Tracklist
01. Afterlife
02. Nightchild
03. No Rest
04. A Shattered Heart
05. Betrayal
06. The Ghost Remains
07. Raging Storm
08. Forever Will Last
09. Ground Turns to Dust
10. Infernal Symphony
Besetzung
Johan Bergman – Guitars
Alicke Kostopoulou – Vocals
Olle Bengtsson – Drums
Jonathan Strand – Bass
Daniel Lyngsaa Larsson – Keyboards
SHATTERHEART sind eine schwedische Symphonic-Metal-Band, die sich zwischen klassischer Bombast-Ästhetik und moderner Metal-Produktion bewegt. Das Line-up besteht aus Johan Bergman an der Gitarre, Alicke Kostopoulou am Gesang, Olle Bengtsson am Schlagzeug, Jonathan Strand am Bass und Daniel Lyngsaa Larsson an den Keyboards. Mit »Infernal Symphony« legt die Band ihr aktuelles Studioalbum vor und positioniert sich klar im Spannungsfeld von epischem Pathos, düsteren Melodien und druckvollen Riffs.
Zwischen Oper und Abgrund
Schon der Titel »Infernal Symphony« deutet an, wohin die Reise geht: große Emotionen, große Arrangements, große Gesten. SHATTERHEART setzen dabei konsequent auf die klassische Symphonic-Metal-Formel, ohne sich komplett darin zu verlieren. Orchestrale Keyboards treffen auf harte Gitarren, Doublebass-Passagen auf eingängige Refrains. Der Sound ist sauber produziert, transparent gemischt und deutlich auf internationale Standards getrimmt.
Was sofort auffällt, ist die Stimme von Alicke Kostopoulou. Sie trägt das Album mit einer Mischung aus klarer, angenähert, poppiger Präsenz und dramatischer Power. Keine Opernübertreibung, kein unnötiges Pathos, sondern kontrollierte Intensität. Ihre Vocals geben den Songs Struktur und sorgen dafür, dass selbst die überladensten Arrangements nie ins Chaos kippen.
Starker Einstieg, klare Dramaturgie
Der Opener »Afterlife« funktioniert wie ein Manifest. Cinematische Keyboards bauen Spannung auf, dann setzen die Gitarren ein und ziehen den Hörer direkt in den Kern des Albums. Der Song zeigt bereits viele Stärken der Band: einprägsamer Refrain, klare Songstruktur, ordentlich Druck im Refrain, ohne die Symphonic-Elemente zu erdrücken.
»Nightchild« und »No Rest« schlagen in eine ähnliche Kerbe, wirken im Gegensatz hierzu etwas düsterer und direkter. Besonders »No Rest« profitiert von einem treibenden Rhythmus und einer annähernd hymnischen Hookline. Hier merkt man, dass SHATTERHEART nicht nur auf Atmosphäre setzen, sondern desgleichen klassische Metal-Energie liefern wollen.
Emotionale Mitte
Der Track »A Shattered Heart« bildet das emotionale Zentrum der Platte. Ruhigere Strophen, breite Refrains, viel Raum für die Stimme. Der Song ist zwar nicht besonders innovativ, trifft aber genau den Nerv des Genres. Melancholie, Verlust, innere Zerrissenheit, alles wird musikalisch sauber verpackt, ohne kitschig zu wirken.
»Betrayal« und »The Ghost Remains« vertiefen diesen emotionalen Teil. Vor allem »The Ghost Remains« überzeugt durch eine dichte Atmosphäre und zurückhaltendere Instrumentierung. Hier zeigen SHATTERHEART, dass sie daneben leise Momente beherrschen und nicht ständig auf maximalen Bombast angewiesen sind.
Wenn der Sturm losbricht
Mit »Raging Storm« wird das Tempo wieder deutlich angezogen. Der Song ist einer der härtesten auf dem Album und lebt von schnellen Drums und aggressiveren Gitarren. Olle Bengtsson liefert hier eine der stärksten Leistungen des Albums, während Bass und Keys eher unterstützend im Hintergrund agieren.
»Forever Will Last« fungiert danach approximativ wie ein Gegenpol. Melodischer, optimistischer, fast schon hymnisch. Der Refrain bleibt schnell im Ohr, auch wenn der Song insgesamt annähernd vorhersehbar bleibt. Typischer Symphonic-Metal-Radio-Track, der live wahrscheinlich gut funktionieren dürfte.
Finale mit viel Pathos
»Ground Turns to Dust« und der abschließende Titeltrack »Infernal Symphony« führen das Album in sein großes Finale. Besonders der letzte Song ist als episches Schlusskapitel angelegt: lange Intro-Passage, wechselnde Dynamik, großes orchestrales Arrangement. Hier wird noch einmal alles aufgefahren, was SHATTERHEART ausmacht.
Der Titeltrack ist ambitioniert, teilweise sogar überambitioniert. Nicht jede Idee sitzt perfekt, manche Passagen wirken leicht überladen. Trotzdem funktioniert das Gesamtbild. Der Song hinterlässt Eindruck und gibt dem Album einen runden Abschluss.
Zwischen Routine und eigener Handschrift
SHATTERHEART erfinden das Genre nicht neu. Wer NIGHTWISH, EPICA oder DELAIN kennt, wird sich hier sofort heimisch fühlen. Die Strukturen sind vertraut, die Dramaturgie vorhersehbar, die Themen klassisch. Doch SHATTERHEART schaffen es, diese bekannten Zutaten mit ausreichend eigener Persönlichkeit zu füllen.
Die größte Stärke liegt in der Ausgewogenheit. Kein Instrument drängt sich unangenehm in den Vordergrund, der Sound ist modern, im Kontrast hierzu nicht steril, die Songs sind zugänglich, ohne banal zu wirken. Schwächen gibt es vor allem im Songwriting, da einige Tracks zu nah an bekannten Mustern bleiben und selten wirklich überraschen.
SHATTERHEART liefern mit »Infernal Symphony« ein solides, professionell produziertes Symphonic-Metal-Album ab, das Fans des Genres definitiv ansprechen dürfte. Starke Vocals, gute Arrangements und ein klarer roter Faden sorgen für ein stimmiges Gesamtwerk. Innovation ist hier nicht das Ziel, sondern Qualität im bekannten Rahmen.
Wer epischen Metal mit viel Gefühl, klaren Melodien und orchestraler Wucht sucht, wird hier bestens bedient.
Fazit: SHATTERHEART beweisen mit »Infernal Symphony«, dass sie zu den vielversprechenden Vertretern des Symphonic-Metal zählen.

