Tracklist
01. A New Nation
02. Blind Prophet
03. Break These Chains
04. Creating My Own Chaos
05. The Crawlers
06. Illusion Of Justice
07. Fallen Monuments
08. I Am Nothing
09. World In Flames
Besetzung
Markus Suomela – guitar
Roni Vallin – drums
Tapani Rantanen – vocals, bass
Valtteri Nieminen – keys
Aki Saastamoinen – guitar, vocals
Finnischer Melodic-Death-Metal mit epischem Anspruch
Die finnische Band SIGYN wurde bereits 2008 in Helsinki gegründet und bewegt sich stilistisch im Bereich des sogenannten Epic Melodeath. Das Quintett besteht aus Markus Suomela (Gitarre), Aki Saastamoinen (Gitarre, Gesang), Tapani Rantanen (Gesang, Bass), Valtteri Nieminen (Keyboards) und Roni Vallin (Schlagzeug). Auf ihrem aktuellen Album »From Nation to Chaos« verbindet die Formation kraftvolle Riffs, eingängige Melodien und eine deutliche Portion Atmosphäre. Die Einflüsse reichen von der finnischen Melodic-Death-Metal-Schule der frühen 2000er Jahre bis hin zu symphonischen und extremen Metal-Spielarten.
Mit Bands wie CHILDREN OF BODOM, WINTERSUN oder ARCH ENEMY als offensichtlichen Bezugspunkten verfolgen SIGYN einen Ansatz, der Tradition und Moderne miteinander vereinen soll. Das Ergebnis ist ein Album, das seine Stärken vor allem in melodischen Momenten und einer gelungenen Produktion ausspielt.
Ein kraftvoller Auftakt
Bereits der Opener »A New Nation« macht deutlich, wohin die Reise geht. Treibende Gitarrenläufe treffen auf hymnische Melodien und einen druckvollen Rhythmus. Der Song baut eine epische Stimmung auf und dient als passende Einleitung für das gesamte Werk. Dabei setzt die Band auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Härte und Eingängigkeit.
»Blind Prophet« knüpft nahtlos daran an und überzeugt durch sein hohes Tempo. Besonders die Gitarrenharmonien erinnern an klassische finnische Melodic-Death-Metal-Veröffentlichungen. Die Soli sind technisch sauber gespielt und verleihen dem Stück zusätzliche Dynamik.
Mit »Break These Chains« folgt einer der eingängigsten Titel des Albums. Der Refrain bleibt schnell im Gedächtnis, während die Instrumentierung ausreichend Druck entwickelt, um die nötige Härte beizubehalten. Hier zeigt sich die Fähigkeit der Band, Melodie und Aggression sinnvoll miteinander zu verbinden.
Zwischen Melodie und Aggression
»Creating My Own Chaos« zählt zu den stärkeren Momenten der Platte. Die Mischung aus aggressiven Riffs, orchestralen Keyboardflächen und markanten Gesangslinien funktioniert überzeugend. Gleichzeitig wird deutlich, dass SIGYN gerne mit unterschiedlichen Stimmungen arbeiten, ohne den roten Faden zu verlieren.
»The Crawlers« präsentiert sich etwas düsterer und setzt stärker auf Atmosphäre. Die Keyboards treten hier deutlicher in Erscheinung und sorgen für zusätzliche Tiefe. Gleichzeitig bleibt die Band ihrer melodischen Grundausrichtung treu.
Mit »Illusion Of Justice« wird das Tempo erneut angezogen. Das Schlagzeug von Roni Vallin treibt den Song energisch voran, während die Gitarrenarbeit erneut zu den großen Pluspunkten gehört. Besonders die zweistimmigen Leadgitarren erzeugen jene epische Wirkung, die SIGYN als Markenzeichen etablieren möchten.
Starke Instrumentalarbeit als größter Pluspunkt
Die größte Stärke von »From Nation to Chaos« liegt zweifellos in der Instrumentierung. Die beiden Gitarristen Markus Suomela und Aki Saastamoinen liefern durchgehend überzeugende Arbeit ab. Zahlreiche melodische Leads, präzise Riffs und technisch versierte Soli sorgen dafür, dass das Album auch nach mehreren Durchläufen interessant bleibt.
Die Keyboardarbeit von Valtteri Nieminen unterstützt die Songs wirkungsvoll, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Statt auf übertriebene Symphonik setzt die Band auf gezielte Akzente, die den Stücken zusätzliche Atmosphäre verleihen.
Auch die Produktion hinterlässt einen positiven Eindruck. Die Instrumente sind klar voneinander getrennt, wirken druckvoll und behalten dennoch ausreichend Transparenz. Gerade die Gitarren profitieren von einem ausgewogenen Soundbild.
Nicht jeder Song erreicht das gleiche Niveau
Trotz vieler gelungener Momente fehlt dem Album stellenweise die letzte Konsequenz. Einige Kompositionen bewegen sich sehr nahe an bekannten Genre-Mustern und bieten nur wenige echte Überraschungen. Besonders im Mittelteil entsteht gelegentlich der Eindruck, dass einzelne Ideen bereits aus dem Repertoire anderer Melodic-Death-Metal-Bands bekannt sind.
»Fallen Monuments« und »I Am Nothing« sind zwar solide komponiert, erreichen aber nicht ganz die Intensität der stärkeren Titel. Hier hätte etwas mehr Eigenständigkeit dem Gesamtbild gutgetan. Die Songs funktionieren, hinterlassen jedoch keinen nachhaltigen Eindruck.
Ein würdiger Abschluss
Mit »World In Flames« endet das Album auf einer starken Note. Der Song bündelt viele der Qualitäten, die SIGYN über die gesamte Spielzeit auszeichnen. Mächtige Melodien, kraftvolle Riffs und eine epische Atmosphäre sorgen für einen gelungenen Abschluss.
»From Nation to Chaos« ist ein solides Melodic-Death-Metal-Album, das vor allem durch seine starke Gitarrenarbeit, die gelungene Produktion und seine melodische Ausrichtung überzeugt. SIGYN zeigen, dass sie ihr Handwerk beherrschen und ein gutes Gespür für eingängige Songstrukturen besitzen. Gleichzeitig fehlt einigen Kompositionen noch das gewisse Etwas, um sich dauerhaft von der starken Konkurrenz innerhalb des Genres abzuheben.
Fans von CHILDREN OF BODOM, WINTERSUN oder ARCH ENEMY werden dennoch viele Anknüpfungspunkte finden und an den zahlreichen melodischen Höhepunkten ihre Freude haben. SIGYN liefern ein ehrliches, handwerklich starkes Album ab, das zwar keine Revolution darstellt, aber genügend Qualität besitzt, um im modernen Melodic-Death-Metal zu bestehen.
Fazit: SIGYN beweisen mit »From Nation to Chaos«, dass sie eine Band sind, die ihren eigenen Weg im melodischen Death-Metal geht.






