Band: Orphaned Land 
Titel: All Is One
Label: Century Media Records
VÖ: 2013
Genre: Middle Eastern Folk Metal
Bewertung: 5/5
Written by: Robert

Also das einleitende Wort bei dieser Band und bei diesem Output zu beschreiben ist eine unmögliche Mission. Hier müsste man wohl als E-Zine einen Sound einbauen. Warum? Ganz einfach dass der werte Rezensent hier da sitzt und sich kaum ruhig halten kann, weil er vor laute Nervosität und seiner Gier nach Orphaned Land’s neuestem Silberling in einen Freudentaumel ausgebrochen ist. Meinen Fabel für Band mit orientalischem Sound kann ich kaum verbergen, mag wohl auch an meinem Hauptberuf liegen, bei dem ich immer wieder mit diesen Gegenden zu tun habe. Wohl habe ich mich damals dort infiziert und dieser Virus lässt mich einfach nicht mehr los. Orphaned Land gehören für mich schon über Jahren zu meinen absoluten Favoriten im Metal Bereich schlechthin. Ihre Art der Völkerverständigung ist einfach was Einzigartiges und das hat wohl so in dieser Art und Weise noch nie jemand geschafft. Die arabischen, wie auch die restlichen Kulturen, unter anderem auch die Israelische wurden dermaßen gut miteinander verwoben, sodass man auch im Jahr 2013 von einem Friedenssprecher im Nahen Osten sprechen kann und dieser heißt weiterhin Orphaned Land. Sollten sich wohl mehr Leute aus dieser Gegend anhören, da wäre wohl der Friedensprozess schneller, aber auch mit Unruhen und Krieg Schluss. Die ist wohl ein Wunschgedanke und somit kommen wir zum Album an sich.

Was man sofort hört ist dass man sich immer mehr in die folkloristischen Bereich vorgearbeitet hat. Mir ist schon bewusst dass die Truppe diese Art von Einflüssen schon seit dem Beginn ihrer Karriere immer wieder eingebaut hat, allerdings wurde diese Ingredienz beim neuesten Output sehr stark, sowie auch dominant miteingebaut. Auch der bombastische Beischlag ist deutlich gereifter und vielfältiger eingesetzt worden. Da könnte man sogleich von einer kitschigen Verabschiedung reden, doch wer Orphaned Land kennt, weiß, dass man es hier nicht mit einer zu klinischen, überkitschten Version zu tun hat. Vielmehr unterbreitet die Mannschaft aus dem Nahen Osten, dass man gewillt ist die Einflüsse und die tagtäglich herrschenden Gefühle musikalisch weiterhin zu vertonen, dieses Mal einfach halt melodischer, wie auch streckenweise verspielter. Tut dem Ganzen aber keinen Abbruch, denn auch hier sind die Herrschaften beheimatet und bieten nur das Beste, sodass einem der Giersabber über das Kinn hinunter läuft. Weiters ist auch der monumentale Faktor, welcher bei diesem Machwerk vorherrscht nicht von der Hand zu weisen. Dies steigert den Hörgenuss umso mehr und man bekommt hier ein musikalisches Theater vorgetragen, bei welchem man einfach mitfühlen und träumen kann. Diese Art von Umsetzung ist es einfach mit der man schon über all die Jahre von sich reden machen konnte und das unterstreicht den Faktor doppelt, warum die Metalfans quer über den Erdball auf Orphaned Land stehen. Ganz Egal ob Christen, Muslime oder andere Religionen oder Bevölkerungsgruppen, durch eben diese gezauberte Musik und dem dazugehörigen Charme darf man nun 2013 von der Heavy Metal Friedensbewegung schlechthin sprechen. Orphaned Land sind die Vorreiter und Botschafter in allen Belangen gleichermaßen. Für alle, welche deutlich mehr auf die doomigen, als auch Death lastigeren Vibes gestanden haben, dürfte dies wohl ein Knackpunkt sein. Diese wurden fast gänzlich ad acta gelegt. Kann gut sein, aber auch schlecht dies muss der Fan selbst entscheiden. Persönlich kann ich mit dieser Kurskorrektur gut leben.

Fazit: Orphaned Land bieten mit „All Is One“ das wohl folkloristischste Machwerk, aber auch das theatralisch-bombastischste. Was den Rezensenten anbelangt hat man hier alles richtig gemacht, denn man übertreibt es nicht und zaubert eine Fantasiereise von der man gar nicht zurück kommen will. Leider holt einen aber der Alltag alsbald wieder ein, kleiner Tipp: Türen zu, Dunkelheit schaffen und täglich eine Portion Orphaned Land ins Haus holen und da kann man durchaus von einer Tankstelle der inneren Kraft sprechen.

Tracklist:

01. All Is One
02. The Simple Man
03. Brother
04. Let The Truce Be Known
05. Through Fire And Water
06. Fail
07. Freedom
08. Shama’im
09. Ya Benaye
10. Our Own Messiah
11. Children

Besetzung:

Kobi Farhi (voc)
Uri Zelha (ass)
Yossi Sassi (guit, Bbouzouki, cumbus)
Chen Balbus (guit, keys & programming)
Matan Shmuely (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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