Band: The Bridal Procession
Titel: Astronomical Dimensions
Label: Siege Of Amida Records
VÖ: 2010
Genre: Death Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Frankreich wartet ja in der letzten Zeit mit einer Hülle von qualitativ hochwertigen Metal Bands auf. Unglaublich mit welcher Präzision diese Bands sich einen Platz im vorderen Drittel in jüngster Vergangenheit ergattert haben. The Bridal Procession aus Paris stehen da ihren Landeskollegen in nichts nach. Feinster Deathcore wird in Form von Hochgeschwindigkeit und mit viel Brutalität auf ihrem Album „Astronomical Dimensions“ durch die Luft gejagt und das im Dauerfeuer. Da heißt es nur alle Mann in Deckung!!!

Mit „Overactive Minds“ wagt man einen sehr epochalen Eingang, der würde eher auf anderes Kraftfutter als auf Deathcore schließen lassen. Kommt aber dermaßen geil rüber dass man schon jetzt sehnsüchtig auf die Weiterführung wartet.

Mit „Flesh To Flesh“ knallt man sogleich wie eine wütende Bestie im Amoklauf auf uns los. Fetzende Rhythmik im wildesten Stil bahnt sich hier den Weg und macht alles platt was sich den Franzosen in den Weg stellt. Gelungen finde ich vor allem die Melodie- als auch die Bombastunterbrechungen. Das wertet das Stück ungemein auf. Den Rest walzt man mit der Grundrhythmik komplett platt und das auf Zehntelmillimeter.

„Shroud Of The End“ wird gleich vom Start deutlich verspielter mit einer Key – Bombastmischung angestimmt. Weiterhin verfolgt man zwar das ultrabrutale Konzept, allerdings schaffen es die Arrangements vom Eingang immer wieder stärker in den Vordergrund. Gute Komplexität die man schlussendlich genau auf den Punkt bringt und das verlangt viel Feingefühl und an dem mangelt es den Parisern nicht.

Zäh und leicht doomig schallt der Anfang von „Atypical Pestilence“ und wird sogleich wieder von viel Wind weg gewirbelt. Noch um Ecken mehr vermischt man epochale Klänge mit druckvoller Härte und das im Dauerfeuer. Deutlich mehr hat man hierbei auf Abwechslung im Tempo gelegt, denn einerseits bahnt man sich speedig den Weg und bremst sich wieder länger ein und vor allem in diesen Passagen wirkt das Ganze etwas Black Death lastiger (Behemoth lassen grüßen).

Leicht melancholisch, gefolgt von einer weiteren epochalen, längeren Runde wird uns sogleich „Astronomical Dimensions“ hinterher geworfen. Sehr stimmige Ansätze die man schmuck ausbaut bzw. erweitert. Auch der folgende flottere Teil lässt vielmehr auf Black Death als auf Deathcore schließen. Sehr gute Abwechslung wo man uns mit technischen Feinheiten den Gehörgang betoniert. Erst im letzten Drittel brettert man wieder vehementer dahin und dabei wird von null auf hundert durchgestartet.

Hymnisch und mit viel Bombast versucht man erneut bei „Pillage The Scavenger“ den Rubikon zu überschreiten. Einmal mehr verwundert mich das wirklich, dass man so etwas mit Deathcore vermischen kann. Das dies leicht möglich ist offerieren uns die Franzmänner am laufenden Band. Der epische Einschlag drückt dermaßen aufs Gemüt das man sich zu Fantasien hinreißen lässt. Doch Vorsicht ist hier geboten, denn nach dem längeren Eingang wird man ruckartig aus den Träumereien gerissen und die Formation jagt uns mit verbissener Härte vor sich her.

Deutlich straighter und von Beginn an schlagender prescht man mit „Diminishing Lungs“ sogleich hinterher. Eingängiger Circle Pit bzw. Rauftrack zum Fresse einschlagen, den man zwischendurch sacht durch bombastische Arrangements abrundet. Gelungene Mischform, wobei aber die pure Härte hier deutlich das Sagen hat.

Gleich wird es nach diesem Massaker von vorhin sehr ruhig und es zaubert mir sofort ein zufriedenes, süffisantes Grinsen ins Gesicht. Wagen es doch die Burschen bei „Obsolete Machines“ einen orientalischen Einschlag mitlaufen zu lassen. Na da hat man bei mir sowieso schon einen Stein im Brett. Technisch aufwendige Härtekost wird uns wie bei einem Orkan mit Arrangements und Spielereien durch die Gehörmuschel geblasen.

Nahtlos geht es mit dem Schlusstrack „Patrons Of Humanity“ weiter wo man erneut zum nächsten Rundumschlag der besonderen Art ausholt. Was zu Beginn wie beim Vorgänger begonnen hat rückt man in deutlich straightere Bahnen. Kraftvoll schöpft man aus den Vollen und das nicht zu knapp und beendet so ein Mörderalbum das nur eine schweißtriefende Hörerschaft hinterlässt, denn durch die Bank hat man ein Tempo drauf das zum Abgehen im Dauerlauf animiert.

Fazit: Grenzgenial mit welcher Perfektion man hier viele Elemente fusioniert bzw. miteinander abgestimmt hat. Druckvoll, brachial auf der einen Seite wertet man das Ganze mit vielen Ideen aus der Bombastecke auf.

Tracklist:

01 Overactive Minds
02 Flesh To Flesh
03 Shroud Of The End
04 Atypical Pestilence
05 Astronomical Dimensions
06 Pillage The Scavenger
07 Diminishing Lungs
08 Obsolete Machines
09 Patrons Of Humanity

Besetzung:

Fabien Clevy (bass)
Steve Garner (voc)
Tuan Nguyen (guit)
Jean-Francois Di Rienzo (guit)
Junior Rodriguez (drums)

Internet:

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About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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