Tracklist
01. Spiral Will
02. Fettered to a Stone
03. A God Changes His Plans
04. Wrath’s Object (The Big Fall)
05. Culling the Herd
06. Beyond Below
07. Malengine (The Scaffold)
08. Every Day Is a Loaded Gun
09. Ridden
Besetzung
Justin Skyler Daniels – guitar
Justin Goins – keyboard, vocals
Tim Schoenleber – drums
Mike Sica – bass
Tommy Southard – guitar
Drei Jahrzehnte kompromisslose Schwere
Seit mittlerweile 30 Jahren stehen SOLACE für eine Spielart des Heavy Metal, die klassischen Doom, erdigen Stoner-Rock und die Wucht amerikanischer Heavy-Metal-Traditionen miteinander verbindet. Die Band aus New Jersey hat sich in dieser Zeit nie den wechselnden Trends untergeordnet, sondern konsequent ihren eigenen Weg verfolgt. Mit ihrem fünften Studioalbum »Fading Failing Ruin« feiern SOLACE dieses bemerkenswerte Jubiläum eindrucksvoll. Die Aufnahmen entstanden in den Bulletproof Music Studios in Hazlet sowie im Pussycat Club in Milford, produziert von Eric Rachel gemeinsam mit der Band. Mix und Mastering übernahm Rachel in den Trax East Studios und sorgte für einen druckvollen, transparenten Klang, der jeder einzelnen Komposition den nötigen Raum gibt.
Kraftvoll, schwer und erstaunlich abwechslungsreich
Bereits der Opener »Spiral Will« macht unmissverständlich klar, wohin die Reise geht. Gewaltige Gitarrenriffs von Justin Skyler Daniels und Tommy Southard treffen auf eine Rhythmussektion, die mit Mike Sicas Bass und Tim Schoenlebers präzisem Schlagzeug mächtig Druck erzeugt. Dabei wirkt nichts überladen. Vielmehr entwickelt sich der Song organisch und lebt von seinem stetigen Spannungsaufbau.
Mit »Fettered to a Stone« folgt ein klassischer Doom-Brecher, dessen zähfließende Riffs sich tief ins Gedächtnis eingraben. Justin Goins setzt mit seinen Keyboardflächen dezente, aber wirkungsvolle Akzente und erweitert den massiven Bandsound um atmosphärische Facetten. Die Produktion bewahrt dabei stets genügend Dynamik, sodass selbst die langsamsten Passagen lebendig wirken.
Alte Schule trifft moderne Ideen
Besonders beeindruckend ist die Balance zwischen traditionellen Einflüssen und zeitgemäßem Songwriting. SOLACE zitieren zwar hörbar die großen Vorbilder des Genres, entwickeln daraus jedoch einen eigenen Charakter. »A God Changes His Plans« verbindet schwere Grooves mit überraschenden Rhythmuswechseln und zeigt eindrucksvoll, wie souverän die Band mit unterschiedlichen Tempi umgeht.
Noch experimenteller präsentiert sich »Wrath’s Object (The Big Fall)«. Hier wechseln sich düstere Melodiebögen mit aggressiven Gitarrenattacken ab, ohne dass der rote Faden verloren geht. Gerade diese Mischung aus kontrolliertem Chaos und musikalischer Präzision macht einen großen Teil der Faszination dieses Albums aus.
Gewaltige Riffs als Markenzeichen
Herzstück von »Fading Failing Ruin« bleibt jedoch die Gitarrenarbeit. Daniels und Southard liefern ein beeindruckendes Wechselspiel aus schweren Riffs, melodischen Leads und bluesigen Einschüben. Jeder Song besitzt seine eigene Handschrift, obwohl sich das Album stilistisch wie aus einem Guss präsentiert.
»Culling the Herd« gehört dabei zu den aggressiveren Momenten der Platte. Der Song lebt von seinem treibenden Rhythmus und entfaltet eine fast bedrohliche Intensität. Direkt danach eröffnet »Beyond Below« mehr Raum für Atmosphäre und zeigt die Fähigkeit der Band, Spannung nicht ausschließlich über Lautstärke aufzubauen.
Mit »Malengine (The Scaffold)« folgt einer der komplexesten Titel des Albums. Verschachtelte Songstrukturen treffen auf eingängige Refrains und beweisen eindrucksvoll die gewachsene kompositorische Reife der Musiker. Gerade nach drei Jahrzehnten Bandgeschichte klingt hier nichts routiniert oder vorhersehbar.
Zwischen Melancholie und roher Energie
Im letzten Drittel entfaltet das Album seine größte emotionale Tiefe. »Every Day Is a Loaded Gun« verbindet bedrückende Stimmung mit hymnischen Momenten und entwickelt dabei eine erstaunliche Intensität. Die Instrumentierung bleibt stets kraftvoll, ohne die melodischen Feinheiten zu überdecken.
Den Abschluss bildet »Ridden«, dass alle Stärken der Platte noch einmal bündelt. Langsame, schwere Passagen wechseln mit kraftvollen Ausbrüchen und sorgen für ein würdiges Finale. Der Song hinterlässt den Eindruck, dass SOLACE auch nach 30 Jahren längst nicht am Ende ihrer kreativen Entwicklung angekommen sind.
Reife Leistung einer Ausnahmeband
Was »Fading Failing Ruin« besonders auszeichnet, ist die Selbstverständlichkeit, mit der SOLACE sämtliche Elemente ihres Sounds miteinander verbinden. Weder technische Spielereien noch künstliche Härte stehen im Mittelpunkt. Stattdessen überzeugt das Album durch ausgezeichnetes Songwriting, starke Arrangements und eine Produktion, die den warmen, organischen Klang der Band perfekt einfängt.
Jeder Musiker trägt seinen Teil zum Gesamtbild bei. Die Gitarren dominieren zwar erwartungsgemäß das Geschehen, doch Bass, Schlagzeug und die dezenten Keyboardeinsätze verleihen den Songs zusätzliche Tiefe. Dadurch entsteht ein Klangbild, das gleichermaßen massiv wie detailreich wirkt.
Auch nach mehreren Durchläufen entdeckt man immer wieder neue Feinheiten in den Arrangements. Genau diese Nachhaltigkeit unterscheidet »Fading Failing Ruin« von vielen aktuellen Veröffentlichungen des Genres.
Mit »Fading Failing Ruin« liefern SOLACE eines der stärksten Alben ihrer langen Karriere ab. Die Band verbindet klassischen Stoner- und Doom-Metal mit kraftvollem Heavy-Metal amerikanischer Prägung und schafft dabei eine Platte, die sowohl traditionsbewusst als auch frisch klingt. Gewaltige Riffs, abwechslungsreiche Songstrukturen, eine hervorragende Produktion und das hörbare Zusammenspiel einer seit Jahrzehnten eingespielten Band machen dieses Album zu einem echten Highlight für Fans schwerer Gitarrenmusik.
Fazit: Mit »Fading Failing Ruin« setzen SOLACE einen weiteren Meilenstein in ihrer Karriere.






