Narnia - X - cover Artwork

Band: NARNIA 🇸🇪
Titel: X
Label: Narnia Songs
VÖ: 29/05/26
Genre: Melodic Metal

Tracklist

01. Like a Thief in the Night
02. Oceanwide
03. Heavens Calling
04. Walk on Water
05. God Under Fire
06. Remedy (SOS)
07. Jerusalem
08. Every Breath
09. The War That Tore the Land (Reprise)
10. The Man from Nazareth Pt. II

 

Besetzung

Christian Liljegren – Lead vocals
CJ Grimmark – Guitars, lead & backing vocals
Jonatan „Jono“ Samuelsson – Bass, lead & backing vocals
Martin Härenstam – Keyboards
Anders Köllerfors – Drums

 

Bewertung:

4/5

Drei Jahrzehnte Melodic Metal mit Haltung

Mit ihrem zehnten Studioalbum »X« feiern die schwedischen Melodic-Metal-Veteranen NARNIA nicht nur ein rundes Jubiläum, sondern auch ihre erstaunliche Konstanz. Seit fast dreißig Jahren bewegt sich die Band zwischen hymnischem Power-Metal, melodischem Hard-Rock und spirituellen Themen, ohne sich jemals dem Zeitgeist anzubiedern. Während viele Genre-Kollegen entweder härter, moderner oder beliebiger geworden sind, bleibt NARNIA ihrer eigenen Linie treu. Genau darin liegt auch die Stärke von »X«.

Die Besetzung rund um Sänger Christian Liljegren und Gitarrist CJ Grimmark wirkt eingespielt, routiniert und dennoch hungrig. Gemeinsam mit Jonatan „Jono“ Samuelsson am Bass, Keyboarder Martin Härenstam und Drummer Anders Köllerfors liefert die Band ein Album ab, das einerseits klassische NARNIA-Tugenden pflegt, andererseits aber erstaunlich frisch klingt. Produziert und gemischt wurde die Platte von CJ Grimmark selbst, das Mastering übernahm Thomas „Plec“ Johansson im Studio Bohus. Klanglich bewegt sich »X« auf hohem Niveau, druckvoll, transparent und angenehm organisch.

Klassische Stärke ohne Nostalgiefalle

Bereits der Opener »Like a Thief in the Night« macht klar, wohin die Reise geht. Druckvolle Riffs treffen auf große Refrains und jene melodische Handschrift, die NARNIA seit den späten Neunzigern auszeichnet. Besonders Christian Liljegren zeigt sich in starker Form. Seine Stimme besitzt noch immer diesen charakteristischen Mix aus Pathos, Wärme und Energie, ohne angestrengt zu wirken.

»Oceanwide« schlägt etwas emotionalere Töne an und punktet mit atmosphärischen Keyboardflächen, während »Heavens Calling« als klassischer Melodic-Metal-Track funktioniert. Hier zeigt sich die Erfahrung der Band besonders deutlich, keine überladene Instrumentierung, keine unnötigen Spielereien, sondern sauber arrangierte Songs mit Fokus auf Melodie und Dynamik.

Auch »Walk on Water« überzeugt mit einem gelungenen Spannungsaufbau. Die Gitarrenarbeit von CJ Grimmark bleibt über das gesamte Album hinweg ein echtes Highlight. Seine Soli wirken nie selbstverliebt, sondern dienen stets dem Song. Genau dadurch behalten die Stücke ihre Eingängigkeit.

Zwischen Spiritualität und gesellschaftlicher Spannung

Thematisch bleibt NARNIA ihrer spirituellen Ausrichtung treu, wirkt dabei jedoch deutlich reflektierter als viele Bands, die ähnliche Inhalte transportieren wollen. »God Under Fire« etwa verbindet hymnische Melodien mit einer dunkleren Grundstimmung und gehört zu den stärksten Momenten der Platte. Der Song besitzt Wucht, Dramatik und einen Refrain, der sich sofort festsetzt.

Mit »Remedy (SOS)« folgt ein Stück, das fast schon radiotaugliche Qualitäten entwickelt, ohne seine metallische Basis zu verlieren. Gerade die Verbindung aus eingängigen Hooks und klassischer Metal-Energie gelingt NARNIA hier besonders gut. Der Song dürfte sich schnell zum Live-Favoriten entwickeln.

»Jerusalem« bringt orientalisch angehauchte Melodien ins Spiel und sorgt damit für Abwechslung innerhalb des Albums. Gleichzeitig bleibt die Band stilistisch geschlossen. Nichts wirkt aufgesetzt oder künstlich modernisiert.

Große Melodien und starke Atmosphäre

Im letzten Drittel der Platte gewinnt »X« noch einmal deutlich an Tiefe. »Every Breath« entwickelt sich langsam, fast episch, bevor die Band den Hörer mit einem kraftvollen Finale abholt. Die Keyboardarbeit von Martin Härenstam verleiht dem Song zusätzliche emotionale Schichten, ohne jemals kitschig zu werden.

Besonders interessant gerät »The War That Tore the Land (Reprise)«. Der Track funktioniert als atmosphärische Brücke zum abschließenden »The Man from Nazareth Pt. II«, das den Albumkreis eindrucksvoll schließt. Hier zeigen NARNIA noch einmal ihre Fähigkeit, melodischen Metal mit cineastischer Größe zu verbinden.

Gerade das Finale macht deutlich, warum die Band auch nach drei Jahrzehnten relevant bleibt. »X« klingt nicht wie eine müde Jubiläumsplatte, sondern wie das Werk einer Formation, die genau weiß, was sie kann. Die Songs besitzen Substanz, Wiedererkennungswert und ausreichend emotionale Tiefe, um langfristig Wirkung zu entfalten.

»X« ist kein revolutionäres Album. Das will es auch gar nicht sein. Stattdessen liefern NARNIA genau das, was ihre Fans seit Jahren schätzen! Melodischen Metal mit starken Refrains, technischer Klasse und ehrlicher Leidenschaft. Die Band klingt fokussiert, spielfreudig und erstaunlich zeitlos.

Natürlich bewegt sich manches innerhalb vertrauter Strukturen, und einige Songs hätten etwas mehr Risiko vertragen können. Doch die Qualität des Songwritings, die starke Produktion und die überzeugende Performance der gesamten Band gleichen das mühelos aus.

Nach dreißig Jahren im Geschäft präsentieren sich NARNIA stabiler denn je. »X« ist ein würdiges Jubiläumsalbum, das die Vergangenheit respektiert und gleichzeitig genug Energie besitzt, um auch in Zukunft relevant zu bleiben.

Fazit: Zum 30. Jubiläum beweist »X« erneut, warum NARNIA zu den bedeutendsten Vertretern des melodischen Metal zählen.

Internet

NARNIA - X - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.