Band: Rough Silk
Titel: A New Beginning
Label: Dockyard1
VÖ: 2009
Genre: Melodic Power Metal
Bewertung: 3,5/5
Written by: Robert

Rough Silk – A New BeginningMein erster Kontakt mit der Truppe Rough Silk war anno 98 durch ein Wacken Video wo man mich ordentlich überzeugen konnte. Nach dem zulegen ihres Samplers „Wheels of Time“ wurde ich immer mehr in den Bann der Truppe und ihrem Material gezogen. Leider vermeldete man nach erscheinen von „Symphony of Life“ das aussteigen von Sänger Thomas Ludolphy und ich konnte mir eine Weiterführung kaum vorstellen. Dennoch hat sich Bandbegründer Ferdy Dörnberg (voc, keys & guit) noch mal aufgerafft und zusammen mit Mike Mandel (guit), Andre Hort (bass) und Alex Wenn (drums) „A New Beginning“ eingespielt. Treffender könnte man ein Album nicht beschreiben wie es Rough Silk mit dem neuesten Output getan haben. Deutlich Power Metal lastiger gibt sich die Truppe Anno 2009 und einige parallelen zu alten Squealer Alben sind auszumachen, was vor allem am Gesang von Ferdy liegt, der hier reinröhrt wie ein kleiner Zögling von Udo Dirkschneider.

