige Gitarren treffen auf flüsternde Vocals, und ein Gefühl von Vergänglichkeit hängt wie Nebel über dem Track.

Tracks, die Geschichten erzählen

Songs wie »A Dismal Romance« oder »She Haunts the Night« laden ein, die Nacht in allen Facetten zu erleben – von verfallener Romantik bis zu ungestillter Sehnsucht. »Thicker Than Darkness Itself« verdichtet die Melancholie zu einer greifbaren Schwere, während »In Despair We Trust« und »Death, That Elusive Mistress« die lyrische Tiefe des Albums unterstreichen.

Mit »Hollow« und »Full Moon Theri­anthropy« beweist die Band ihr Gespür für Dramatik. Die Tracks sind keine reinen Lieder, sie sind Inszenierungen, in denen jedes Instrument, jeder Ton, jede Pause eine Rolle spielt. Das abschließende Stück »Reburial« hinterlässt ein Gefühl von Ruhe nach dem Sturm, eine Art melancholisches Nachglühen.

Die Bonus-Tracks zeigen die Band von einer überraschenden Seite: »Marry the Night«, eine LADY-GAGA-Adaption, wird zu einem düsteren, treibenden Gothic-Ritual, und »How Harsh is the Light of Dawn« liefert den letzten, nachdenklichen Nachhall.

Ein Klang, der unter die Haut geht

LOCUS NOIR verstehen ihr Handwerk. Claire Genouds Gitarrenlines sind messerscharf, Ales’ Bass schafft Raum und Tiefe, Ben Marmier setzt treibende Rhythmen, die den Hörer durch die Nacht führen. Und inmitten dieser Klanglandschaft steht Ben DMN, dessen Stimme zwischen Verzweiflung und Theatralik pendelt, ein perfektes Bindeglied zwischen Gothic-Ästhetik und emotionalem Tiefgang.

Das Album funktioniert wie ein Spiegel: die düstere Schönheit von Nacht und Schatten, von Leidenschaft und Vergänglichkeit wird hörbar, fast fühlbar. Wer sich auf »Shadow Sun« einlässt, erlebt Gothic-Rock nicht als Genre, sondern als Erlebnis.

LOCUS NOIR setzen ein starkes Debüt. Mit 4,5 von 5 Punkten bietet »Shadow Sun« eine dichte, atmosphärische Mischung aus Gothic-Rock, Metal und Post-Punk. Für Fans von TYPE O NEGATIVE, PARADISE LOST oder THE FIELDS OF THE NEPHILIM ist das Album ein Muss – und für alle, die sich auf musikalische Dunkelheit einlassen wollen, ein intensiver Einstieg in eine Band, die ihre Vision kompromisslos lebt.

Fazit: »Shadow Sun« zeigt, dass LOCUS NOIR das Potenzial haben, sich dauerhaft in der Gothic- und Post-Punk-Szene zu etablieren.

Internet

LOCUS NOIR - Shadow Sun - CD Review

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Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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