Band: Southpaw FLHC 🇺🇸
Titel: The Standard
Label: Spinefarm Records
VÖ: 31.07.2026
Format: CD / Vinyl / Digital
Genre: Beatdown Hardcore / Metallic Hardcore / Hardcore Punk

Tracklist

01. Rolling Stone
02. Run Game
03. TTG
04. Nail In The Coffin
05. The Gavel
06. Torches
07. The Path (feat. Eric Ellis)
08. Play The Fool
09. The Standard
10. DTWD

Besetzung

Daryn LaMontagne – Gesang
Alan King – Gitarre
Marc LaRoche – Bass
Harrison Linder – Schlagzeug
Eric Ellis – Gastgitarre bei »The Path«

Bewertung:

3,5 von 5 Punkten

Keine halben Sachen, kein Warm-up und erst recht kein Sicherheitsabstand: Southpaw FLHC veröffentlichen heute über Spinefarm ihr erstes vollständiges Album und lassen mit »The Standard« knapp 29 Minuten lang die Wände wackeln. Die Formation aus Jacksonville verbindet wuchtigen Beatdown Hardcore mit metallischen Riffs, Gangshouts, Hip-Hop-Flows und einer gehörigen Portion Neunzigerjahre-Attitüde. Musikalisch wird das Rad dabei nicht neu erfunden, dafür aber mit solcher Entschlossenheit durch den Pit gerollt, dass man besser rechtzeitig aus dem Weg springt.

Albumplaylist:

DUVAL COUNTY SETZT DEN EIGENEN MASSSTAB

Southpaw FLHC stammen aus Jacksonville im US-Bundesstaat Florida und verstehen ihre Musik als Verbindung zwischen älteren und jüngeren Hardcore-Generationen. Seit der selbstbetitelten EP aus dem Jahr 2020 wurde die Band vor allem durch zahlreiche Singles, Videos und eine konsequente Präsenz auf der Straße aufgebaut. Auftritte mit Bodysnatcher, Hoods, Tracheotomy und With Blood Comes Cleansing sorgten dafür, dass sich der Name weit über die heimische Szene hinaus verbreitete.

Das Kürzel FLHC steht dementsprechend nicht als hübsches Anhängsel hinter dem Bandnamen. Florida Hardcore bildet Identität, Herkunft und musikalische Arbeitsgrundlage zugleich. Tiefe Gitarren, schlagende Bassläufe, robuste Gangshouts und Breakdowns im Schwerlastformat gehören fest zum Klangbild. Hinzu kommen Hip-Hop-beeinflusste Sprachrhythmen und gelegentliche Nu-Metal-Anklänge, die den Sound weniger traditionell erscheinen lassen, als es die grundlegenden Strukturen zunächst vermuten lassen.

Inhaltlich wird dieser Stil durch eine konsequente Botschaft zusammengehalten. »The Standard« handelt von Opferbereitschaft, Disziplin, persönlicher Entwicklung, Loyalität und der Verpflichtung, für die nächste Generation ein tragfähiges Vermächtnis zu hinterlassen. Das klingt auf dem Papier schnell nach einer Sammlung motivierender Kalendersprüche. Daryn LaMontagne verankert diese Aussagen jedoch in Erfahrungen mit Armut, Verlust, zerbrochenen Beziehungen, Gewalt sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch. Dadurch erhält die kämpferische Grundhaltung ein glaubwürdiges Fundament.

ROLLING STONE: ZWISCHEN FREIHEIT UND VERLUST

»Rolling Stone« eröffnet das Album mit einem tiefen Grollen, bevor Alan Kings Gitarre und Marc LaRoches Bass einen breiten Groove aus dem Boden stemmen. Der Rhythmus rollt ausgesprochen schwer, besitzt durch die Hip-Hop-artige Phrasierung aber dennoch eine überraschende Beweglichkeit. Gangshouts und Tempowechsel sorgen dafür, dass sich der Song nicht auf einen einzigen Breakdown verlässt.

