Steelwing – Lord of the Wasteland

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Band: Steelwing
Titel: Lord of the Wasteland
Label: Noiseart Records
VÖ: 2010
Genre: Heavy Metal
Bewertung: 4,5/5
Written by: Robert

Eine weitere Band konnte vom brandneuen Label Noiseart Records verpflichtet werden. Diesmal sind es die schwedischen Metal Freaks Steelwing, nicht zu verwechseln mit den bereits aufgelösten Steelwings, die bekanntlich ebenfalls aus dem Ikea Land stammen. Die Truppe existiert erst seit einem Jahr und nun schickt sich die Mannschaft bereits an mit ihrem Debüt „Lord of the Wasteland“ am Metal Thron zu rütteln. Am 30.04.2010 wird der Silberling zu haben sein und für Freunde des klassischen Power/Melodic ist dieser Termin ganz dick, rot und doppelt unterstrichen in den Kalender einzutragen. Riley (voc), Alex (guit), Skürk (bass), Robby (guit) und Oskar Åstedt (drums) verbinden oben genanntes Genre gekonnt mit rockigen Allüren und darüber streut man noch einen großen Patzen NWOBHM und fertig ist das Erfolgsrezept. Mag zwar auf den ersten Blick nicht originell klingen, aber diesem Vorurteil entrinnen die Schweden mit viel Spielfreude und aufgepeppten, fröhlichen Granaten.

Sehr hymnisch leitet man das Ganze mit dem Intro „Enter The Wasteland“ ein.

Gleich zu Beginn mit „Headhunter“ zockt man ein Power – Melodic Metal Programm runter, dass wie eine Lehrstunde in Old School Sachen dieses Genre Styles klingt. Allerdings klingt man nicht etwa altbacken, nein vielmehr schallen die fröhlichen Melodien mit viel Pathos und einer herrlich erfrischenden Spielweise. Auch nicht zu knapp schallen an und ab kleinere Iron Maiden lastige Gitarrenpassagen, die das Konzept sehr gut aufwerten und zum Abgehen nur so anstecken wie eine Influenza.

Noch um einen Tick Old Schooliger und fetziger schicken die Wasa Metaller gleich „Roadkill“ ins Gefecht. Der Track kommt wie schon erwähnt mit mehr Tempo daher und dazu versprüht man noch kleinere Teutonen Einflüsse, die selbst den engstirnigsten Traditionalisten erfreuen werden. Doch man muss nicht unbedingt ein Old Schooler sein um das Stück zu lieben. Mit etwas simpler Spieltechnik erspielen sich die Schweden locker in die Herzen vieler Power Metal Freaks und Kuttenträger und das steht für das Programm welches uns die Burschen hier offerieren. Eine Bangergranate jagt die nächste und dabei bremst man immer wieder ab, um auch etlichen Fäuste reckenden Momente, als auch Mitgrölpassagen einen Platz einzuräumen.

„Sentinel Hill“ wird nun in einem etwas stampfenden Rocktempo nachgeschoben. Guter shakiger, klarer Track der sich hier seinen Weg in den Gehörgang hämmert. An und ab kommen kleinere Parallelen zu alten Europe Tagen zum Vorschein und dadurch klingt der Track als wäre er aus der „Wings of Tomorrow“ oder „Europe“ Ärea entschlüpft. Bis zum Ende hin legt man auf diesen Einfluss immer mehr Augenmerk, mag vielleicht wie eine billige Kopie klingen, ist es aber nicht. Eher im Gegenteil mit viel Charme verzaubert man den Hörer hier mit einem sehr melodisch – rockenden Programm.

Etwas rauer, kantiger und britisch beeinflusster rotiert man nun mit „The Illusion“. Die Gitarren klingen dermaßen nach Iron Maiden in der Frühphase das man schon fast schmunzeln möchte. Anyway die Truppe besticht mit vielen fröhlichen Melodielinien und verwerkt das zu einem ansehnlichen Gebräu das zu überzeugen weiß. Vor allem die Mischung aus NWOBHM, Teutonenstahl und kleineren skandinavischen Roots a la Heavy Load sind ein weiterer Garant für einen Hit der zu bezaubern weiß.

Zackig und mit viel Tempo wird im Anschluss bei „The Nightwatcher“ gleich weiter gemacht. Eine sehr dreckige und mit leichtem – düsterem Flair durchzogene Nummer. Eine Bangergranate jagt auf diesem Album die nächste und auch dieser Song steht hier seinen Vorgängern in nichts nach. Dennoch beschränkt man sich hier eher auf flottes, spritziges Spiel der eingängigen Art und unterwandert dies nur mit leichten Teutonen Ingredienzien.

Klarer und straighter knallt nun „Under The Scavenger Sun“ durch die Bolzen. Das Tempo hält man weiterhin ordentlich am Laufen. Alles in allem hat man sich ganz stark vom NWOBHM Einfluss verabschiedet und liebäugelt vielmehr in Richtung US Metal der Frühphase. Immer wieder unterbricht man das sehr speedige Spiel für etliche, hymnisch – heroisch klingende Stopps.

Wieder zum alten Kontinent zurück kehrt man mit „Point of Singularity“. Einmal mehr verschachteln die Schweden sehr gekonnt Britisch Steel Rhythmen mit leichten, moderneren Melodielinien. Sehr beeindruckendes Gemisch das man uns hier unter die Nase reibt und das weiterhin mit einer atemberaubenden Rhythmusfraktion die amtlich in die Saiten greift und die Felle drischt.

Zu guter Letzt gönnt man uns noch „Clash of the Two Tribes“. Die Eröffnung lässt ein wenig schmunzeln, denn es klingt dermaßen pathetisch das man fast schon geglaubt hätte es handle sich um einen Hidden Track der Manowar Frühphase. Dennoch justiert man mit einem Ruck um und ackert von nunmehr an etwas straighter mit Metal Roots aus den 80ern quer durch Europa. Meiner Meinung nach weiß dieser Track nicht ganz so zu glänzen wie alle die Raketen die sonst auf dieses Album gebannt wurden.

Fazit: Wie Iron Maiden und Konsorten nach einer Frischzellenkur klingen wissen wir nun. Wer diese schwedischen Vertreter einmal gehört hat wird mir da mit Sicherheit zustimmen. Mag dieser Tage nicht die Revolution herbei führen, allerdings wird man in baldigster Zeit in der Szene bekannt sein wie ein bunter Hund.

Tracklist:

01. Enter The Wasteland
02. Headhunter
03. Roadkill
04. Sentinel Hill
05. The Illusion
06. The Nightwatcher
07. Under The Scavenger Sun
08. Point of Singularity
09. Clash of the Two Tribes

Besetzung:

Riley (voc)
Alex (guit)
Skürk (bass)
Robby (guit)
Oskar Åstedt (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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