Necrosexual - Road To Rubble - album cover

Band: NECROSEXUAL 🇺🇸
Titel: „Road To Rubble“
Label: Black Metal Archives / Independent
VÖ: 27.02.2026
Genre: Black Thrash / Heavy Metal / Horror Punk

Tracklist

01. High Times In Hell
02. The Brimstone Brothel
03. Kiss The Knife
04. Lubricator
05. Twilight Drifter Intermezzo
06. All Roads Lead To Rubble
07. Damned Romance
08. Nocturnal Ignition
09. Hard Leather Woman

Besetzung

The Necrosexual – Gesang, Bass, Gitarre, Keyboards
Anthony “Vigo” Gabriele – Gitarre
Nick Roskow – Gitarre
Miles Ziskind – Schlagzeug

Bewertung:

3,5/5

Mit „Road To Rubble“ liefern NECROSEXUAL ein Album ab, das sich genüsslich zwischen Black Thrash, klassischem Heavy Metal und einer ordentlichen Portion Horror-Punk-Lackierung bewegt. Schon nach kurzer Zeit wird klar, dass die Band keinen Wert auf sterile Perfektion legt. Stattdessen regiert hier eine dreckige, leicht überzeichnete Energie, die sich eher an verrauchten Clubs, flackernden Leuchtreklamen und nächtlichen Nebenstraßen orientiert als an geschniegelt geschniegelt durchproduzierten Hochglanzveröffentlichungen. Genau darin liegt auch der Reiz dieser Platte.

Riffbetont, bissig und mit klarer Haltung

Bereits „High Times In Hell“ eröffnet das Album mit Nachdruck. Der Song geht direkt nach vorne, setzt auf griffige Riffs und trägt diese rotzige Grundspannung in sich, die sich durch weite Teile der Platte zieht. Auch „The Brimstone Brothel“ funktioniert stark, weil hier die punk betonte Schlagseite noch deutlicher hervortritt. NECROSEXUAL schaffen es dabei, ihre Songs nicht bloß auf Krawall zu reduzieren. Hinter der rupigen Oberfläche steckt ein gutes Gespür für Eingängigkeit, und genau deshalb bleiben Stücke wie „Kiss The Knife“ schnell hängen. Der Sogn hat etwas herrlich Unverschämtes, wirkt überdreht, aber nie albern.

Theatralik als Teil des Konzepts

Ein entscheidender Punkt auf „Road To Rubble“ ist die Art, wie die Band mit Pose und Atmosphäre umgeht. Das Material lebt von diesem bewusst überzeichneten Auftreten, ohne dass es zur reinen Maskerade verkommt. Der Gesang von The Necrosexual bringt genau die richtige Mischung aus Biss, Spott und Ausdruck mit. Er klingt nicht poliert oder durchgestylt, sondern wie jemand, der in diesem Kosmos tatsächlich zu Hause ist. Diese Stimme gibt dem Album Charalkter und sorgt dafür, dass die Songs trotz aller Genrezitate nicht beliebig wirken.

Starke erste Hälfte, etwas weniger Zug zum Ende

Besonders gelungen ist das Album immer dann, wenn Tempo, Hook und Atmosphäre ineinandergreifen. „All Roads Lead To Rubble“ ist dafür ein gutes Beispiel, weil der Song nicht nur eingängig, sondern auch stimmungsvoll aufgebaut ist. Auch „Damned Romance“ besitzt diese angenehm halbseidene Ausstrahlung, die sehr gut zur Gesamtästhetik der Platte passt. In der ersten Hälfte sitzt vieles sehr sicher, weil die Songs kompakt, zupackend und auf den Punkt geschrieben sind.

Im späteren Verlauf verliert das Album allerdings etwas von seiner anfänglichen Schärfe. „Nocturnal Ignition“ und „Hard Leather Woman“ haben zwar durchaus ihren Reiz, wirken im Albumfluss aber nicht ganz so zwingend wie die stärkeren Tracks zuvor. Hier wird der Fokus etwas stärker auf Groove und lässigere Schwerfälligkeit gelegt, was zur Band grundsätzlich passt, dem Gesamtbild aber ein wenig den Schwung nimmt. Die Platte kippt dadurch nicht ab, sie büßt nur etwas von ihrer anfänglichen Schlagkraft ein.

Produktion mit passender Rauheit

Auch produktionstechnisch passt das Bild. „Road To Rubble“ klingt rau, direkt und druckvoll, ohne dabei in formloses Gerumpel abzugleiten. Die Gitarren behalten Kontur, das Schlagzeug hat genug Wucht, und der Gesang sitzt genau dort, wo er sitzen muss. Die Platte wirkt dadurch nicht geschniegelt, aber eben auch nicht unfertig. Dieser Klang steht dem Material gut, weil er die Energie der Songs unterstützt, ohne ihnen die Kanten abzuschleifen.

Unterhaltsam, eigenständig und mit kleineren Längen

Unterm Strich funktioniert „Road To Rubble“ vor allem über Ausstrahlung. NECROSEXUAL erfinden hier das Rad nicht neu, wissen aber ziemlich genau, welchen Ton sie treffen wollen. Das Album hat Persönlichkeit, einen klaren eigenen Rahmen und genügend starke Momente, um nicht bloß als Szene-Spielerei durchzugehen. Die kleinere Schwäche liegt in der zweiten Hälfte, wo nicht mehr jeder Song das gleiche Gewicht entwickelt. Trotzdem bleibt der Gesamteindruck positiv, weil die Band ihr Konzept mit Überzeugung durchzieht.

Fazit:

NECROSEXUAL liefern mit „Road To Rubble“ ein kurzweiliges, charakterstarkes Album ab, das Black Thrash, Heavy Metal und Horror-Punk mit hörbarer Lust an Überzeichnung verbindet und vor allem in seiner starken ersten Hälfte viele Pluspunkte sammelt.

Internet

Necrosexual - Road To Rubble - CD Review

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