Daryn LaMontagne beschäftigt sich darin mit dem Leben auf der Straße und dem Preis, den die kompromisslose Verfolgung eines eigenen Ziels verlangt. Heimat ist kein bestimmter Ort mehr, sondern dort, wo man am Ende eines langen Tages seinen Kopf ablegt. Gleichzeitig bleiben Verlust, Selbstzweifel und die Gefahr, den Schmerz mit den falschen Mitteln zu betäuben, ständig präsent.

Der Titel ist LaMontagnes verstorbenem Großvater gewidmet und wurde in jener Lebensphase geschrieben, in der der Sänger bei ihm wohnte. Dieses Wissen verleiht dem Stück eine zusätzliche emotionale Ebene. Hinter der nach außen getragenen Härte steckt kein sorgloser Roadtrip, sondern die Erkenntnis, dass jedes Ziel etwas kostet und nicht jeder geliebte Mensch das Ende des Weges miterleben wird.

Musikalisch findet die Band bereits hier eine überzeugende Mitte zwischen Biohazard, Madball, modernem Beatdown und einem Hauch Nu Metal. Besonders der knurrende Bass besitzt eine enorme Präsenz. Er begleitet die Gitarre nicht einfach, sondern schiebt den gesamten Song mit der Beharrlichkeit eines schlecht gelaunten Bulldozers vor sich her.

RUN GAME UND TTG: DIE MANNSCHAFT GEHT IN DEN ANGRIFF

»Run Game« beginnt mit einem unverkennbar von den Neunzigerjahren geprägten Hardcore-Riff. Die Gitarre arbeitet mit kurzen, abgehackten Schlägen, während das Schlagzeug genügend Raum zwischen den Akzenten lässt, damit jeder einzelne Treffer seine Wirkung entfalten kann. Sobald die gemeinschaftlichen Rufe einsetzen, wird aus dem Song ein Kandidat für Circle Pit, Bühnenkante und sämtliche anderen Orte, an denen die persönliche Unversehrtheit eher als lockere Empfehlung betrachtet wird.

Der Text erinnert daran, die eigene Herkunft, Familie, Freunde und Heimatstadt nicht zu vergessen. Respekt wird innerhalb dieser Denkweise weder verschenkt noch durch bloße Selbstdarstellung gewonnen. Er entsteht durch Konsequenz, Verlässlichkeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Der Song möchte gleichzeitig Anerkennung für jene ausdrücken, die ihr Gebiet beherrschen, und eine Warnung an diejenigen sein, die lediglich so tun.

Mit »TTG« wird das Tempo deutlich angezogen. Das Kürzel steht für „Trained To Go“ und beschreibt eine Mentalität, bei der Vorbereitung, Disziplin und Opferbereitschaft über bloße Worte gestellt werden. Harrison Linder treibt die Nummer mit schneller Doublebass voran, bevor massive Temporeduzierungen den Bewegungsapparat neu sortieren.

Hier zeigt sich eine der Stärken von Southpaw FLHC: Die Band versteht, wann ein schneller Abschnitt lange genug gelaufen ist und der nächste Betonklotz in Form eines Breakdowns fallen muss. LaMontagne wechselt dabei zwischen Gebrüll, Sprechgesang und kurzen Kommandos. Die wiederholten Gruppenrufe sind weder fein noch sonderlich subtil, dafür nach einem Durchlauf fest im Kopf verankert.

NAIL IN THE COFFIN: DAS ALTE ICH WIRD BEERDIGT

Trotz seines düsteren Titels handelt »Nail In The Coffin« nicht von Tod oder endgültiger Niederlage. Der Sarg ist für das frühere Ich bestimmt – für alte Gewohnheiten, Ausreden und jene Denkweisen, die einen Menschen an seiner Vergangenheit festhalten. Familiäre Belastungen und generationenübergreifende Probleme werden nicht geleugnet, sollen aber auch nicht länger über die eigene Zukunft bestimmen.

Musikalisch verbindet der Song hohes Tempo mit einer ausgesprochen metallischen Härte. Die Doublebass hämmert, die Snare besitzt einen beinahe unverschämt massiven Anschlag und im Mittelteil werden die Riffs so weit heruntergebremst, bis jeder Akkord wie ein eigener Einschlag wirkt. Meine Fresse, in einem kleinen Club dürfte dieser Abschnitt zuverlässig dafür sorgen, dass selbst der Getränkeautomat plötzlich einen Sicherheitsabstand verlangt.

