Tracklist
01. Legion
02. Death Waltz
03. Pathology Calls -2026
04. Rotting Away – 2026
05. Back To The Front – 2026
06. Bombs Over Europe – 2026
07. War On Innocence – Remastered
08. Overdose – 2026
Besetzung
Kai Or – Drums
Kevin Grams – Vocals/Guitar
Andreas Muttscheller – Bass
Nico Perez – Guitar
Death-Metal zwischen Schlachtfeld, Verwesung und gnadenloser Wucht
Seit ihrer Gründung im Jahr 2014 stehen MAGEFA aus Frankfurt für kompromisslosen Death-Metal, der keine Gefangenen macht. Bereits der Bandname, hebräisch für „Seuche“, deutet an, wohin die Reise geht. Die vierköpfige Formation um Sänger und Gitarrist Kevin Grams setzt auf rohe Gewalt, düstere Atmosphäre und ein Fundament aus schweren Riffs, das tief in den Traditionen des klassischen Death-Metal verwurzelt ist. Inspirationen von Größen wie BOLT THROWER, CARCASS oder CANNIBAL CORPSE sind unverkennbar vorhanden, ohne dass die Band dabei zur bloßen Kopie ihrer Vorbilder wird.
Mit »Legion« präsentieren MAGEFA eine Sammlung aus neu aufgenommenen, überarbeiteten und remasterten Songs, die ihre musikalische Entwicklung eindrucksvoll dokumentiert. Das Album vereint Kriegsszenarien, menschlichen Verfall und morbide Pathologien zu einem düsteren Gesamtbild, das ebenso brutal wie faszinierend wirkt.
Der Sound einer rollenden Kriegsmaschine
Schon der Titeltrack »Legion« macht deutlich, wohin die Marschrichtung geht. Gewaltige Gitarrenwände treffen auf ein donnerndes Schlagzeugspiel von Kai Or, während Kevin Grams seine markanten Growls wie Befehle über ein verwüstetes Schlachtfeld schleudert. Der Song entwickelt eine enorme Dynamik und verbindet klassische Death-Metal-Härte mit einem Groove, der sich sofort festsetzt.
MAGEFA verstehen es hervorragend, Druck aufzubauen. Die Gitarrenarbeit von Kevin Grams und Nico Perez lebt von schweren Riffs, die sich nicht in technischer Selbstverliebtheit verlieren. Stattdessen setzt die Band auf Direktheit, Präzision und Wirkung. Jeder Anschlag scheint darauf ausgelegt zu sein, maximale Zerstörung zu entfalten.
Zwischen Verfall und Wahnsinn
Mit »Death Waltz« folgt einer der atmosphärisch dichtesten Momente des Albums. Der Titel wirkt zunächst fast ironisch, doch die Musik entfaltet eine bedrückende Stimmung, die perfekt zu den morbiden Themen der Band passt. Die Mischung aus schleppenden Passagen und plötzlichen Tempowechseln sorgt für Spannung und hält die Aufmerksamkeit dauerhaft hoch.
Besonders gelungen präsentieren sich die 2026er Neuaufnahmen von »Pathology Calls« und »Rotting Away«. Beide Stücke profitieren hörbar von der modernen Produktion. Die Instrumente wirken druckvoller, transparenter und dennoch angenehm roh. Gerade »Rotting Away« entwickelt durch seinen schweren Groove und die aggressiven Vocals eine enorme Durchschlagskraft.
Auch Andreas Muttscheller am Bass erhält genügend Raum, um dem Sound zusätzliche Tiefe zu verleihen. Seine Arbeit bildet das stabile Fundament, auf dem die Gitarren ihre zerstörerischen Klanglandschaften errichten können.
Krieg als zentrales Leitmotiv
Thematisch bewegen sich MAGEFA häufig auf den Schlachtfeldern menschlicher Geschichte. »Back To The Front« und »Bombs Over Europe« sind dafür die besten Beispiele. Hier wird die Nähe zu BOLT THROWER besonders deutlich, ohne dass die Frankfurter ihre Eigenständigkeit verlieren.
»Back To The Front« überzeugt durch seine martialische Atmosphäre und einen treibenden Rhythmus, der unweigerlich Bilder von militärischen Konflikten hervorruft. »Bombs Over Europe« geht sogar noch einen Schritt weiter und entfaltet eine beklemmende Intensität, die den Song zu einem der Höhepunkte der Platte macht.
Die Band nutzt das Kriegsthema nicht als Selbstzweck. Vielmehr dienen die Texte als Spiegel menschlicher Zerstörungskraft und bilden damit eine konsequente Fortführung des düsteren Gesamtkonzepts.
Alte Stärke in neuem Gewand
Mit »War On Innocence« findet sich zudem ein remasterter Titel auf dem Album. Der Song zeigt eindrucksvoll, wie stark das Material bereits in seiner ursprünglichen Form war. Das neue Mastering sorgt für mehr Klarheit und Druck, ohne dem Stück seinen ursprünglichen Charakter zu nehmen.
Zum Abschluss setzt »Overdose – 2026« einen weiteren starken Akzent. Der Song verbindet aggressive Riffs mit einem massiven Groove und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Gerade hier zeigt sich, wie effektiv MAGEFA ihre musikalischen Einflüsse bündeln und in einen eigenen Stil überführen.
»Legion« ist kein Album für Freunde subtiler Zwischentöne. MAGEFA setzen konsequent auf Härte, Atmosphäre und kompromisslose Direktheit. Die Mischung aus neu aufgenommenem Material, Remastering und klassischem Death-Metal-Handwerk funktioniert hervorragend und verleiht der Veröffentlichung einen starken roten Faden.
Die Frankfurter beweisen, dass traditioneller Death-Metal auch im Jahr 2026 nichts von seiner Wirkung verloren hat, wenn er mit Leidenschaft, Überzeugung und handwerklichem Können umgesetzt wird. »Legion« bietet wuchtige Riffs, drückende Grooves und eine düstere Grundstimmung, die Fans von BOLT THROWER, CARCASS oder CANNIBAL CORPSE begeistern dürfte.
Fazit: Mit »Legion« liefern MAGEFA ein kraftvolles Werk ab, das die Essenz des Death-Metal einfängt.