Sehr orientalisch läutet man das Machwerk zu Beginn von „Temple Of Evil“ ein. Im Anschluss bekommt der geneigte Zuhörer eine recht stampfende Nummer mit vielen Chorlasigten Feinheiten. Vor allem der Gesang von Herrn Dörnberg ist nicht schlecht, wusste gar nicht das er ein so ausgezeichnetes Multitalent ist. Zwar erinnert hier nicht wirklich etwas an die alten Gassenhauer dieser Truppe, doch der Titel der Scheibe sagt ja aus das es sich hier um einen Neuanfang handelt und der ist ausgezeichnet gelungen. Sicher einige alte Element sind schon vorhanden doch muss man schon genauer nachforschen um diese zu entdecken. Eine richtige röhrende Weiterführung findet nun mit „Home Is Where The Pain Is“ statt. Eine sehr raue und räudige Nummer mit viel Pfiff. Dreckiger Gitarrensound, der aber eher im rockenden Bereich angesiedelt ist wird von einer sehr rauen Gesangslinie begleitet. „Reborn To Wait“ knallt nun wieder deutlich flotter und mehr im Power Metal Soundgewand daher. Zwar steigert man das Tempo nur nach und nach, dennoch wirkt der Track sehr düster was auch am röhrenden Gesang und einigen Growls liegt. Passt dem Neuanfang von Rough Silk gar nicht schlecht. Im Mittelteil gibt es einen etwas längeren Zwischenstopp, wo man sich ordentlich austobt und alles von Solobeiträgen an der Gitarre und Keyboard bis hin zu einigen progressiven Soundelementen vom Stapel lässt. Wie ein Donnerschlag und sehr doomig wird nun „The Roll Of The Dice“ eingeläutet. Diese stampfende, doomige Ausrichtung wird auch weiterhin verfolgt. Hier bläst einem eine gehörige eisige Brise um die Ohren und nach etwa einer Minute zieht man die Notbremse und steuert sehr sanftmütige Gefilde an. Dennoch hier wird immer wieder von den beiden beschriebenen Richtungen gleichermaßen Anwendung gefunden und zeigt sich hier sehr farbenbunt. Eine richtige Hymne ist der deutschen Truppe hier gelungen die nichts übrig lässt. Mit einem bretternden Gitarrenriff und dem anschließenden rockigen Soundgewand wird nun „When The Circus Is Coming To Town“ eröffnet. Deutlich flotter geht man hier zu Werke und hat eine recht witzige Rocknummer auf den Rundling gestanzt. Ordentlich wird das Haus bei diesem Track gerockt und die Nummer verleitet zum Abtanzen, deshalb entwickelt sich dieser Song immer mehr zum Partyrockhit beim mehrmaligen durchhören. Mit Glockenschlägen und Wolfsgeheul, als auch viel Western Flair wartet man nun „Sierra Madre“. Beim durchlesen der Trackliste hatte ich zwar einen Schock weil ich schon dachte die Jungs würden doch nicht den Frevel begangen haben und diesen dämlichen Bierzeltblödsinn metallisch vertont haben. Doch wurden meine Ängste nicht bestätigt, eher handelt es sich hier um ein recht langwieriges Power Metal Stück, denn erst nach etwa 2 Minuten ballert man wieder flott daher. Dafür liefert man ab diesem Zeitpunkt ein Power Metal Duell par Excellence. Selbiger Fan wird hier seine Rübe schütteln und ordentlich abgehen soviel bin ich mir sicher. Doch ganz auf die Western Element haben die Burschen nicht verzichten und lassen diese auch an und ab wieder als kurzen Zwischenstopp erklingen. Sehr interessante Nummer mit vielen Soundspielereien die man bestens zusammengepasst hat. Das gleichnamige Titelstück „A New Beginning“ ist nun eine etwas modernere Variante des Power Metal mit etlichen dunklen Soundelementen und auch viele groovige Rhythmen blicken hier verstärkt durch. Vor allem der öfters einsetzende, anklagende Brüllgesang von Ferdy wühlt ordentlich auf und klingt sehr streitsüchtig. Als etwas längeren Break hat man einen sehr doomige Mittelpart eingebaut der das Ganze etwas aufwertet. Sehr doomig ist nun auch der Beginn von „Warpaint“ ausgefallen. Ein recht erdiges Gitarrenriffgewitter hagelt hier auf den Zuhörer hernieder. Doch das Tempo wird deutlich gesteigert auch wenn man eher im Midtempobereich weiterhin verharrt. Die Midtempogefilde steuert man auch bei „Black Leather“ an. Dennoch wirkt der Track etwas knackiger und freudiger, was auch an vielen Chorarrangements und melodischen Solis liegt. Einen gewissen Hymnencharakter hat man dieser Nummer drauf gedrückt. Irgendwie erinnert mich das Stück an eine Weiterführung des Running Wild Gassenhauers „Chains and Leather“. Recht witzig und wie eine Sauf und Raufboldnummer ist nun „We’ve Got A File On You“. Etliche punkige Soundfetzen wurden hier mit Rock und Metal vermengt und hier kann man kurzzeitige ordentlich abtanzen und seine Haare wild durch die Luft wirbeln lassen. Eine Überleitung in den traditionelleren Bereich findet nun mit „Deadline“ statt wo man wieder auf gewohntem Weg zurück kehrt. Nach dem flotteren Vorgängerstück gibt es nun wieder etwas mehr für die rockige Seele. Die Nummer nennt sich „We All Need Something To Hold On In This Life“ und driftet unvermindert in die sanfte Ecke. Auch im balladesken Bereich kann man gut überzeugen und vor allem auch die Stimme von Herrn Dörnberg macht zu den Klängen eine gute Figur auch wenn sie dadurch dem Stück einen Blues Rock Anstrich verpasst. Abschließend gibt es noch „A Song For Hilmer“, welches mit einem tollen klassischen Klavierintermezzo eröffnet wird. Zum Ende hin hat man noch einen sehr monumentalen Song gepackt, der ein weiteres Mal mit weniger Geschwindigkeit auskommt. Zwar wäre mir eine flotte Beendigung lieber gewesen, doch auch diese verträumte Nummer hat einiges in sich und verlangt nach einer Fortsetzung.

Fazit: Sicher einen Thomas Ludolphy bzw. einen Jarn Barnett wird man vermissen, doch auch die Stimme von Ferdy Dörnberg hat einen gewissen Anreiz. Doch alte Rough Silk Fans werden nicht enttäuscht sein, auch wenn man sich deutlicher vom alten Material entfernt hat. Dennoch wer auf eine gute Power Metal Mischung mit Melodic, Symphonic als auch einigen progressiven Elementen steht, der sollte sich mal dieses Album zu Gemüte führen.

Tracklist:

01. Temple Of Evil 4:57
02. Home Is Where The Pain Is 3:54
03. Reborn To Wait 4:17
04. The Roll Of The Dice 6:32
05. When The Circus Is Coming To Town 3:25
06. Sierra Madre 6:33
07. A New Beginning 5:15
08. Warpaint 3:50
09. Black Leather 4:05
10. We’ve Got A File On You 2:35
11. Deadline 3:40
12. We All Need Something To Hold On In This Life 5:17
13. A Song For Hilmer 7:15

Besetzung:

Ferdy Doernberg (voc, keys & guit)
Mike Mandel (guit)
Andre Hort (bass)
Alex Wenn (drums)

Internet:

Rough Silk Website

Rough Silk @ MySpace

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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