Band: Of the Archaengel
Titel: The Extraphysicallia
Label: Sleaszy Rider Records
VÖ: 2011
Genre: Melodic Dark Metal
Bewertung: 3/5
Written by: Robert

Brasilianischer Metal ist ja mittlerweile sehr populär. Nicht ganz unbeteiligt dafür war die Speerspitze Sepultura. Mittlerweile allerdings tummeln sich aus Südamerika zick Bands die auf dem Sprung Richtung Europa sind. Auch bei der Palette der Genre typischen Krawallmacher zeigen sich die Bands aus dem Land des Samba und des Zuckerhut nicht nur von einer facettenreichen Art. Auch spieltechnisch wird immer ein hohes Potential vorgelegt. Alex Rodrigues (voc) wurde bei uns vorstellig und drückte uns das Debüt seiner Truppe Of the Arachaengel in die Hand. Der Name natürlich ist uns unbekannt und auch die bisherige Schaffensphase eher ein weißes Tuch. Anyway das Material auf dem Album „The Extraphysicallia“ ist sehr breit gefächert. Zwischen Nuancen aus dem Death Bereich gesellen sich Allüren aus melancholischer Musikdarbietung. Auch verwurzelte, hauchzartere Gothic Nuancen wurden hinzugemischt. Sehr farbenprächtig, wenn auch komplexer schallendes Material schwallt hier durch die Boxen. Wer also für eine astreine, straighte Richtung agiert, für den bieten die Brasilianer nicht das was man braucht, wer allerdings sich einer breiten Klangfacette hingeben möchte, für den bieten die Ombres genau das Richtige.

Idyllisch, mit härter wirkendem Punk Gitarrenspiel wird uns „Black Raven“ schmackhaft gemacht. Stets wird eine steile Berg und Talfahrt offeriert. Zwischen hauchzarten und härter durchgreifenden Techniken wird reichhaltig Gebrauch gemacht. Man schafft es aber spielend all diese Passagen klanglich gekonnt zu verbinden. Dennoch sieht man sich vor einer sehr komplex präsentierten Spielweise, die mit viel Gefühl und dem Drang an klanglichen Experimenten veredelt wurde.

Sehr hymnisch und mit einer drückenden Bombast Schlagseite als Start wird nun „Water Flows Through The Slimy Walls“ ins Rennen geschickt. Auch bei der Fortsetzung ist man bedacht dieses aufbauende Element stärker im Vordergrund mitlaufen zu lassen. Deutlich angeschwärzter rotiert das Stück aber daher. Streckenweise agiert der Frontmann sehr hasserfüllt und vom melancholischen Gefühl ist gar nichts mehr zu spüren. Vielmehr baut man auf eine wutentbrannte Spielweise bei der man ordentlich auf die Trommelfelle hämmert. Unter Strich gesehen könnte der Track sogar als leichte Abwandlung von vielen Symphonic Black/Death Stücken durchgehen.

Wieder mehr im dunklen, leidenden Soundgewässer ist man mit „Ascending Coils To Lead“ angelangt. Weites gehend versucht man uns hier eine langatmigere, tiefbetrübliche musikalische Darbietung schmackhaft zu machen. Man spielt sich an und ab mal mehr, mal wieder weniger mit komplexen Soundwaben. Somit zerrt man ordentlich hin und her. Auch hier kann man der Truppe eines attestieren man schafft es spielend leicht, all die klanglichen Untermalungen und Ergänzungen zusammenzufügen ohne dabei überladen zu wirken. Einen weiteren, besonderen Faktor besitzt das Stück, man zieht glanzvoll runter. Dunkles Seelenheil das bis in die letzten Spitzen des Körpers vordringt.