Der Song gehört zu den überzeugendsten Momenten des Albums, weil Inhalt und Musik in dieselbe Richtung arbeiten. Das Durchbrechen alter Kreisläufe wird nicht als sanfter Erkenntnisprozess dargestellt, sondern als gewaltsame Abrechnung mit dem eigenen schwächeren Zustand. Das ist zwar ausgesprochen martialisch formuliert, besitzt aber genügend persönliche Glaubwürdigkeit, um nicht wie leeres Fitnessstudio-Vokabular zu klingen.

»The Gavel« setzt diese innere Auseinandersetzung fort. Der namensgebende Richterhammer wird zum Symbol für Entscheidungen, deren Konsequenzen sich nicht nachträglich zurücknehmen lassen. Materieller Erfolg verliert seinen Wert, sobald er mit dem eigenen Charakter bezahlt werden muss. An einem persönlichen Scheideweg fällt jeder Mensch letztlich selbst das Urteil über sein weiteres Leben.

Das Arrangement bleibt kurz, konzentriert und schwer. Wiederholte Rufe werden von knappen Riffschlägen beantwortet, während das Schlagzeug den Song mit stoischer Gewalt zusammenhält. Inhaltlich besitzt die Nummer einen interessanten Gedanken, wird jedoch so stark auf einzelne Schlagworte reduziert, dass etwas mehr erzählerische Ausarbeitung nicht geschadet hätte.

TORCHES: DIE FLAMME WIRD WEITERGETRAGEN

Mit »Torches« erreicht das Album einen seiner größten Höhepunkte. Der Song verbindet Nu-Metal-Groove, klassischen Metallic Hardcore und einen Refrain, der offensichtlich für ein brüllendes Publikum geschrieben wurde. Das hohe Grundtempo täuscht dabei nicht darüber hinweg, dass die eigentliche Wirkung erneut aus dem Wechsel zwischen Bewegung und plötzlicher Schwere entsteht.

Die Fackel steht für das Vermächtnis früherer Hardcore-Generationen. Southpaw FLHC zollen denjenigen Respekt, die den Weg vor ihnen gegangen sind, verstehen Tradition jedoch nicht als unveränderliches Regelwerk. Wer die Flamme übernimmt, muss sich seinen Platz durch Disziplin und Einsatz verdienen und anschließend selbst dafür sorgen, dass sie nicht erlischt.

Dieser Gedanke erklärt auch den Albumtitel. Der eigene Standard soll nicht durch Worte oder Selbstdarstellung gesetzt werden, sondern durch das tägliche Verhalten. Das ist inhaltlich nicht sonderlich kompliziert, wird aber mit einer Konsequenz vorgetragen, die ausgezeichnet zum Hardcore passt. Der wuchtige Gruppenrefrain verwandelt die Botschaft in einen gemeinschaftlichen Schwur.

THE PATH: ERIC ELLIS ÖFFNET DIE THRASH-SCHLEUSE

»The Path« ist der schnellste und musikalisch abwechslungsreichste Titel der Platte. Die Band prescht mit beinahe thrashiger Geschwindigkeit los, lässt Harrison Linder die Felle bearbeiten und schaltet erst in der Mitte in einen schweren, breiten Groove zurück. Diese Kombination aus Vorwärtsdrang und kontrolliertem Absturz bringt endlich eine zusätzliche Farbe in den bis dahin sehr geschlossen gehaltenen Klangkosmos.

Als Gast übernimmt Eric Ellis, bekannt durch Bury Your Dead, einen Gitarrenpart. Sein furioses Solo bewegt sich deutlich näher an Slayer als an gewöhnlichem Beatdown Hardcore. Es ist das einzige klassische Solo des Albums und gerade deshalb ein echter Wachmacher. Southpaw FLHC könnten sich zukünftig ruhig häufiger derartige Ausbrüche erlauben, denn die Verbindung aus Hardcore-Direktheit und Thrash-Metal-Schärfe funktioniert amtlich.

