Band: Paradise Lost
Titel: Tragic Idol
Label: Century Media Records
VÖ: 2012
Genre: Gothic Rock/Metal
Bewertung: 4,5/5
Written by: Thorsten Jünemann

Die Engländer veröffentlichten mit einer straighten Routine konstant qualitativ gute Alben, von denen ich bis dato KEINS schlecht nennen kann. Auch nicht die elektro-poppigen Vorstöße a la „One Second“, auf denen man trotzdem die typisch dunklen Merkmale hören konnte. Als sog. Wegbereiter des Gothic Metal erklärten viele die Band zu dem Zeitpunkt bereits „tot“ oder in den berühmt-berüchtigten „Kommerz“-Brunnen gefallen. Live aber immer noch launisch und trotzdem eine Macht, konnten sie in den letzten Jahren aber wieder Boden durch die Releases von „In Requiem“, usw. gewinnen und stellen heuer ihr aktuellen Output vor, und ich kann mich nur wiederholen: Es gibt kein schlechtes Album und es wird wohl auch in Zukunft keins geben… Mit Hilfe des Produzenten Jens Bogren (OPETH, BORKNAGAR) haben es PARADISE LOST wieder einmal geschafft, ein solides Album zu veröffentlichen, welches mit der gewohnten Düsternis der Frühwerke „Gothic“ & „Icon“ und modern wirkendem Doom-Einflüssen sowie der von Anhängern gewünschten Heavyness daherkommt. Mir ist noch nicht ganz klar, wie sie es geschafft haben trotz der bis dato 13 abgelieferten Alben so jung und wütend zu klingen, aber es funktioniert. Gothic Metal vom allerfeinsten werden alle Hörer sagen wenn er/sie/es einen rau singenden Nick Holmes hören und gewiss auch die Meinung vertreten werden, dass dies nach den genannten Meilensteinen der Briten, das so ziemlich beste Album seit langem ist. Der Ausflug Greg Mackintoshs mit VALLENFYRE in Death Bereiche hat sich für PARADISE LOST wohl ausgezahlt, klingt doch das aktuelle Album sehr „rüder“ aber doch weniger kantiger als der Vorgänger und auch weniger schematisch, bzw. nach der bestimmten Formel, wie PARADISE LOST zu klingen hätten. Das Cover des Albums, welches von einem recht bekannten Szenekünstler gefertigt wurde, deutet meiner Meinung nach schon auf eine Mischung aus „gothic-death-doomige“ Stimmung aber was ich soeben hören durfte, verschlug mir die Sprache und mich soll der Teufel holen, wenn das mal nicht ein ganz heißer Anwärter auf den Titel „Album des Jahres“ wird; Und wir haben erst April… „Honesty In Death“ geht schon etwas in Richtung „In Requiem“, passt aber als Auskopplung inkl. Video, welches ähnlich verstörend und trostlos wirkt. Sie bleiben in sich in jedem Fall treu und werden es wohl auch wirklich niemals schaffen, einen „happy song“ („…we´ll never write a happy song…“ G.Mackintosh-Inferno-Interview) zu schreiben. Aber wer will das von PARADISE LOST auch…? Eröffnet wird diese erneute Ansammlung von Tod-, Trauer- und Traurigkeit-Texturen mit dem doomigen „Solitary One, gefolgt von „Crucify“, welches anfänglich eine noch größere Doom-Keule auspackt, sich aber zu einem echten Gothic Metal Monster entwickelt. Nick Holmes singt sich durch die Abgründe des menschlichen Übels ohne zu growlen und hinterlässt dabei wie immer seine gekonnt vertonten Albträume in den Hörgängen der geneigten und ihn verehrenden Hörerschaft. Song Nr.3 (Fear Of Impending Hell) ist auch die vertonte „Angst vor der drohenden Hölle“; finstere Riffs treffen auf fiese Soli und beschreiben musikalisch diese Angst sehr gut. „Theories From Another World“ greift mit Doublebass und PARADISE LOST-artigen Riffs durch und ich muss mich immer wieder fragen, ob das jetzt nun aktuelles oder doch älteres Songmaterial ist, aber die ungekrönten Meister des Gothic Metal beantworten mir diese Frage mit gereifter Gitarrenarbeit und ich liebe jeden akustischen Schlag in die Fresse. Wie immer funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Bass und Drums superb und lobende Worte zu der filigranen Gitarrenarbeit habe ich bereits mehrmals verloren, so dass ich auch zu den folgenden Songs nichts mehr sagen brauche. Meine persönlichen Highlights „To The Darkness“ & „Honesty In Death“ sind „nur“ meine Spezies und sagen überhaupt nichts zu den grundsätzlichen Qualitäten des Outputs aus. „To The Darkness“ wirkt vielleicht in meinen Ohren etwas epischer als die anderen Songs, obwohl mir ja nur die normale Version ohne Bonustracks vorliegt. Der Titeltrack „Tragic Idol“ ist ein straighter und typischer Ohrwurm der schon mehr im metallischen Mid-Tempo Bereich anzusiedeln ist, ohne aber auf die Bandmerkmale zu verzichten. 4,5/5 Punkte sind auf jeden Fall von meiner Seite aus, verdient drin. Meine kleinen Töchter bekamen es etwas mit der Angst zu tun, als ich mir die Scheibe gab denn sie entwickelt ein sehr düsteres Flair, was auch an der sehr finsteren Art des Gesangs liegt. Unbedingt kaufenswert!

Tracklist:

01. Solitary One
02. Crucify
03. Fear Of Impending Hell
04. Honesty In Death
05. Theories From Another World
06. In This We Dwell
07. To The Darkness
08. Tragic Idol
09. Worth Fighting For
10. The Glorious End

Besetzung:

Nick Holmes (voc)
Greg Mackintosh (guit)
Aaron Aedy (guit)
Steve Edmondson (bass)
Adrian Erlandsson (drums)

Internet:

Paradise Lost Website

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