RÄMBOW – Bastardized Rock’n’Roll

RAMBOW – Bastardized Rock n Roll - album cover

Band: RÄMBOW 🇦🇹
Titel: Bastardized Rock’n’Roll
Label: Bleeding Star
VÖ: 09/01/26
Genre: Rock N Roll/Heavy Metal

Tracklist

01. Rock n`Roll Road Rage
02. Raise Some Hell
03. Waster Your Life Away
04. Don`t Say Nothing
05. Ready To Get Hurt Again
06. Mad Dog Boogie
07. Bastard
08. Get Some Cash
09. Insomnia
10. Hellbite

 

Besetzung

Burgi Zerschëllt – Vocals & Bass
Alex Unverbesserlich – Drums
Mario Gidić – Guitar

 

Bewertung:

3,5/5

RÄMBOW sind ein Trio, das Rock’n’Roll nicht als Nostalgie versteht, sondern als Werkzeugkasten für kontrolliertes Chaos. Burgi Zerschällt übernimmt Gesang und Bass, Alex Unverbesserlich sitzt am Schlagzeug, Mario Gidić spielt Gitarre. Das Debütalbum trägt den programmatischen Titel »Bastardized Rock’n’Roll« und bewegt sich irgendwo zwischen klassischem Hard Rock, dreckigem Rock’n’Roll und metallischer Kante. Zehn Songs, kein Schnickschnack, klare Ansage.

Bastardized Rock’n’Roll als Haltung

Schon der Titel sagt treffend, was RÄMBOW vorhaben. Hier geht es nicht um stilistische Reinheit, sondern um Vermischung, Übertreibung und bewusste Grenzüberschreitung. Der Rock’n’Roll ist allein der Ausgangspunkt, von dort aus wird in Richtung Punk, Hard Rock und Metal ausgeschert. Die Produktion ist roh, im Kontrast hierzu nicht schlampig. Alles klingt direkt, trocken und auf Energie getrimmt, als stünde die Band im Proberaum und nicht im Studio.

RÄMBOW setzen auf klassische Trio-Dynamik. Kein zweiter Gitarrist, keine Keyboards, keine Effekthascherei. Bass, Gitarre, Drums und eine Stimme, die lieber kratzt als schmeichelt. Das macht die Platte übersichtlich, zusätzlich sehr geradlinig. Wer Abwechslung über Soundexperimente sucht, wird hier nicht fündig. Wer betont ehrliche Riffs und Songs mit klarer Richtung mag, fühlt sich schnell zu Hause.

Dreck, Groove und Druck

»Rock n`Roll Road Rage« eröffnet das Album mit exakt dem, was der Titel verspricht. Ein schnelles, treibendes Riff, ein simpler Beat und ein Refrain, der sofort hängen bleibt. RÄMBOW setzen hier auf Tempo und Attitüde, weniger auf Feinheiten. Das zieht sich durch große Teile des Albums.

»Raise Some Hell« und »Waster Your Life Away« schlagen in die gleiche Kerbe. Beide Songs leben von Groove und rotzigem Gesang. Besonders Alex Unverbesserlichs Drums sorgen für ordentlich Schub. Die Beats sind simpel, trotzdem effektiv, genau das, was diese Art von Musik braucht.

Spannender wird es, wenn die Band das Tempo variiert. »Ready To Get Hurt Again« bringt mehr Midtempo, mehr Raum für das Zusammenspiel zwischen Bass und Gitarre. Hier zeigt sich, dass RÄMBOW nicht bloß Vollgas können, sondern desgleichen mit Dynamik arbeiten.

Zwischen Boogie und Brechstange

Ein Highlight ist »Mad Dog Boogie«. Der Song klingt, als hätte man MOTÖRHEAD und frühen AC/DC in einen Mixer geworfen. Der Boogie-Groove gibt dem Album eine willkommene Abwechslung und zeigt, dass Rock’n’Roll auch ohne Dauerbeschleunigung funktionieren kann.

»Bastard« ist so etwas wie das inoffizielle Manifest der Platte. Schwerer, aggressiver, mit deutlicher Metal-Schlagseite. Hier dominiert das Riff, der Gesang ist approximativ mehr Gebrüll als klassischer Rock-Shout. Inhaltlich bleibt der Song vage, funktioniert hingegen als Statement: RÄMBOW wollen keine Regeln befolgen, sondern ihren eigenen Hybrid bauen.

»Get Some Cash« und »Insomnia« wirken dagegen angenähert zugänglicher. Gerade »Insomnia« überrascht mit einem einigermaßen melancholischeren Unterton, ohne den Grundcharakter des Albums zu verlassen. Das ist einer der Momente, in denen man merkt, dass die Band mehr könnte, wenn sie wollte.

Texte ohne Umwege

Lyrisch bewegen sich RÄMBOW im klassischen Rock-Terrain. Es geht um Frust, Selbstzerstörung, Durchhalten, Scheitern und Trotz. Keine großen Metaphern, keine komplizierten Bilder. Die Texte sind direkt, manchmal fast plakativ, passen nichtsdestoweniger zur Musik. Besonders bei Songs wie »Hellbite« oder »Don’t Say Nothing« geht es mehr um Stimmung als um konkrete Geschichten.

Das funktioniert, weil der Gesang von Burgi Zerschällt genug Charakter hat. Seine Stimme ist rau, leicht übersteuert, fortwährend an der Grenze zum Schreien. Perfekte Intonation ist hier kein Ziel, sondern Authentizität. Das verleiht den Songs Glaubwürdigkeit, wenngleich man textlich nicht immer in die Tiefe geht.

Stärken und Schwächen

Die größte Stärke von »Bastardized Rock’n’Roll« ist seine Konsequenz. RÄMBOW wissen unmissverständlich, was sie machen wollen, und ziehen das ohne Umwege durch. Die Songs sind kurz, kompakt und verlieren sich nicht in unnötigen Parts. Man merkt, dass hier eine Band spielt, die eher an der Bühne als am Laptop denkt.

Die Schwäche liegt buchstäblich dort, wo die Stärke sitzt. Nach zehn Songs kennt man das Rezept ziemlich gut. Überraschungen sind selten, viele Strukturen ähneln sich. Das Album rauscht in einem Stück durch, ohne echte Brüche. Für manche ist das ein Plus, für andere fehlt unzweideutig hier die Entwicklung.

»Bastardized Rock’n’Roll« ist ein solides, ehrliches Album, das keine falschen Versprechen macht. RÄMBOW liefern dreckigen Rock’n’Roll mit Metal-Kante, ohne Umwege, ohne Ironie, ohne Sicherheitsnetz. Die Platte eignet sich perfekt für laute Autofahrten, Clubabende oder einfach als Soundtrack für schlechte Laune.

Innovativ ist das alles nicht, im Gegensatz hierzu konsequent, energetisch und glaubwürdig. Wer auf MOTÖRHEAD, AC/DC und klassischen Hard Rock steht, wird hier gut bedient. RÄMBOW erfinden das Genre nicht neu, aber sie halten es am Leben, mit Schweiß, Verzerrung und ordentlich Druck.

Fazit: RÄMBOW beweisen, dass »Bastardized Rock’n’Roll« mehr ist als nur ein Begriff – es ist eine Lebenseinstellung.

Internet

RÄMBOW – Bastardized Rock’n’Roll - CD Review

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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