Inhaltlich geht es erneut um Standhaftigkeit und den selbst gewählten Weg. Die Band richtet sich an jene wenigen Menschen, die trotz Rückschlägen an ihren Überzeugungen festhalten und alles investieren. Das Motiv ist auf diesem Album nicht neu, wird durch das erhöhte Tempo und Ellis’ Gitarrenarbeit jedoch erheblich lebendiger umgesetzt.

PLAY THE FOOL: DIE FÄUSTE SIND SCHNELLER ALS DIE ARGUMENTE

»Play The Fool« rückt den Hip-Hop-Einfluss stärker in den Vordergrund. LaMontagne phrasiert weite Teile beinahe wie ein Rapper, während Gitarre und Bass mit kurzen, tiefen Akzenten darunter arbeiten. Der Song besitzt einen ausgesprochen federnden Groove und dürfte live ein dankbarer Anlass für kollektive Bewegung sein.

Textlich fällt das Ergebnis allerdings schwächer aus. Die pauschale Abrechnung mit sogenannter Cancel Culture, vermeintlichen Opfern und Menschen, die nicht in das eigene Weltbild passen, bleibt deutlich oberflächlicher als die persönlichen Aussagen von »Rolling Stone« oder »Nail In The Coffin«. Kritik wird schnell als Angriff verstanden, auf den hauptsächlich mit Trotz und Drohgebärden reagiert wird.

Natürlich lebt Hardcore seit jeher von Konfrontation, Zuspitzung und einer gewissen Portion Brusttrommeln. Trotzdem hätte die Band dem Thema mit etwas mehr Differenzierung größere Wirkung verleihen können. Musikalisch funktioniert »Play The Fool« ausgezeichnet, inhaltlich reichen die Fäuste den Argumenten jedoch ein gutes Stück voraus.

THE STANDARD: DARYN LAMONTAGNE LEGT DIE KARTEN AUF DEN TISCH

Beim Titelstück nimmt die Band den Fuß vom Verzerrer. »The Standard« ist im Kern eine ausführliche Spoken-Word-Passage, in der Daryn LaMontagne die bisher wiederholten Begriffe mit konkreten Lebenserfahrungen füllt. Er spricht über Armut, familiären Alkohol- und Drogenmissbrauch, häusliche Gewalt, verlorene Beziehungen, fehlende Zeit mit den eigenen Kindern und den Tod jenes Mannes, der ihm zeigte, was es bedeutet, Verantwortung zu tragen.

Dadurch wird klar, weshalb Opferbereitschaft und Vermächtnis auf diesem Album so häufig genannt werden. LaMontagne möchte nicht einfach innerhalb einer Musikszene als besonders hart wahrgenommen werden. Der Sänger versucht, den folgenden Generationen etwas zu hinterlassen, das in seiner eigenen Vergangenheit fehlte: Orientierung, Stabilität und den Beweis, dass Herkunft nicht automatisch das weitere Leben festlegt.

Der direkte Vortrag ist emotional und glaubwürdig. Gleichzeitig unterbricht der lange Wortbeitrag den musikalischen Fluss der kurzen Platte sehr deutlich. Als eigenständiger Song bietet »The Standard« wenig Wiederhörwert, als inhaltlicher Schlüssel zum Album ist er jedoch unverzichtbar. Ohne ihn könnte man zahlreiche vorherige Texte leicht als gewöhnliche Durchhalteparolen abtun.

Anschließend holt »DTWD« die Instrumente zurück. Das Kürzel steht für „Duval Till We Die“ und setzt Jacksonville beziehungsweise Duval County ein abschließendes Denkmal. Tiefe Riffs, Bass und Schlagzeug bündeln noch einmal sämtliche Energie des Albums zu einer kurzen Abrissbirne. Nach den sehr persönlichen Aussagen des Titelstücks wirkt der Abschluss wie die Rückkehr zur eigenen Mannschaft und zu jener Stadt, in der alles begonnen hat.

PAUL LAPINSKI HÄLT DEN SOUND IN JACKSONVILLE

Southpaw FLHC produzierten »The Standard« selbst und entschieden sich bewusst dafür, die Aufnahmen in ihrer Heimatstadt zu realisieren. Paul Lapinski betreute das Material in den Endangered Wise Men Studios beziehungsweise bei My Platinum Sound. Damit blieb die Band nicht nur geografisch, sondern auch klanglich eng mit ihrem bisherigen Umfeld verbunden.

