RUTHLESS - Curse Of The Beast - album artwork

Band: RUTHLESS 🇺🇸
Titel: Curse Of The Beast
Label: Fireflash Record
VÖ: 17/07/26
Genre: Heavy/Power Metal

Tracklist

01. The Blood Moon
02. Curse Of The Beast
03. Raging Violence
04. Berserker
05. Suffocating Fear
06. Blood Coalition
07. Sign Of The Cross
08. Prophecy Of Chaos
09. Killed By Fate
10. On Sands Of Hell
11. Hallowed Ground
12. Metal Gods

 

Besetzung

Sammy DeJohn – Vocals
Glen Paul – Guitar
David Servantez – Guitar
Sandy K. Vasquez – Bass
Joseph Aghassi – Drums

 

Bewertung:

3,5/5

Seit mehr als vier Jahrzehnten stehen RUTHLESS für kompromisslosen, traditionellen Heavy-Metal. Die US-amerikanische Band um Frontmann Sammy DeJohn hat sich nie von Trends oder kurzfristigen Strömungen beeinflussen lassen. Bereits mit der EP Metal »Without Mercy« (1984) und dem Debüt »Discipline Of Steel« (1986) legten sie den Grundstein für ihren Ruf innerhalb der Underground-Szene. Spätere Veröffentlichungen wie »They Rise, Evil Within« und zuletzt »The Fallen« bestätigten ihren Kurs zwischen klassischem US Heavy-Metal und europäisch geprägtem Power-Metal. Nach der erfolgreichen Europatour mit JAG PANZER legen RUTHLESS nun mit »Curse Of The Beast« ihr nächstes Studioalbum vor.

Die Besetzung besteht aus Sammy DeJohn (Gesang), Glen Paul und David Servantez (Gitarren), Sandy K. Vasquez (Bass) sowie Joseph Aghassi (Schlagzeug). Gemeinsam liefern sie zwölf Songs, die unverkennbar den Geist der Achtziger atmen, dabei aber dennoch modern produziert wurden.

Klassischer Metal ohne Experimente

Schon der instrumentale Opener »The Blood Moon« erzeugt eine düstere Atmosphäre, bevor der Titelsong »Curse Of The Beast« mit markanten Riffs und druckvollem Tempo übernimmt. Schnell wird deutlich, dass RUTHLESS keine stilistischen Überraschungen plant. Stattdessen konzentriert sich die Band auf das, was sie seit Jahrzehnten beherrscht. Klassische Heavy-Metal-Kompositionen mit eingängigen Refrains, zweistimmigen Gitarren und kraftvollen Gesangslinien.

Sammy DeJohn überzeugt erneut mit seiner markanten Stimme. Sein Gesang bewegt sich zwischen rauer Aggressivität und melodischer Klarheit, ohne jemals übertrieben zu wirken. Gerade in den höheren Tonlagen erinnert sein Vortrag stellenweise an die großen US-Metal-Sänger vergangener Jahrzehnte.

Gitarrenarbeit als größte Stärke

Die Gitarren von Glen Paul und David Servantez bilden das Herzstück des Albums. Songs wie »Raging Violence« oder »Berserker« leben von harmonischen Leadgitarren und klassischen Twin-Guitar-Melodien, die unverkennbar an JUDAS PRIEST oder ACCEPT erinnern.

Auch rhythmisch arbeitet das Duo präzise. Druckvolle Riffs treffen auf melodische Soli, die technisch sauber gespielt werden, ohne sich in virtuosen Spielereien zu verlieren. Genau diese Bodenständigkeit macht einen großen Teil des Charmes von »Curse Of The Beast« aus.

Bass und Schlagzeug bilden dazu ein solides Fundament. Joseph Aghassi sorgt mit seinem druckvollen Drumming für das nötige Tempo, während Sandy K. Vasquez den Songs genügend Tiefe verleiht.

Zwischen Härte und Melodie

Im Mittelteil entfaltet das Album seine größte Stärke. »Suffocating Fear« verbindet schwere Riffs mit einer düsteren Atmosphäre, während »Blood Coalition« deutlich aggressiver ausfällt. Besonders gelungen wirkt »Sign Of The Cross«, das mit seinem hymnischen Refrain schnell im Gedächtnis bleibt.

Mit »Prophecy Of Chaos« folgt einer der dynamischsten Titel der Platte. Tempowechsel, starke Gitarrenharmonien und ein überzeugender Refrain machen den Song zu einem der Höhepunkte des Albums.

Auch »Killed By Fate« und »On Sands Of Hell« liefern klassischen US Heavy-Metal, ohne dabei den roten Faden des Albums zu verlassen. Die Stücke sind handwerklich überzeugend, unterscheiden sich jedoch teilweise nur wenig voneinander.

Viel Tradition, wenig Überraschung

Genau hier liegt auch die größte Schwäche von »Curse Of The Beast«. RUTHLESS beherrschen ihren Stil zweifellos perfekt, verlassen dabei aber kaum ihre gewohnten Pfade. Wer bereits die vergangenen Veröffentlichungen kennt, wird viele bekannte Elemente wiederfinden.

Die Songs bewegen sich oft in ähnlichen Tempi und Strukturen. Dadurch schleichen sich im letzten Drittel kleinere Längen ein. Obwohl »Hallowed Ground« nochmals starke Melodien bietet, fehlt stellenweise der eine Song, der sich dauerhaft von den übrigen absetzt.

Den Abschluss bildet eine kraftvolle Version von »Metal Gods«, die als Verneigung vor den Wurzeln des Heavy-Metal hervorragend zum Gesamtkonzept passt und den traditionellen Charakter des Albums noch einmal unterstreicht.

Produktion mit klassischem Charakter

Die Produktion setzt bewusst auf Natürlichkeit, statt auf übertriebene Kompression. Die Gitarren besitzen ausreichend Druck, ohne steril zu wirken, der Gesang steht angenehm im Vordergrund und das Schlagzeug klingt organisch. Gerade Fans klassischer Metalproduktionen dürften diese ausgewogene Mischung zu schätzen wissen. Das Album wirkt dadurch authentisch und verzichtet auf moderne Studioeffekte, die nicht zum Stil der Band passen würden.

Mit »Curse Of The Beast« liefern RUTHLESS genau das Album ab, das man von einer Band mit ihrer Geschichte erwarten darf. Klassischer Heavy-Metal, eingängige Riffs, starke Gitarrenharmonien und ein erfahrener Sänger bilden das Fundament einer Veröffentlichung, die sich klar an Fans traditioneller Metal-Klänge richtet.

Zwar fehlen echte Überraschungen und einige Songs ähneln sich stärker als nötig, doch das hohe spielerische Niveau und die ehrliche Leidenschaft machen diese Schwächen weitgehend wett. Wer Bands wie JUDAS PRIEST, ACCEPT, JAG PANZER oder die frühen BLACK SABBATH schätzt, wird an diesem Album durchaus Gefallen finden.

RUTHLESS beweisen erneut, dass Beständigkeit nicht zwangsläufig Stillstand bedeutet. »Curse Of The Beast« ist kein revolutionäres Werk, sondern eine solide, traditionsbewusste Heavy-Metal-Platte, die genau weiß, welche Zielgruppe sie anspricht.

Fazit: »Curse Of The Beast« ist eine würdige Ergänzung im Schaffen von RUTHLESS.

Internet

RUTHLESS - Curse Of The Beast - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.