Band: Shade Empire
Titel: Zero Nexus
Label: Dynamic Arts Records
VÖ: 2008
Genre: Melodic Industrial Death/Black Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Melodic Industrial Death/Black Metal nennt sich die Kombination, welche sich die Herrschaften von Shade Empire auf den Banner geschrieben haben. Seit 1999 werkt diese Truppe und hat bis dato außer 3 Demos auch schon zwei Full length Alben auf die Metal Welt los gelassen. Mit dem neuesten Machwerk „Zero Nexus“ hat man sich einmal mehr weiterentwickelt und bei der Tour mit Unleashed hat man gute Resonanzen einfahren können. Juha Harju (voc), Janne Niiranen (guit), Juha Sirkkiä (guit), Eero Mantere (bass), Rasane (drums) und Olli Savolainen (synth) haben einen brachialen Schlag mit dem neuesten Output veröffentlicht, na denn frisch ans Werk und genauer reingehört.

Die Finnen legen gleich mit „9 In 1″ los, nach der sehr ruhigen Einleitung fahren die Herrschaften ein eisiges Programm. Die Jungs schlittern hier auf einer dicken Eisdecke dahin und haben stets eine brachiale Rhythmussektion im Hintergrund. Der fiese Gesang des Fronters ist unglaublich und die an und ab eingesetzten melancholischen Ausbrecher werten die Nummer sehr gut auf. Hier wird nichts abgekuckt, oder gar klingt man abgedroschen. Die Burschen setzen eigene Akzente und fahren eine sehr gute Linie, die bestens zum Haare schütteln gemacht ist. Deutlich rauer und dreckiger, als auch brachialer wird nun bei „Adam & Eve“ weiter gezockt, doch auch hier kommen die Industrial Elemente zum Einsatz und passen sich nahtlos den bretternen Soundelementen an. Durch die elektronischen Einsätze klingt man etwas leichter verdaulicher, was aber nicht heißen will dass die Herrschaften aus dem Land der 1000 Seen hier einen auf simpel machen. Nein auf gar keinen Fall, viele modernere Arrangements werden hier in den bretternden Gesamtsound eingeflochten und die Kombination hört sich sehr gut an. Auch der Einsatz der weiblichen Vocals ist eine weitere Bereicherung und wertet das Stück um Ecken auf. Eine größere elektronische Einleitung erfolgt nun bei „Blood Colours the White“. Danach groovt man kurzzeitig, bevor die Jungs wieder ein düsteres, eisiges Programm fahren. Zwar kommen hier deutlich mehr bombastischere Elemente zum Einsatz, das macht die Herrschaften aber beileibe nicht zu einer kitschigen Fraktion. Nein wem Dimmu Borgir zu kitschig geworden sind, dem kann ich diese Truppe nur wärmstens ans Herz legen. Zwar werden auch hier viele bombastische und elektronische Soundspielereien eingesetzt, doch diese Szenekollegen wissen mit etwas mehr trockener Härte zu glänzen. Etwas zackiger und spritziger geht es nun bei „Flesh Relinquished“ zu, dennoch die bombastischen Strukturen werden auch hier vermehrt zum Einsatz gebracht. Doch vom rhythmischen her wird eine sehr bretternde Schiene gefahren und die Herrschaften säbeln alles nieder was sich ihnen in den Weg stellt. Der sehr bombastische Mittelteil ist eine Wonne und klingt durch die verzerrten, Echo lastigen Vocals sehr modern. Durch diesen Einsatz zeigen die Finnen dass man auch locker in diesem Genrestyle sich experimentierfreudig zeigen darf. Die Mission ist Shade Empire bestens geglückt. Kantiger und deutlich schärfer ist nun „Harvesters of Death“ ausgefallen. Hier wird fröhlich gebolzt was das Zeug hält. Durch den eher in den Hintergrund geratenen Bombastsound ist der Formation eine sehr raue, schretternde Nummer, mit vielen Black Metal Roots geglückt. Der Düsterfaktor wird hier bei den Vocals sehr groß geschrieben und die zusätzlich abgelieferte Arbeit des Tastenmannes macht sein übriges. Etwas melodischer präsentiert man sich nun bei „Serpent-Angel“. Ist das Tempo zu Beginn etwas flotter, wird der Fuß nach einigen Minuten vom Gaspedal genommen. Hier kommen viele melancholische, dunklere Soundeinsätze zum Vorschein und sind Ambrosia für alle Düsterseelen. Vor allem die kürzeren tiefgründigen Ausbrecher machen viel Spaß. Sehr düster mit einem Horrointro wird nun „Whisper from the Depths“ eingeläutet, bevor einige elektronische Soundspielereien gezeigt werden. Danach wird aber wieder ordentlich, im gemäßigten Tempo gebolzt. Immer wieder kommen viele Wechsel in die ruhige Ecke vor. Langweile? Verträumtheit? Nun was Letzteres betrifft wohl nur dunkle Träume. Durch diese Wechsel zeigen sich die Herrschaften von ihrer ganz fiesen, dunklen Düsterseite. Viele Soundexperimente wurden hier eingebaut und diese hat man nicht zu komplex ausfallen gelassen. Der Track klingt durch die ganzen Spielereien nicht überladen und das man dies zu keinem Zeitpunkt aufkommen lässt, das haben die Finnen bestens im Griff. Operation geglückt Patient tot! Etwas melodischer zeigt man sich nun einmal mehr bei „Ectasy of Black Light“. Vor allem der Bombasteil hat hier etwas mehr die Oberhand bekommen. Eine superbe Bangernummer hat man hier eingestanzt, die mit vielen Wechseln vom bombastischen, in den härteren bis hinüber in den rauen Bereich glänzt. Vor allem die immer wieder einsetzen Blast Beats rauben einem den Atem. Der Abschluss erfolgt durch den 09:33 Minuten Black Metal Epos „Victory“. Bei dem Rausschmeißer werden noch mal alle Register gezogen. Die kompletten Geschütze werden hier noch einmal aufgefahren. Der Großteil der Rhythmusfraktion besteht aus trockener, eisiger Härte, doch dieser Grundsound wird mit einigen feinen Arrangements von Melodie, Bombast und einigen melancholischen Soundstrukturen angereichert und dieser Track bildet einen Hammer Abschluss für ein superbes Machwerk aus dem Hause Shade Empire.

Fazit: Hier sollten sich viele Leute angesprochen fühlen. Death/Black Metal Fans und viele mehr werden gefallen an dieser Truppe finden. Nichts ist überladen und alles auf dem richtigen Platz.

Tracklist:

01 9 In 1
02 Adam & Eve
03 Blood Colours the White
04 Flesh Relinquished
05 Harvesters of Death
06 Serpent-Angel
07 Whisper from the Depths
08 Ectasy of Black Light
09 Victory

Besetzung:

Juha Harju (voc)
Janne Niiranen (guit)
Juha Sirkkiä (guit)
Eero Mantere (bass)
Rasane (drums)
Olli Savolainen (synth)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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