Ammo Underground Night 22 im Club Wakuum, Graz

AMMO UNDERGROUND NIGHT 22 – Drei Facetten der Finsternis in einem gut gefüllten Saal

Es ist definitiv interessant, wenn man über den Tellerrand sieht und seine Fühler in der Underground- Szene ausstreckt. Am 21.02. begab sich meine Reise wieder nach Graz, wo im Club Wakuum die bereits etablierte Veranstaltung AMMO Underground Night zum 22sten Mal stattfand.

Drei Bands aus der Black Metal Ecke beehrten die Bühne und heizten dem Grazer Publikum ordentlich ein.

Als sich die Türen des Club Wakuum zur Ammo Underground Night 22 öffneten, war schnell klar: Diese Ausgabe würde keine gewöhnliche werden. Der Saal füllte sich rasch mit schwarz gekleideten Gestalten, Kutten und erwartungsvollen Blicken.

WELTENBRECHER

Die 22ste Ammo Underground Ausgabe eröffnete die österreichische Formation WELTENBRECHER, die sich dem Atmospheric Black Metal verschrieben hat. Von den ersten getragenen Gitarrenflächen an zog die Band das Publikum in einen dichten Klangnebel. Weite Tremolo-Passagen, hallgetränkte Leads und ein stoisch treibendes Schlagzeug bildeten das Fundament für eine intensive, fast meditative Stimmung.

Die Vocals klangen wie aus einer anderen Sphäre herübergeweht – roh, aber nie dominant, vielmehr als weiteres Instrument im vielschichtigen Gesamtbild. Das Zusammenspiel war präzise, die Dynamik sorgfältig aufgebaut. Besonders die ruhigeren Zwischenteile, in denen sich Gitarrenmelodien schichteten und der Bass subtil Akzente setzte, ließen den Saal beinahe erstarren. WELTENBRECHER gelang es, den Raum atmosphärisch zu verdichten und das Publikum perfekt auf das Kommende einzustimmen – ein starker, stimmungsvoller Auftakt.

WELTENBRECHER (Atmospheric Black Metal / Österreich)

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UNVIAR

Als Co-Headliner betraten UNVIAR aus Italien die Bühne – und mit ihnen änderte sich die Temperatur im Raum spürbar. Wo zuvor Atmosphäre dominierte, regierte nun kompromisslose Härte. Der klassische Black-Metal-Sound der Italiener war direkt, aggressiv und von einer kalten Präzision geprägt.

Schnelle Blastbeats peitschten durch den Saal, während die Gitarren sägende Riffs mit eingängigen, düsteren Melodielinien kombinierten. Der Sänger agierte mit intensiver Bühnenpräsenz, die Stimme ein gellender Ausbruch zwischen Raserei und kontrollierter Wut.

Das Publikum reagierte mit erhobenen Fäusten und rhythmischem Nicken – die Energie übertrug sich unmittelbar. UNVIAR bewiesen eindrucksvoll, dass Black Metal nichts von seiner Durchschlagskraft verloren hat. Ihr Set war kompakt, kraftvoll und hinterließ einen bleibenden Eindruck.

UNVIAR (Black Metal / Italien)
https://www.facebook.com/unviarband

 

AUTUMN NOSTALGIE

Den Abschluss des Abends gestalteten die slowakischen Post-Black-Metaller AUTUMN NOSTALGIE – die bereits schon zum zweiten Mal in Graz performten,  verwandelten das Wakuum in ein Meer aus Melancholie und Intensität. Ihr Sound verband die Aggressivität des Black Metal mit emotional aufgeladenen Klanglandschaften.

Die Songs entwickelten sich organisch, bauten Spannungsbögen auf, die sich in kathartischen Höhepunkten entluden. Cleane Gitarrenpassagen trafen auf verzweifelte Schreie, während das Schlagzeug zwischen treibender Raserei und getragenem Groove wechselte.

Was AUTUMN NOSTALGIE besonders auszeichnete, war die emotionale Tiefe ihrer Performance. Jeder Ton wirkte durchlebt, jede Melodie wie ein Echo vergangener Erinnerungen. Das Publikum lauschte gebannt, ehe es sich in den intensiven Schlussmomenten noch einmal kollektiv entlud.

AUTUMN NOSTALGIE (Post-Black Metal / Slowakei)
https://www.facebook.com/Autumn.Nostalgie.Official

FAZIT

Die Ammo Underground Night 22 im Club Wakuum zeigte eindrucksvoll, wie facettenreich Black Metal sein kann: von atmosphärischer Weite über rohe Aggression bis hin zu emotionaler Melancholie. In einem gut gefüllten Saal traf internationale Underground-Kultur auf leidenschaftliches Publikum.
Ein Abend, der bewies, dass die Szene lebt – laut, dunkel und voller Hingabe.

 

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