Band: Sebastian Bach
Titel: Kicking & Screaming
Label: Frontiers Records
VÖ: 2011
Genre: Traditional/Heavy Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Jeder hat so seine Faves mit denen er in die Berührung des Virus Metallus gekommen ist. Bei mir waren es damals eben unter anderem Megadeth, Iron Maiden und eben Skid Row. Reunion? Nein durchaus nicht, denn der exzentrische und oftmals sehr stark gedisste Ex-Frontmann Sebastian Bach ist mit seinem eigenen Projekt vorstellig geworden. Etwas verzagt drehe ich den Rundling hin und her und hadere der Dinge die da aus den Speaker zu hören ist. Mit einer durchaus berechtigten Angs höre ich mich erst einmal ins Album rein. Am Beispiel Guns n‘ Roses messe ich meine Befürchtungen, denn Frontkasper Axel Rose hat ja selbst durch seine Musik eine Legende zu Grabe getragen. Somit stellt sich mir die Frage wird Sebastian dasselbe tun. Gott sei Dank er tut es nicht, eher im Gegenteil, „Kicking & Screaming“ könnte man durchaus als legitimen Skid Row Nachfolger sehen. Die klasse Sound, als auch Produktionstechnisch hat es. Wird einem nun ein klassischer Rock zu Teil? Nur zum Teil und das ist auch gut so, denn die deutlich modernere Presche die der Mastermind mit seinem Bandprojekt hier geschlagen hat geht der dermaßen auf die Zwölf zu das man vor Lust nur so aufstöhnt. Kernige Groove Breitseiten wurden mit dem klassischen Heavy Metal seiner Ex Band sehr gut verbunden. Sicher und das muss man schon sagen der Frontmann hat unser Leben jahrelang geprägt und das ist ein Bonus den er sich zu Nutze macht, wieso auch nicht? Somit kommt einem der Rundling wie eine moderne Abform der Ex Truppe aus New Jersey vor und man kann wie auch bei den gehassten Ex Kollegen gut zu den Klängen abhotten. Hier wird einerseits die Tradition nicht verraten, aber altbacken und abgestaubt klingt es auch nicht. Sebastian hat sich ein gutes Mittelmaß für sein neuestes Lebenszeichen ausgesucht und dabei wurden einige, amtliche Kracher eingespielt, welche zünden wie eine geballte Ladung Dynamit. Das selbstredend auch idyllischere, verliebter klingende Stücke, als auch Passagen da nicht fehlen dürfen ist so klar wie Kloßbrühe. Irgendwie kommt es mir so vor als wollen alle Formationen irgendwie dreckiger und dunkler klingen. Auch Mister Bach ist hierbei keine Ausnahme. Sicher kommen dominierende, klare Passagen und Linien zum Vorschein, doch im gesamten würde ich dem Rundling ein durchaus dunkleres Erscheinungsbild attestieren.

Hinweise zum modernen Radio Rock sind zwar da, werden aber durch eine gute Unterwanderung vom Gesamtsound in eine andere Ecke katapultiert. Sicher wäre es durchaus denkbar gewisse Stücke in massentauglichen Radiostationen zu spielen, doch von einer zu starken Kommerzialisierung ist hier nichts zu hören.

Am Prüfstand mehrmals durchgelaufen kommt schlussendlich die Frage auf, kann der charismatische Frontmann seine Ex-Kollegen ins Abseits stellen? Nur mäßig, das Album ist sehr gut und ein markanter, sehr guter Sänger ist er. Dennoch wage ich zu bezweifeln ob man die alten Klassiker vergessen machen kann.

Fazit: Sebastian is back und das mit einem mächtigen Album. Freunde der Marke Skid Row sollten es sich durchaus antun das Album anzutesten, denn diese werden niemals enttäuscht. Freunde des klassischen LA Rock können ebenfalls einen Test wagen. Zeitgemäßes Material das ungemein zündet. Superb und somit für jeden Fan dieser Richtung ein absoluter Pflichtkauf.

Tracklist:

01. Kicking & Screaming
02. My Own Worst Enemy
03. TunnelVision
04. Dance On Your Grave
05. Caught In A Dream
06. As Long As I Got The Music
07. I’m Alive
08. Dirty Power
09. Live The Life
10. Dream Forever
11. One Good Reason
12. Lost In The Light
13. Wishin‘

Besetzung:

Sebastian Bach (voc)
Nick Sterling (guit & bass)
Bobby Jarzombek (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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