MADVICE - L'Ottavo Giorno - cover artwork

Band: MADVICE 🇮🇹
Titel: L’Ottavo Giorno
Label: Art Gate Records
VÖ: 08/05/26
Genre: Melodic Death Metal

Tracklist

01. The Ecstasy of Dying
02. The Legacy of the Serpent God
03. The Damnation Between Birth and Death
04. Eternally I Rise
05. L’ottavo giorno
06. Not Dead Enough (To Feel No Pain)
07. Fossa lupara

 

Besetzung

Marco Moretti – Drums
Asator – Vocals
Raffaele Lanzuise – Bass
Maddalena Bellini – Guitars

 

Bewertung:

3,5/5

MADVICE wurden 2016 gegründet und sind das Ergebnis einer klaren künstlerischen Vorstellung, Melodic-Death-Metal, der Härte und Eingängigkeit miteinander verzahnt, ohne an Biss zu verlieren. Gitarristin Maddalena Bellini, Bassist Raffaele Lanzuise und Sänger Asator legten den Grundstein, später ergänzt durch Schlagzeuger Marco Moretti. Die musikalische Ausrichtung speist sich hörbar aus der skandinavischen Schule, trägt aber ebenso den rauen Druck amerikanischer Thrash-Tradition in sich. Inhaltlich kreist das Material um innere Konflikte, Tod, Trauer und eine kritische Haltung gegenüber Religion.

Das Album »L’Ottavo Giorno« präsentiert sich als ein intensives Werk, das die Grenzen zwischen Melodie und Aggression verschwimmen lässt. Mit sechs Tracks, die zwischen kraftvollen Riffs und melodischen Passagen pendeln, gelingt es MADVICE, eine düstere Atmosphäre zu schaffen, die den Hörer in eine Welt voller innerer Kämpfe und philosophischer Fragen eintauchen lässt.

Ein düsterer Auftakt

Mit »The Ecstasy of Dying« eröffnet das Album direkt ohne Umschweife. Ein treibendes Riff, schnörkellos, dazu das aggressive Organ von Asator. Die Produktion wirkt bewusst kantig, nicht überpoliert, was dem Sound eine gewisse Erdigkeit verleiht. Schon hier zeigt sich die zentrale Stärke der Band, Melodiebögen, die sich organisch in die Härte einfügen, statt bloß darübergelegt zu wirken.

Zwischen Tradition und Eigenständigkeit

»The Legacy of the Serpent God« und »The Damnation Between Birth and Death« vertiefen diesen Eindruck. Die Songs greifen bekannte Genre-Muster auf, variieren sie aber mit kleinen Details. Besonders die Gitarrenarbeit von Bellini fällt auf! Präzise Leads, die nicht in endlosen Soli versinken, sondern gezielt Akzente setzen. Gleichzeitig bleibt das Fundament stets massiv, getragen vom druckvollen Bassspiel und Morettis präzisem Schlagzeug.

Allerdings bewegt sich die Band hier auf einem schmalen Grat. Einerseits wirkt die Nähe zu klassischen Vorbildern vertraut, andererseits fehlt stellenweise der letzte Schritt zur eigenen Handschrift. Einige Passagen klingen, als hätte man sie so oder ähnlich schon gehört.

Höhepunkte im Mittelteil

Mit »Eternally I Rise« gewinnt das Album deutlich an Dynamik. Der Song verbindet Tempo mit klar herausgearbeiteten Melodien und gehört zu den stärksten Momenten der Platte. Hier greifen alle Elemente ineinander. Rhythmus, Riffing und Gesang bauen eine Spannung auf, die sich bis zum Schluss hält.

Der Titeltrack »L’Ottavo Giorno« setzt einen anderen Akzent. Etwas atmosphärischer angelegt, mit mehr Raum für Stimmung und weniger unmittelbare Aggression. Gerade diese Variation tut dem Album gut. Sie zeigt, dass MADVICE mehr können als reine Durchschlagskraft.

Zwischen Wucht und Wiederholung

»Not Dead Enough (To Feel No Pain)« knüpft wieder stärker an die härteren Stücke an. Der Song überzeugt durch Energie, verliert aber im Verlauf etwas an Profil. Hier wird das Problem der zweiten Albumhälfte deutlicher, einige Ideen wiederholen sich, ohne entscheidend weiterentwickelt zu werden.

»Fossa lupara« beschließt das Album mit einer dunklen, fast bedrückenden Note. Der Track wirkt kompakt und fokussiert, verzichtet auf überflüssige Umwege und bringt die Stärken der Band noch einmal auf den Punkt.

Produktion und Gesamtklang

Der Sound von »L’Ottavo Giorno« bleibt durchgehend roh und direkt. Das passt zum Stil, lässt aber gelegentlich Details untergehen, vor allem im Zusammenspiel der Gitarren. Die Balance zwischen Klarheit und Druck ist nicht immer optimal, dennoch transportiert die Produktion die gewünschte Intensität.

Der Gesang von Asator bewegt sich überwiegend im klassischen Growl-Bereich, variiert aber genug, um nicht monoton zu wirken. Besonders in den Refrains setzt er gezielt Akzente, die den Songs Struktur geben.

Einordnung

MADVICE liefern mit »L’Ottavo Giorno« ein solides Werk ab, das sich klar im Melodic-Death-Metal verortet und seine Einflüsse nicht versteckt. Die Band versteht ihr Handwerk, schreibt kompakte Songs und setzt auf eine Mischung aus Aggression und Melodie, die größtenteils aufgeht.

Was noch fehlt, ist ein stärkeres Profil. Die besten Momente des Albums zeigen, dass das Potenzial vorhanden ist. Gerade wenn die Band sich mehr Raum für Atmosphäre oder ungewöhnlichere Strukturen nimmt, wirkt das Material frischer und eigenständiger.

»L’Ottavo Giorno« ist ein Album, das Fans des Genres problemlos abholen wird. Es bietet Energie, saubere Instrumentalarbeit und einige echte Highlights, kämpft aber mit kleineren Längen und einer gewissen Vorhersehbarkeit.

Unterm Strich bleibt ein überzeugender, wenn auch nicht herausragender Eindruck. MADVICE sind auf einem guten Weg, müssen jedoch noch stärker an ihrer eigenen Identität feilen, um sich dauerhaft im Gedächtnis festzusetzen.

Fazit: »L’Ottavo Giorno« von MADVICE ist ein hörenswertes Werk für Fans von Melodic-Death-Metal, die auf emotionale Tiefe und musikalische Vielfalt stehen.

Internet

MADVICE - L'Ottavo Giorno - CD Review

Vorheriger ArtikelADLIND – Promises
Nächster ArtikelBLACK VEIL BRIDES – Vindicate
Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.