Weiterhin bleibt man auch mit „Platino“ im tiefbetrüblichen Gewässer. Man dringt aber hier in weitaus schleppendere Gefilde vor. In diesen bleibt man auch und serviert uns einen Track der einfach so unter die Haut geht das man eine Gänsehaut bekommt. Dieses Schauern ebbt zu keinem Zeitpunkt nach. Mit deutlich ruhigerer, warmherziger vorgetragener Spieltechnik wird dies getan. Somit gibt es an dieser Stelle ein Stück zum Zurücklehnen, Träumen und Genießen.

Ein sehr doomiger Eingang dient im Anschluss bei „Sun Shaped Archangel“ als Eingang. Schwerfällig, teils hymnische Gitarrenlinien der langläufigen Art prägen hier den Beginn des Stücks. Auch beim Fortgang dieser Scheibe erweist man sich als sehr eigenständig, symphonische Abform des Domm. Angereichter wird dies nun noch mit schwarzen Einflüssen und auch hier drückt das symphonische Black/Death Stück gehörig auf den Gehörgang. An und ab wird kräftiger angestimmt, dennoch verlässt man kaum das gestartete Tempolimit.

„With the Dragon’s Hand“ ist im Anschluss wesentlich drückender, klarer durchzogen, aber auch um Nuancen härter. Man legt hier weiterhin eine symphonische Richtung ein, wässert diese als Ergänzung mit einigen Klangspielereien an. Dennoch ist das Stück meiner Meinung nach das wohl eingängigste auf diesem Album.

Bei „The Silence of the Dead Things“ dient ein äußerst bedrohlicher Eingang als Eröffnung. Leichter, idyllisch wirkende Linien unterwandern das Ganze, dienen aber hier als Komplettierung und nicht als Erweiterung. Vom Beginn an rückt man wieder in die runter ziehende Richtung und binnen Sekunden schaffen es die Brasilianer einen amtlich in eine melancholisch Träumerei zu hieven. Aus diesem Griff lassen sie auch nicht aus und das ist auch gut so.

Der Nachleger „Consent to the Devilish Fantasies“ ist da schon von einem ganz anderen Kaliber. Wut und Hass knallt man uns im durchaus drückenden Tempo vor den Bug. Unterwandert wird dies von einer satten, melodischen Synthyuntermalung. Gut aufeinander abgestimmt und mit sachten Keyboardspiel wirkt alles nicht überzogen und man schlittert nicht sofort ins kitschige Eck.

Sehr monumental wurde nun das letzte Stück „Leaving the Inebriant Well“ in Szene gesetzt. Mit einer epischen Spracheinleitung legt man einen guten Start hin. Man kann es schon kaum mehr erwarten was nun kommt und das gestartete Feeling behält man durchs Stück bei. Wie eine musikalische Geschichte der dunklen Art kommt man einem somit der letzte Song vor. Dennoch für ein Outro sind 8:25 Minuten doch zu lange und so kann man den Track durchaus als klangliches Experiment einstufen.

Fazit: Tja wem empfiehlt man nun die Brasilianer. All jenen die auf klangliche Komplexität stehen, sich aber auch mit drückenderen, härteren Bands beschäftigen. Mir persönlich gefällt es wenn sich Bands einen Dreck um irgendwelche Trends scheren und vielmehr eisern ihr Ding durchziehen. So wie es Of the Arachaengel tun und dabei bescheren die Jungs einem einen Silberling der vielschichtig und hochpotentiell schallt. Genuss, aber auch dunkle Träumereien sind drinnen und man wird schlussendlich immer wieder durch härter, durchgreifende Sounds geweckt.

Tracklist:

01. Black Raven
02. Water Flows Through The Slimy Walls
03. Ascending Coils To Lead
04. Platino
05. Sun Shaped Archangel
06. With the Dragon’s Hand
07. The Silence of the Dead Things
08. Consent to the Devilish Fantasies
09. Leaving the Inebriant Well

Besetzung:

Alex Rodrigues (voc)
Kleb Fabianni (guit)
Paulo Moura (guit & synth)
Pedro Alzaga (drums)
Lucas Barone (bass

Internet:

Of the Archaengel Website

Of the Archaengel @ Facebook

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About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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