Tracklist
01. Beyond the Devil’s Shroud
02. Cain’s Mark
03. Summerland
04. Corrupted Flesh
05. The Pact
Besetzung
DC – Guitars, Drums
WS – Vocals
TP – Bass
Eine weitere musikalische Reise in die rohe Seite von Black Metal – diesmal präsentiert die polnische Band THROAT ihr Debütalbum „Beyond the Devil’s Shroud„. Nach einem Demo und einer EP hat sich die Band jetzt für ein Full-Length entschieden, behält aber denselben minimalen und dunklen Ansatz.
Zu minimalistisch, zu viel Atmosphäre, zu wenig Musik
Roher Black Metal, mit atmosphärischer Aura, aber auch ziemlich aggressiv. Der Eröffnungssong und auch Titelsong des Albums „Beyond the Devil’s Shroud“ eröffnet mit trostlosen, gequlten Vocals, verdoppelt durch donnernde Drums und fuzzy Gitarren, überhaupt nicht melodisch, betont nur den wilden Ansatz mit Vocals als imposantestes Element der THROAT-Musik. Ein Sound, der sich von niederträchtig und erdrückend zu atmosphärisch transformiert, aber die jenseitige allgemeine Stimmung behält, mit finsteren, dunklen Momenten. In seiner Gesamtheit aber zu minimalistisch und mit zu großem Akzent auf infernalischer Klanglandschaft und weniger auf Musik, um vollständig zu überzeugen.
Die Band kommt aus Polen, aber jetzt betrachten sich THROAT als polnisch-finnische Band, 2019 gegründet. Die Kernmitglieder der Band sind DC (Charnel Aura, Rites of Daath, ex-Sverblôd, ex-Cemetery Whore) an Gitarren und Drums, und WS aka Witchslaughter – Igor Datkiewicz (Dagorath, Xarzebaal) an Vocals. Ab 2022 trat ein drittes Mitglied der Band bei, TP – Tomasz Przewor (Extinkt, Rites of Daath, ex-Fortress, ex-Cemetery Whore, ex-Terrordome) am Bass.
Ein besseres Tempo kommt in „Cain’s Mark„, ein willkommener Wechsel nach der langen atmosphärischen Passage, die den vorherigen Track beendete. Viel Reverb für Instrumente verwendet und viele verhallte Vocal-Effekte. Aber nach dem schnell getakteten Start kehrte der Song zum minimalen und langsamen Sound zurück, dominiert von den dämonischen Vocals und einer Tremolo-gepickten Gitarre. Ohne klare melodische Linie, mehr wie eine Sammlung verzweifelter Shrieks und disparater Riffs. Zu viele ambiente Sounds statt Musik, wieder.
Rohe Produktion mit zerbrechlicher Dynamik
Wie erwähnt, Produktion und Sound sind roh, außer für gelegentliche Drum-Assaults, die jedes Mal eine große Verbesserung im Sound sind – ansonsten ein Sound auf hohen Frequenzen mit sehr zerbrechlicher Dynamik. Fast keine Spur von Bass, typisch für das Genre. Effekte und nur seltene Geräusche bekommen einen zu großen Anteil des Sounds, und das verwässert die ganze Substanz des Albums.
Wieder sehr atmosphärisch „Summerland„, ein Song, der tribale Sounds bringt, distanzierte Gesänge und ritualistische Drums. Mehr wie ein Interlude, aber musikalisch nicht relevant. Nicht klar, was sie mit diesem Song ausdrücken wollten, aber ihre Intention funktioniert nicht wirklich – mehr wie Musik für einen Film oder eine Dokumentarfilm, aber hier mit einer Spannung, die nirgendwo endet.
„Corrupted Flesh“ kehrt zur Musik zurück, dieselben langsamen Akkorde und teuflisches Shrieking dominieren den Sound, langsame fuzzy Gitarren sind nur eine distanzierte Begleitung. Mit distanzierter orientalischer Musik, die sehr nach einem Echo klingt, ohne etwas zur melodischen Linie hinzuzufügen, schlecht gemixt und irrelevant werdend. Langsam und unentschlossen, am Rand zwischen Musik und Geräuschen, ein weiterer enttäuschender Track, wo sie zu wenig versuchen, ihre Intentionen zu balancieren.
Und der finale Track „The Pact„, der mit langem Schrei und einer Soundmauer eröffnet, ist auch das dynamischste Stück des LP. Endlich einige musikalische Intentionen, der Sound ist dicht, ein guter Rhythmus, aber sie kehrten bald zurück zu nur Schreien und ambienten Geräuschen und halten die gequlten Vocals als zentrales Element. Aber ein weiterer Song ohne klare Richtung oder kohärente musikalische Vision.
Gruselige Vocals können fehlende Musik nicht ersetzen
Nicht viel musikalische Substanz hier – sie setzen den Akzent auf ambiente und höllische Atmosphäre und Sound und vergessen fast, Musik hinzuzufügen. Zu viele Teile des Albums sind leer von relevanten Akkorden, mit nur den gruseligen oder Horror-artigen Sounds. Und in dieser finsteren Stimmung excellieren sie nicht – man hat sicher viel gruseligere Musik gehört und ein besser kontrolliertes Crescendo.
Unterdurchschnittlicher Black Metal, ein zu großer Anteil ihrer Vision kommt um die gruseligen Sounds, zu denen der Vocalist fähig ist, in dieser Hinsicht ein voller dissonanter Ansatz, flüsternd oder seine Vocals qulend. Aber die sehr wenigen Akkorde, die durch das Album gehört werden, sind nicht überzeugend und halten die Stücke nicht als kohärente Komposition zusammen.
Fazit: THROAT schaffen mit „Beyond the Devil’s Shroud“ zwar finstere Atmosphäre, scheitern aber an fehlendem musikalischem Substanz – zu viel Geräusch, zu wenig Musik.