Die Produktion besitzt ausreichend Klarheit, um die einzelnen Instrumente voneinander zu trennen, ohne die Songs klinisch glattzubügeln. Alan Kings Gitarre klingt breit und tief, Marc LaRoches Bass darf regelmäßig aus der Wand heraustreten und Harrison Linders Schlagzeug trifft mit enormem Gewicht. Besonders die Snare entwickelt einen trockenen Knall, der den Breakdowns zusätzliche Körperlichkeit verleiht.

Der Bass gehört zu den heimlichen Hauptdarstellern der Platte. Bei »Rolling Stone«, »Run Game« und »Torches« erzeugt er einen knurrenden Untergrund, der weit über die übliche Begleitfunktion hinausgeht. Auch LaMontagnes Stimme sitzt weit vorne im Klangbild und behält selbst zwischen Gangshouts, Doublebass und tiefen Gitarren ihre Verständlichkeit.

Gelegentlich könnte die Gitarrenproduktion etwas stärker zwischen den einzelnen Titeln variieren. Viele Riffs arbeiten mit ähnlicher Verzerrung, vergleichbarer Tonlage und denselben rhythmischen Akzenten. Das sorgt für Geschlossenheit, verstärkt aber zugleich den Eindruck, dass mehrere Songs nach einer sehr ähnlichen Bauanleitung entstanden sind.

SETZT THE STANDARD TATSÄCHLICH EINEN NEUEN STANDARD?

Der selbstbewusste Albumtitel lädt natürlich zu einer naheliegenden Frage ein: Setzt diese Platte tatsächlich einen neuen Maßstab für den Hardcore? Ganz so weit reicht es nicht. Southpaw FLHC verbinden bekannte Bestandteile von Madball, Biohazard, Hatebreed, Nu Metal und modernem Beatdown, ohne daraus eine grundsätzlich neue musikalische Sprache zu formen.

Mehrere Titel folgen einem ähnlichen Ablauf aus tiefem Groove, beschleunigtem Mittelteil, Gangshouts und schwerem Breakdown. Auch die Texte kreisen so konsequent um Disziplin, Opfer, Loyalität und Vermächtnis, dass einzelne Aussagen im letzten Drittel an Wirkung verlieren. Mit knapp 29 Minuten endet das Album jedoch, bevor diese Wiederholungen ernsthaft ermüden können.

Entscheidend ist ohnehin weniger die Originalität als die Überzeugung, mit der das Quartett seine Musik spielt. »Rolling Stone« verbindet Härte mit persönlichem Verlust, »Nail In The Coffin« besitzt einen vernichtenden Mittelteil, »Torches« liefert den stärksten Gemeinschaftsrefrain und »The Path« öffnet mit Tempo und Thrash-Solo erfreulich neue Türen.

Damit ist »The Standard« kein revolutionäres Hardcore-Manifest, wohl aber ein wuchtiges und glaubwürdiges Debüt. Southpaw FLHC wissen genau, woher sie kommen, was sie ausdrücken möchten und wie ein Club innerhalb weniger Sekunden in ein körperliches Gesamtkunstwerk verwandelt wird. Der eigene Standard wurde gesetzt – wie stark er die gesamte Szene prägen kann, müssen die kommenden Veröffentlichungen zeigen.

FAZIT:

»The Standard« ist ein kompaktes Hardcore-Debüt mit gewaltigen Grooves, präsenter Bassarbeit, starken Gangshouts und glaubwürdig verarbeiteten Erfahrungen aus Verlust, Armut und persönlichem Wachstum. Wiederholte Songstrukturen, einige allzu grobe Parolen und der deutlich unterbrochene Fluss des Spoken-Word-Titelstücks verhindern eine höhere Wertung, während »Rolling Stone«, »Nail In The Coffin«, »Torches« und »The Path« ordentlich Beton aus der Decke schlagen. Dreieinhalb von fünf Punkten.

TTG Video:

Internet

Southpaw FLHC - The Standard - CD Review

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