Tracklist
01. Senseless Death
02. Clandestine Unholy Rites
03. Elixir
04. Every Day More Sickened
05. At the Threshold of Eternity
06. An Angel’s Grace
07. Departed
Besetzung
Matthew Miller – Vocals
Amesh Perera – Lead Guitars
Johnny Chammas – Rhythm Guitars & Backing Vocals
Sam Talbot-Canon – Bass
Nick Boschan – Drums
Eine Band mit Hang zur Finsternis
Die australische Formation MAMMON’S THRONE bewegt sich stilistisch dort, wo mehrere Extreme des Metals aufeinandertreffen. Sänger Matthew Miller, Lead-Gitarrist Amesh Perera, Rhythmusgitarrist und Backing-Vocalist Johnny Chammas, Bassist Sam Talbot-Canon sowie Schlagzeuger Nick Boschan bilden ein Line-up, das hörbar Erfahrung aus unterschiedlichen Metal-Strömungen mitbringt. Genau diese Mischung prägt auch das dritte Album ihrer Karriere »My Body to the Worms«.
Die Band verbindet Elemente aus Death-Metal, Black-Metal, Doom- und Sludge- zu einem dichten Klangbild. Die Stücke wirken dabei weniger wie einzelne Songs, sondern eher wie Kapitel einer düsteren Erzählung. Atmosphärische Passagen treffen auf schwere Riffs, während sich unterschiedliche Gesangsstile gegenseitig ergänzen. Für das finale Klangbild zeichnete zudem Fredrik Nordström verantwortlich, der bereits mit Größen wie OPETH, AT THE GATES, IN FLAMES oder DARK TRANQUILLITY gearbeitet hat.
Schwere Riffs und düstere Atmosphäre
Schon der Opener »Senseless Death« macht klar, wohin die Reise geht. Massive Gitarrenriffs walzen sich durch ein schleppendes Tempo, während Matthew Miller zwischen tiefem Growl, aggressivem und klarem Shouting pendelt. Die Produktion wirkt roh genug, um dem Material seine Schwere zu lassen, bleibt aber klar genug, um jedes Instrument differenziert wahrzunehmen.
»Clandestine Unholy Rites« steigert die Intensität anschließend deutlich. Die Gitarren von Amesh Perera und Johnny Chammas greifen ineinander wie Zahnräder. Während der Rhythmus im Hintergrund stoisch weiterrollt, bauen sich darüber melodische Leads auf, die einen leichten Black-Metal-Anstrich tragen.
Spätestens hier zeigt sich eine Stärke der Band: Dynamik. Die Songs bleiben trotz Doom-lastiger Grundstimmung abwechslungsreich und vermeiden monotone Wiederholungen.
Zwischen Doom-Schwere und Death-Metal-Wucht
Mit »Elixir« folgt ein Stück, das stärker auf Atmosphäre setzt. Die Gitarrenlinien wirken beinahe hypnotisch, während der Song langsam Spannung aufbaut. Der Gesang bewegt sich hier deutlich mehr im erzählerischen Bereich und lässt Raum für die Instrumente.
Ganz anders präsentiert sich »Every Day More Sickened«. Hier treten die Death-Metal-Wurzeln der Band stärker hervor. Schnelleres Schlagzeugspiel, aggressive Gitarrenläufe und ein besonders bissiger Gesang treiben das Stück voran. Nick Boschan zeigt hinter den Drums ein feines Gespür für Rhythmuswechsel und sorgt dafür, dass der Song trotz Tempo seine wuchtige Wirkung behält.
»At the Threshold of Eternity« wirkt dagegen fast episch. Das Stück entfaltet sich langsam, baut Schicht für Schicht Atmosphäre auf und entwickelt im letzten Drittel eine enorme Intensität. Gerade hier wird deutlich, wie gut die Band mit Spannungsbögen umgehen kann.
Melancholie und Abgrund
Mit »An Angel’s Grace« schlägt das Album einen leicht melancholischen Ton an. Die Gitarren sind melodischer, teilweise fast getragen, während Bass und Schlagzeug den Song stabil zusammenhalten. Besonders der Wechsel zwischen ruhigen Passagen und schweren Riffblöcken verleiht dem Stück Tiefe.
Der Abschluss »Departed« führt schließlich alle Elemente des Albums zusammen. Doom-Riffs, düstere Melodien und ein intensiver Gesang formen ein Finale, das wie ein langsames Versinken im Dunkel wirkt. Die Band verzichtet hier bewusst auf übermäßige Geschwindigkeit und setzt stattdessen auf Atmosphäre und Gewicht.
Vielschichtiger Gesang
Ein zentraler Faktor für die Wirkung des Albums ist der Gesang von Matthew Miller. Er wechselt zwischen tiefen Growls, harschen Shouts und gelegentlich fast gesprochenen Passagen. Diese Variationen verleihen den Songs eine erzählerische Qualität und verhindern, dass sich das Klangbild zu stark wiederholt. Auch die Backing-Vocals von Johnny Chammas tragen dazu bei, einzelne Momente hervorzuheben und dem Material zusätzliche Tiefe zu verleihen.
Produktion mit Druck
Das Mastering durch Fredrik Nordström sorgt für ein Klangbild, das Druck besitzt, ohne an Details zu verlieren. Die Gitarren bleiben dominant, während Bass und Schlagzeug genug Raum bekommen, um die nötige Wucht zu erzeugen. Gerade im Doom- und Sludge-Bereich ist diese Balance entscheidend, damit die Musik nicht im Klangbrei versinkt. Hier zeigt sich die Erfahrung des Produzenten deutlich. Das Album klingt modern, ohne steril zu wirken.
»My Body to the Worms« präsentiert MAMMON’S THRONE als Band, die sich stilistisch nicht einengen lässt. Stoner-Grooves, Sludge-Schwere, Doom-Atmosphäre sowie Death- und Black-Metal-Elemente verschmelzen zu einem vielseitigen Gesamtbild. Trotz dieser Mischung wirkt das Album geschlossen und durchdacht.
Vor allem die starken Gitarrenarrangements, der variable Gesang und die dichte Atmosphäre sorgen dafür, dass sich die Songs im Gedächtnis festsetzen. Wer düsteren, schweren Metal mit erzählerischem Anspruch schätzt, findet hier ein bemerkenswert stimmiges Debüt.
Fazit: MAMMON’S THRONE »My Body to the Worms« ist ein beeindruckendes Beispiel für zeitgenössischen Stoner-, Sludge- und Doom-Metal.

