Mystery – From Dusk Till Dawn

Band: Mystery
Titel: From Dusk Till Dawn
Label: Metalapolis Records
VÖ: 2014
Genre: Hard Rock/Heavy Metal
Bewertung: 2,5/5
Written by: Daniel

Sie sollen die jüngste Band sein die je eine Welttournee bestritt, Drummer Kei Bland soll ein Ausnahmetalent an der Trommel sein und Mastermind Rocky Ravic eines der Talente überhaupt im Rockzirkus! Nanu, da schmiert aber jemand mächtig viel Fett auf`s Brot, zumal der Vorgänger – das Debüt 2013 –  hier nicht gerade gut wegkam.
Gehört habe ich es nicht, aber wenn das Label schon davon spricht das sich „Rockys Qualitäten als Songwriter hörbar weiter entwickelt haben“, schwant mir nichts Gutes. Nun habe ich also die „Ehre“ mir diese Wunderband zu Gemüte zu führen, also checken wir einmal die Fakten:
Die Liste der Bands mit denen Mystery sich schon die Bühne teilten ist wirklich beeindruckend, auch wenn das ganze nicht viel zu sagen hat weil es zumindest teilweise nach Pay To Play riecht, alle Achtung: Mötley Crüe, Sweet, Iron Maiden, Manowar, Megadeath… Das Umfeld ist auch nicht verkehrt, denn neben einem Label das fleißig puscht hat mit Stu Marshall (u. a. Death Dealer) eine bekannte und fähige Fachkraft hinter den Reglern gesessen. Wieder ein Häckchen auf der Checkliste, dann kommen wir nun zum letzten und wichtigsten Punkt, der Musik.
Diese setzt sich aus verschiedenen Einflüssen zusammen und wandert manchmal etwas orientierungslos zwischen AC/DC, Twisted Sister, Alice Cooper, Mötley Crüe, Guns N Roses und Bon Jovi. Seichter, eingängiger Hard Rock der ab und an den Heavy Metal streift soll also auf dem Speiseplan stehen, und das wird auch gleich mit dem Opener Dusk Till Dawn bestätigt. Beginnend mit einem klassischen AC/DC – Riff schlägt man ohne Umschweife auf Party Metal der Twisted Sister – Sorte um und garniert das ganze mit einem Slash – Gedächtnis Solo. Nicht schlecht, wenn auch nicht besonders aufregend, aber Spaß macht die Chose auf jeden Fall. Straighter geht es mit Let It Out weiter, ein feines Leckerli mit bissigem Text der Mötley Crüelern sehr munden sollte und auch Time To Let You Go – mit seiner Huldigung an alte Bon Jovi – ist nicht von schlechten Eltern, doch dann geht es bergab.
Wild And Free wirkt unmotiviert und die Alice Cooper Referenz Fight For You lockt bei dem Wetter höchstens die Die Hard Fans des Schock Rockers hinterm Ofen vor. Ganz platt kommt danach Promised Land daher, würde ich dort leben, ich müsste wohl auswandern wenn ich nicht nach dem nächsten Track, Die Another Day, schon vor Langeweile gestorben bin.
The One And Only ist dann neben dem kantigen Falling From Grace auch wirklich fast der einzige Song des restlichen Albums der zu begeistern weiß, der Versuch mit Looking Back eine Radio Hymne zu schreiben scheitert noch genauso an der mangelnden Fähigkeit sich von seinen Idolen kompositorisch loszusagen wie das pseudo – sentimentale Living On The Road. Eine kleine Entschädigung für den Hörer gibt es gegen Toreschluss in Form des netten  Judas Priest Covers I`m A Rocker, das The Choirboys Cover lassen wir aber lieber unter den Tisch fallen.

Am Ende bleibt eine sehr talentierte Band mit der man in der Zukunft ganz sicher rechnen muss. Handwerklich gibt es an From Dusk Till Dawn nichts zu mäkeln, aber das Songwriting schwankt qualitativ noch zu sehr zwischen schon tausendmal gehört und gut geklaut. Ein eigenes Profil sucht man also noch vergebens, aber Fans der oben genannten Bands sollten Mystery trotzdem mal antesten, denn den Genre Durchschnitt erreicht From Dusk Till Dawn immerhin.

Tackliste:

01  Dusk Till Dawn
02  Let It Out
03  Time To Let You Go
04  Wild And Free
05  Fight For You
06  Promised Land
07  Die Another Day
08  The One And Only
09  Looking Back
10  Living On The Road
11  Falling From Grace
12  I`m A Rocker
13  Run To Paradise

Besetzung:

Rocky Ravic – guitar, vocals
Izzy Angel – guitar
Ozzy Koshi – bass
Kei Bland – drums

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