Tracklist
01. Fresh Blood For The 13th Coffin
02. The Bat
03. After Violent Storm
04. Under Devil’s Command
05. Fuck Off!!! (In The Name Of Evil)
06. Burn My Skin To Leather
07. Rape From The Grave
08. Metallic Thunder
09. Brandish The Hammer Of Hell
10. Angeldust (Venom Cover / CDBonustrack)
Besetzung
Lunatic Aggressor – Vocals
Volcanic Slut – Bass
Exterminator – Guitars
Christhunter – Drums
Zwölf Jahre Anlauf
Die deutsche Underground-Formation NUCTEMERON gehört zu jenen Bands, die sich Zeit lassen. Seit rund zwölf Jahren treibt das Quartett sein Unwesen im extremen Metal-Untergrund, veröffentlicht Split-Releases, EPs und kleinere Lebenszeichen, ohne jemals ein vollständiges Album vorzulegen. Mit »Demonic Sceptre« ändert sich das nun endlich.
Das aktuelle Line-up besteht aus Lunatic Aggressor am Mikrofon, Volcanic Slut am Bass, Exterminator an den Gitarren sowie Christhunter hinter dem Schlagzeug. Gemeinsam zelebrieren sie eine Mischung aus rohem Black Metal und klassischem Speed-Metal, die hörbar von den frühen Achtzigern geprägt ist. Viel Dreck, viel Tempo und ein deutlicher Hang zu okkultem Pathos bestimmen die Richtung.
Old School mit spürbarer Venom-DNA
Schon nach wenigen Sekunden wird klar, wohin die Reise geht. Der Opener »Fresh Blood For The 13th Coffin« funktioniert als düsteres Tor zum Album. Nahtlos übergeleitet schlägt die Band mit »The Bat« sofort ein hohes Tempo an. Schrille Gitarrenriffs, rumpelnde Drums und ein heiseres Organ von Lunatic Aggressor erinnern stark an die Frühphase des extremen Metals. Besonders die Einflüsse von Venom oder frühen Speed-Metal-Acts sind kaum zu überhören. Das wirkt bewusst nostalgisch und dürfte genau jene Fans ansprechen, die ihren Metal möglichst unpoliert mögen.
Raserei und dreckiger Groove
Der folgende Song »After Violent Storm« bleibt dem eingeschlagenen Kurs treu. Hier arbeitet die Band stärker mit klassischen Speed-Metal-Riffs, die fast schon rockig wirken, während der Gesang weiterhin aus der dunklen Gruft kommt. Die Produktion ist roh, aber nicht völlig chaotisch. Gitarren und Schlagzeug behalten genug Kontur, um die Songs nachvollziehbar zu halten.
Mit »Under Devil’s Command« wird das Tempo noch einmal angezogen. Christhunter treibt den Song mit einem fast permanenten Galopp nach vorne, während Exterminator seine Riffs eher simpel, dafür effektiv hält. Die Struktur erinnert an alte Proberaum-Aufnahmen aus der Tape-Trading-Ära. Genau dieser Charme scheint hier beabsichtigt.
Provokation als Stilmittel
Spätestens bei »Fuck Off!!! (In The Name Of Evil)« zeigt sich der Hang der Band zur bewusst übertriebenen Provokation. Der Titel sagt im Grunde schon alles. Musikalisch ist der Track einer der direkteren des Albums: kurze Laufzeit, aggressiver Rhythmus und ein Refrain, der sich schnell im Kopf festsetzt.
Auch »Burn My Skin To Leather« bewegt sich auf dieser Linie, wirkt allerdings etwas kontrollierter. Hier tritt der Bass von Volcanic Slut stärker hervor und sorgt für ein leicht punkiges Fundament. Das passt gut zum rauen Gesamtbild des Albums.
Zwischen Gruft und Speed-Attacke
Mit »Rape From The Grave« schlägt die Platte eine düsterere Richtung ein. Das Stück beginnt langsamer, fast schon doomig, bevor sich der Song in eine schnellere Passage steigert. Diese Dynamik gehört zu den interessanteren Momenten der Platte, weil sie zeigt, dass NUCTEMERON mehr können als nur Vollgas.
»Metallic Thunder« hingegen kehrt wieder zur klassischen Speed-Formel zurück. Der Song lebt vor allem von seinem treibenden Rhythmus und einem sehr eingängigen Gitarrenmotiv. Gerade live dürfte dieser Track gut funktionieren.
Der Hammer des Höllenschmieds
Kurz vor Schluss liefert »Brandish The Hammer Of Hell« noch einmal eine Portion rohen Black/Speed Metal. Hier verbinden sich kreischende Gitarren, schnelle Beats und ein bewusst überzeichnetes Höllen-Thema zu einem typischen Genre-Stück. Die Band setzt weniger auf komplexe Arrangements als auf direkte Energie.
Als Bonus findet sich schließlich »Angeldust«, eine Coverversion des VENOM-Klassikers. Die Wahl überrascht nicht, denn die musikalische Verwandtschaft zieht sich durch das gesamte Album. NUCTEMERON interpretieren den Song respektvoll, ohne ihn komplett zu kopieren. Die dreckige Produktion passt hervorragend zum Originalmaterial.
Zwischen Underground-Charme und Wiederholung
»Demonic Sceptre« funktioniert vor allem als Liebeserklärung an die Frühphase des extremen Metals. Die Songs sind simpel aufgebaut, stark riffbasiert und selten länger als nötig. Fans moderner Produktion oder technischer Raffinesse werden hier wenig finden.
Gleichzeitig liegt genau darin der Reiz. Die Platte klingt ehrlich, roh und bewusst altmodisch. Dennoch schleichen sich im Verlauf der zehn Tracks auch gewisse Wiederholungen ein. Einige Songs ähneln sich im Tempo und in der Struktur so stark, dass sie nach mehreren Durchläufen etwas ineinander verschwimmen.
Mit ihrem Debüt liefern NUCTEMERON ein solides Album für Liebhaber klassischer Black- und Speed-Metal-Klänge ab. »Demonic Sceptre« überzeugt durch Energie, authentischen Underground-Spirit und klare Genre-Wurzeln. Wer auf dreckige Gitarren, rumpelnde Drums und VENOM-artige Attitüde steht, dürfte hier fündig werden.
Ganz ohne Schwächen bleibt die Platte jedoch nicht. Mehr Abwechslung im Songwriting hätte dem Album gutgetan. Trotzdem bleibt ein unterhaltsamer, wenn auch nicht überragender Einstand.
Fazit: »Demonic Sceptre« von NUCTEMERON ist ein Album, das die dunkle Seite des Metal zelebriert und eine Band präsentiert, die den Geist des Undergrounds lebendig hält.






