Rusty Pacemaker – Blackness And White Light

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Band: Rusty Pacemaker
Titel: Blackness And White Light
Label: Solanum Records
VÖ: 2011
Genre: Alternative
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Solo Projekte sind ja immer wieder so eine egozentrische Sache richtig? Nun ja da steckt schon ein Funken Wahrheit dahinter. Im Falle von Rusty Pacemaker kann man aber getrost über das hinwegsehen. Der Musiker der hierbei alle Fäden in den Händen hält liefert mit „Blackness And White Light“ dermaßen hohe Qualität das man wirklich glauben könnte es handle sich doch tatsächlich um eine zusammen agierende Kapelle. Mit Melancholic Rock wird das One Man Projekt von vielen Szenekollegen betitelt und da muss ich den werten Herrschaften absolut recht geben. Teils schwermütig wird hier quer durch die Bank musiziert, ohne aber dabei nicht darauf zu vergessen auch lichtere Strukturen durchblicken zu lassen. Seit 2003 arbeitet der Landsmann nun am Material und das was selbiger auf dem ersten Silberling vorzuweisen hat ist absolut top produzierte Gemütsmusik der etwas melancholischeren Art. Wer somit mal was fürs Gemüt braucht, dem kann man Rusty Pacemaker wärmstens empfehlen.

Beschauliches Gezwitscher und Bachrauschen schafft zu Beginn von „Cell“ eine gute Stimmung. Nach dem Türknallen offeriert uns der Mastermind eine sanfte, wenn auch teilweise sehr melancholisch – traurige Rockrunde. Die Verstrebungen werden auch mit einigen Bluesigen Knalleffekten verstärkt und das dadurch entstandene Flair hört sich sehr gut an. Man kann sich getrost zurück lehnen und sich vollends den Fantasieträumen hingeben.

Erdiger, aber auch kerniger wird nun bei „You Never Had“ weiter gemacht. Durch die Bank befördert man uns nach dem Vorreiter etwas mehr in die ruppigere Richtung. Obwohl man einige sanfte Stopps einlegt wird man kurzerhand wieder deutlich kräftiger wach gerüttelt.

Blues Rock steht zu Beginn von „My Way“ ganz klar im Vordergrund. Nach der doch flotteren Vorgängernummer wird erst einmal wieder das beschauliche Eck aufgesucht und Mister Pacemakerverwöhnt uns mit einer sanftmütigen Spielweise. Zwar wird auch bei dieser Nummer etwas mehr die melancholische Richtung eingeschlagen, wohlgemerkt offeriert er uns das Ganze dieses Mal weit nicht so schwermütig, sondern mit einer ausgewogenen Spieltechnik die zu gefallen weiß.

Etwas klassischer im Rockbereich angesiedelt dröhnt nun „Amok“ aus den Boxen. Der sehr bedrohliche Eingang ist eine Wucht. Die immer wieder sehr knalligen Unterbrechungen werden stet und zeitgerecht eingesetzt um nicht zu sehr im sanftmütigen Eck abzudriften. Besonders gelungen ist meiner Meinung nach die Idee des Einsatzes von Duettvocals (männlich / weiblich) das erweitert das Stück maßgeblich.

Deutlich ruhiger und um Ecken balladesker, wenn auch mit leichtem bedrohlichen Beiklang wird nun „Waiting For Tomorrow“ eingeläutet. Das sehr romantische Spiel klingt ja fast schon wie für Kuschelkatzen. Dennoch muss man sagen wirkt der Song im gesamten gesehen viel zu traurig als das man es als Love Song abstempeln könnte. Sicherlich sind einige Parallelen ins Balladeneck auszumachen, dennoch wird uns eine ausgewogene Mischung präsentiert die aufhorchen lässt.

Mit einem starken Gongschlag, gefolgt von 80er Rockgitarrenspiel der flotteren Art läutet nun „The Human Race“ ein. Der große melodische Beistand der dem Stück zugutekommt erweitert den Track ungemein. Auch die flotte Spielweise sollte man nicht außeracht lassen, denn das geht gut ins Gehör. Immer wieder werden kurze Halte im beschaulichen Eck eingelegt, doch schon geht das Ganze wieder flotter weiter. Gutes Wechselbad der Gefühle, wo aber doch eher die durchgreifende Technik das Sagen hat.

Sehr hymnisch im eiskalten Spiel, mit einer sehr schwerfälligen Rhythmusanordnung geht es nun zu Beginn von „My Last Goodbye“ weiter. Dieser Start zieht ordentlich runter, dennoch nur um ein gewisses Maß. Dem Ganzen kommt eine leicht nordische, aber auch das gewisse Quantum an doomigeren Musikeinflüssen zu gute. Tolle Melange mit einer ausgewogenen Spieltechnikauswahl die man gekonnt zusammenführt.

„Blackness And White Light“ wird erneut mit einem Klangintro (Gewittersound) zum Anlaufen gebracht. Nachhaltig schlägt man aber einen Weg fort der bis in die letzte Ecke der Seele vordringt. Tiefbetrübliche Soundstruktur herrscht hier vor und das zieht ordentlich runter. Einmal mehr also schwermütige Gemütsmusik für verträumtere Seelen.

Klassisches Orgelspiel, gefolgt von einer durchgreifenden Rhythmik steht nun bei „Revolution“ zur Verfügung um uns aus dem tiefbetrüblichen Eck herauszureißen. Das gelingt dem Jungen mit seinen pfiffigen Ansätzen die teilweise etwas NWOBHM lastig ausgefallen sind spielend. Das Stück besticht mit einer breiten, facettenreichen Aneinanderreihung von Klangmustern die man gelungen zusammenführt. Das teilweise hymnisch verwendete Soundmuster ist eine superbe Draufgabe bei diesem Song.

„Mother“ ist meiner Meinung nach das progressivste Stück auf diesem Album. Auch bietet der Song durch seine 10 minütige Spielzeit reichlich Platz für viele Ansätze und Erweiterungen die der Musiker nicht ungenützt verstreichen lässt. Weites gehend im doch ruhenden Eck angesiedelt bietet man eine gemütliche Richtung und dennoch bekommen wir auch wieder deutlich durchgreifende Soundansätze fürs Gehör die dem Ganzen und vor allem durch die bunt gemischte Soundverfärbung einen etwas monumentaleren Touch verleihen.

Fazit: Wer sich eine professionelle, technisch hochwertige Melancholic Runde geben will dem kann man dieses Meisterwerk wärmstens empfehlen. Die ausgereiften Stücke unterstreichen das Können des Musikers und sein Ideenreichtum schein kein Ende zu nehmen. Da kann man nur auf eine Fortsetzung gespannt sein.

Tracklist:

01. Cell
02. You Never Had
03. My Way
04. Amok
05. Waiting For Tomorrow
06. The Human Race
07. My Last Goodbye
08. Blackness And White Light
09. Revolution
10. Mother

Besetzung:

Rusty Pacemaker (voc, guit, bass & keys)

Internet:

Rusty Pacemaker Website

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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