TARLUNG – Axis Mundi

TARLUNG - Axis Mundi - album cover

Band: TARLUNG 🇦🇹
Titel: Axis Mundi
Label: Argonauta Records
VÖ: 30/01/26
Genre: Stoner/Sludge/Doom Metal

Tracklist

01. Static Noise
02. The Valley of Nowhere
03. Burning Out
04. Sea of Drowned Souls
05. Swans
06. Full Circle
07. Between Earth and Moon
08. Axis Mundi

 

Besetzung

Marian Waibl – Drums
Rotten – Guitars
Philipp Seiler – Guitars, Vocals

 

Bewertung:

4/5

TARLUNG ist ein Wiener Trio, das sich irgendwo zwischen Stoner-, Sludge- und Doom-Metal eingerichtet hat, ohne sich auf eine dieser Schubladen festnageln zu lassen. Marian Waibl sitzt am Schlagzeug, Rotten und Philipp Seiler teilen sich die Gitarren, wobei Seiler zusätzlich den Gesang übernimmt. Mit »Axis Mundi« legt die Band nun ein Album vor, das klar im schweren, erdigen Sound verwurzelt ist, aber immer wieder Ausflüge in derbe und atmosphärische Gefilde wagt.

Schwere Riffs, weiter Horizont

Schon der Opener »Static Noise« macht deutlich, wohin die Reise geht: verzerrte Gitarren, die eher walzen als sägen, ein Schlagzeug, das stoisch und druckvoll voranschiebt, dazu ein Bassfundament, das alles zusammenhält. TARLUNG setzen nicht auf Geschwindigkeit oder technische Spielereien, sondern auf Gewicht, Groove und Wiederholung. Die Riffs wirken wie große Blöcke, die langsam in Bewegung geraten und angrenzend eine hypnotische Wirkung entfalten.

Was dabei auffällt: Trotz der offensichtlichen Nähe zu klassischen Stoner- und Doom-Elementen klingt »Axis Mundi« nie wie eine reine Retro-Übung. Die Produktion ist modern, klar und lässt jedem Instrument genug Raum. Vor allem die Gitarrenarbeit lebt von kleinen Variationen innerhalb der Wiederholung, was verhindert, dass die Songs in bloßer Monotonie versinken.

Atmosphäre statt Aggression

Mit »The Valley of Nowhere« und »Burning Out« wird der atmosphärische Ansatz weiter ausgebaut. TARLUNG setzen hier stärker auf Dynamik und Spannungsbögen. Die Songs entwickeln sich langsam, bauen Schichten auf und lassen sich Zeit, bevor sie ihre volle Wucht entfalten. Besonders »Burning Out« überzeugt durch einen knapp melancholischen Grundton, der dem sonst eher massiven Sound eine emotionale Tiefe verleiht.

Der Gesang von Philipp Seiler bleibt anliegend bewusst im Hintergrund. Er wirkt weniger wie ein klassischer Frontmann, sondern eher wie ein weiteres Instrument im Gesamtbild. Die Vocals sind rau, leicht verhallt und oft eher flächig als dominant. Das passt gut zur Musik, die mehr auf Stimmung als auf klare Hooks setzt.

Doom mit cineastischer Note

Spätestens mit »Sea of Drowned Souls« wird klar, dass TARLUNG ein Faible für große, beinahe cineastische Momente haben. Der Song zieht sich in epischer Länge dahin, mit schleppenden Rhythmen und düsteren Harmonien, die an klassische Doom-Bands erinnern, ohne deren Pathos zu kopieren. Hier funktioniert die Band besonders gut im Zusammenspiel: Das Schlagzeug bleibt reduziert, während die Gitarren weite Klangflächen aufziehen.

»Swans« wirkt danach angenähert wie ein kurzer Ruhepol. Der Track ist vergleichsweise kompakt und lebt von einer leicht psychedelischen Grundstimmung. Die Gitarren klingen offener, approximativ träumerisch, bevor »Full Circle« abermals mehr Druck aufbaut und die schweren Riffs in den Vordergrund rückt.

Zwischen Erde und Kosmos

Mit »Between Earth and Moon« und dem Titeltrack »Axis Mundi« geht das Album in seine letzte Phase, die zugleich seine stärkste ist. Hier verbinden TARLUNG ihre bisherigen Elemente am schlüssigsten: schwere Riffs, langsame Tempi, viel Atmosphäre und ein klarer Sinn für Dramaturgie. Besonders der Abschlusstrack wirkt wie ein musikalisches Statement. Der Begriff »Axis Mundi«, also die Weltenachse, passt erstaunlich gut zu dem, was die Band hier klanglich entwirft: Musik als Verbindung zwischen Bodenständigkeit und transzendenter Weite.

Der Song steigert sich langsam, fast unmerklich, bis er in einem wuchtigen Finale endet. Kein großes Feuerwerk, sondern ein kontrollierter, massiver Abgang, der das Album rund abschließt.

»Axis Mundi« ist kein Album für den schnellen Kick. TARLUNG setzen auf Geduld, Wiederholung und Atmosphäre. Wer komplexe Songstrukturen oder permanente Tempowechsel sucht, wird hier eher nicht fündig. Wer hingegen schwere, erdige Riffs mag und sich gerne in langsame Klanglandschaften fallen lässt, bekommt ein sehr stimmiges Gesamtwerk.

Die Band zeigt ein gutes Gespür für Dynamik und Spannungsaufbau, ohne sich in technischen Details zu verlieren. Besonders stark ist das Album fortwährend dann, wenn TARLUNG Raum lassen, statt alles mit Sound zuzukleistern. Die Produktion unterstützt diesen Ansatz, indem sie Klarheit schafft, ohne die Rohheit zu glätten.

Unterm Strich ist »Axis Mundi« ein überzeugendes Stoner/Sludge/Doom-Album, das vor allem über Atmosphäre und Geschlossenheit punktet. Kein revolutionäres Genre-Statement, im Kontrast hierzu ein leidenschaftlich solides, eigenständiges Werk, das Lust auf mehr macht.

Fazit: »Axis Mundi« von TARLUNG ist ein Album, das die Essenz des Sludge- und Doom-Metal-Genres einfängt und gleichzeitig eigene Akzente setzt.

Internet

TARLUNG - Axis Mundi - CD Review

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

Related Articles

- Advertisement -spot_img

Latest Articles