Tracklist
01. Requiem
02. Recollection
03. Reign
04. The Past Tales Part 1
05. The Past Tales Part 2
06. The Mighty Never Fall
07. Renascence
Besetzung
Dale Pountney – Bass
Kai Boyce – Lead Guitar
Stephen Wilkinson – Drums
Kain – Vocals
Joe Clayton – Guitar/Backing Vocals
Natalie Fluess – Keyboards/Violin/Cello/Nyckelharpa/Backing Vocals
MÝVALYĬR treten mit »The Past Tales« tief in die Welt des Melodic-Death-Metal ein und verbinden druckvolle Gitarrenriffs mit orchestralen Elementen. Die Besetzung liest sich wie ein Ensemble klassischer Metal-Architekten: Dale Pountney am Bass, Kai Boyce an der Leadgitarre, Stephen Wilkinson an den Drums, Kain übernimmt die gutturalen Vocals, während Joe Clayton Gitarre und Backing Vocals beisteuert. Abgerundet wird das Line-up durch Natalie Fluess, deren Fähigkeiten an Keyboards, Violine, Cello und Nyckelharpa dem Album eine ungewöhnliche, vielschichtige Klangfarbe verleihen.
Mit sieben Tracks auf rund 50 Minuten Spielzeit liefert die Band ein Werk, das sowohl klassische Metal-Fans als auch Liebhaber orchestraler Arrangements anspricht. Die Produktion setzt auf Klarheit und Transparenz, ohne die rohe Energie der Instrumente zu verlieren.
Einstieg in die Klangwelt
Das Album startet mit »Requiem«, einem atmosphärischen Opener, der sofort die orchestrale Tiefe von Fluess’ Instrumentarium offenbart. Die Violine verschmilzt mit harten Gitarrenriffs zu einer dunklen, beinahe filmischen Erzählung.
»Recollection« knüpft nahtlos an und erweitert das Klangspektrum durch melancholische Keyboard-Linien und stimmungsvolle Streicher-Passagen. Die Leadgitarre von Kai Boyce glänzt hier besonders mit melodischen Soli, die das epische Flair unterstreichen. Trotz komplexer Arrangements bleibt der Song zugänglich und vermittelt eine Geschichte von Rückblicken, Verlust und Erinnerung – passend zum Titel.
Energie und Härte
Mit »Reign« steigert die Band die Intensität. Hier verschmelzen aggressive Riffs mit den orchestralen Elementen zu einem kraftvollen Ganzen. Besonders die rhythmische Interaktion zwischen Bass und Schlagzeug schafft ein Fundament, das Joe Claytons Gitarrenarbeit trägt. Kain wechselt zwischen tiefem Growl und klaren Vocals, was dem Track zusätzliche Dramatik verleiht. Die Produktion erlaubt es jedem Instrument, sich durchzusetzen, ohne das Gesamtbild zu überladen.
Herzstück des Albums
Die beiden »The Past Tales«-Parts bilden das narrative Zentrum des Albums. Teil eins startet mit ruhigen, fast balladesken Passagen, in denen Natalie Fluess’ Nyckelharpa und Cello einen keltisch anmutenden Unterton einbringen. Allmählich steigern sich die Gitarrenriffs und Drums, bis der Track in einem orchestralen Crescendo gipfelt.
Teil zwei knüpft thematisch an, setzt aber stärker auf dramatische Dynamik und komplexe Taktwechsel. Hier zeigt die Band ihre Fähigkeit, progressive Elemente nahtlos in den melodischen Death-Metal zu integrieren. Die Kombination aus epischer Instrumentierung und gutturalem Gesang wirkt wie eine musikalische Zeitreise, bei der Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen. Beide Parts überzeugen durch Durchdachtheit und Spielfreude – sie wirken wie ein Mini-Epos in zwei Akten.
Hymnische Kraft
»The Mighty Never Fall« hebt das Album in puncto Eingängigkeit auf ein neues Level. Der Song ist hymnisch, beinahe stadiontauglich, ohne die metallische Härte zu verlieren. Die Leadgitarre führt eine eingängige Melodie, während Kains Vocals trotz der Growls klare Hooks setzen. Die orchestralen Einlagen bleiben präsent, aber eher im Hintergrund, wodurch der Song direkter und angriffslustiger wirkt. Es ist die perfekte Brücke zwischen epischer Erzählung und Metal-Riffing.
Abschluss mit Weite
Das abschließende »Renascence« schließt den Kreis des Albums. Hier verbinden sich alle Elemente zu einem finalen Statement: melancholische Melodien, epische Gitarrenläufe, orchestral unterlegte Passagen und ein dynamisches Schlagzeugspiel. Der Track lässt Raum für Reflexion und Ausklang, ohne die Energie zu verlieren, die das Album von Beginn an auszeichnet. Es ist ein würdiger Abschluss, der die thematische Reise von »The Past Tales« rund macht.
Zwischen Tradition und Experiment
MÝVALYĬR liefern mit »The Past Tales« ein Album, das sowohl technische Versiertheit als auch emotionale Tiefe zeigt. Die Mischung aus melodischem Death-Metal und orchestraler Instrumentierung ist stimmig, ohne überladen zu wirken. Besonders hervorzuheben ist Natalie Fluess’ Beitrag, der dem Sound eine eigenständige Signatur verleiht.
Die Produktion ist klar und druckvoll, die Songstrukturen abwechslungsreich. Nur wenige Momente könnten, für manchen Hörer etwas zu komplex wirken, doch gerade diese Verschachtelung macht den Reiz für Fans aus, die über oberflächliche Metal-Riffs hinausgehen wollen. Insgesamt erreicht »The Past Tales« eine Bewertung von 4 von 5 Punkten – ein starkes Album, das sowohl Genre-Puristen als auch experimentierfreudige Hörer anspricht.
MÝVALYĬR zeigen, dass Melodic-Death-Metal noch immer Spielraum für neue Klangfarben hat, und setzen ein Ausrufezeichen für künftige Projekte.
Fazit: Insgesamt liefern MÝVALYĬR mit ihrem Debütwerk »The Past Tales« ein beeindruckendes Beispiel für moderne Melodic-Death-Metal, das durch seine erzählerische Kraft und klangliche Vielfalt überzeugt.

