Band: The Dreamside
Titel: Lunar Nature
Label: Lion Music
VÖ: 2009
Spielart: Gothic Metal
Bewertung: 3,5/5
Written by: Robert

Die Norweger The Dreamside sind ja mit 15 jähriger Dienstzeit alte Hasen im Gothic Rock Geschehen und stehen ihren Szenekollegen von Lacuna Coil in nichts nach. „Lunar Nature“ ist bereits Album Nummer fünf und man knüpft nahtlos an die vorangegangenen Werke an. Wem die bereits genannten Kollegen zu modern klingen, der kann sich mit dem Material dieser Truppe sehr gut anfreunden. Doch auch Fans von Lacuna Coil werden hier angesprochen werden, trotz des etwas traditionelleren Spiels das uns Kemi vita (voc), Roman Schonesee (bass), Fried Bruggnik (guit), Cees Viset (guit) und Merijn Mol (drums) bieten.

Mit einer sehr düsteren, melancholischen Breitseite wird rockig eröffnet. Die Nummer nennt sich „Everlasting“ und kommt vor allem durch den oftmals einsetzenden Duett Gesang sehr wuchtig durch die Boxen. Immer wieder steuert man sehr leidende Gefilde an und dort verzaubert einen die Fronterin und versprüht so viel Leid, dass man sich ihrer erbarmen könnte. Die Frontnachtigall weiß aber nicht etwa mit einem Gejaule zu überzeugen, nein ihre Stimme ist eher bodenständig und an und ab wagt sie höhere Ausflüge in denen sie bestens überzeugen kann. Mit einem ruhigen Spiel schiebt man nun „Silently Awake“ nach. Erst einmal versüßt man uns das Zuhören mit einer süßen – verträumten Linie und kaum wagt man einen Schritt nach links oder nach rechts. Vielmehr bezirzt man uns mit einem romantischen Spiel, welches mit einigen Zusätzen gespickt wurde. Auch der etwas druckvollere Ausbruch im Mittelteil ändert nur dezent etwas am Gesamteindruck. Superbes Genießerstück zum Zurücklehnen. Eine kurze Klangeinleitung eröffnet das nun folgende „When Starts Fall“, welches aber unvermindert in deutlich rauere und tiefgründigere Gefilde steuert und mit dominanten Zügen wird weiterhin auf dieser Ebene musiziert und auch der Einsatz von etwas süßlichen Vocalbeiträgen ändert an diesem nichts. Weites gehend wird uns hier melancholische Kost geboten, die vor allem für all jene ist, die eine wirklich beschissene Situation zu verarbeiten haben. Dafür ist der Song bestens geeignet, doch auch wenn man keine Trauer zeigt weis einen der Track das Zuhören zu versüßen. Eine elektronische Synthyspielerei dient als Einführung zum folgenden „Higher Ground“, welches mit viel Tempo gesegnet wurde und dadurch Banger als auch Shaker Feeling aufkommt. Gut situierter Gothic Rocker der schnelleren Art, der bestens zum Abgehen zu recht geschnitzt wurde. Sehr Synthy lastig ist auch die Einleitung von „Sticks and Stones“ ausgefallen und auch hier geht man deutlich schneller zu Werke, lediglich um einige Nuancen wurde das Tempo hier zurück geschraubt. Dafür kommen vielerlei Einsätze im Synthy und Bombast zum Zuge und diese streut man dick über das Grundkonzept des Stücks und dadurch wurde ein flotterer, theatralischer Track geschaffen der es in sich hat. Langsames, doomiges, verzerrtes Spiel und im Hintergrund laufende Möwenklänge leiten nun über zum Nachfolger, welcher sich „Carry On“ nennt. Einmal mehr greift man auf das Erfolgsrezept Leid und Melancholie in seinem kompletten Erscheinungsbild zurück und das geht einem ordentlich unter die Haut. Düster und schaurig wird nun „Lunar Nature“ eröffnet und auch hier geht es deutlich ruhiger zur Sache, wenngleich man die melancholische Schiene markant verlassen hat und sich mehr auf dunkle, düstere, tiefschwarze Romantik versteift. Dadurch hat man dem Titel entsprechend einen Opus geschaffen der einem beim Zuhören eine Gänsehaut zaubert, was vor allem einmal mehr am Duett Gesang liegt, wo vor allem der männliche Kollege gewaltig ins Mikro röhrt und growlt das einem die Spucke weg bleibt und nur durch seine Kollegin versöhnlich gestimmt wird. Mit einem sehr lieblichen Klangintro, welches immer düsterer wirkt schiebt man nun „Hush“ nach. Dieser tieftraurige Beitrag wurde mit vielen Streicherarrangements ausgestattet, die den Song ordentlich aufwerten und somit den gewissen Grad für Melodie, als auch Symphonie liefern. Gut gelungene Mixtur die abermals für Genießermomente gedacht ist. Nach diesem Instrumental der Extraklasse wird es erneut monumentaler, wenn auch kantiger und wuchtiger mit wechselndem Erscheinungsbild. „In Longing“ hat genau die Mischung intus die zum Abschaken bzw. Abtanzen im gemäßigten Tempo einlädt. Als besonderen Zusatz wurden etliche elektronische Erweiterungen eingebaut, die sich dem Gesamtkonzept sehr gut anpassen und man nicht gleich überfordert wird. „Sternenkind“ ist dem Namen entsprechend ein sehr süßlicher Klangtraum, bei dem die Frontlady dabei bedacht ist uns mit viel Gefühl die Seele und das Hören zu verwöhnen. Somit steht einer Entführung nichts im Wege und diese sollte man in entspannter Lage genießen. Sehr dunkel wurde nun die Eröffnung von „Serpents Kiss“ ausgestattet. Deutlich druckvoller, als auch flotter geht hier der Nachfolger zu Gange und verzaubert einen mit vielen kurzen besonnenen Wegweisern, dennoch dominiert das flottere Spiel und dadurch kann man bestens abshaken. Mit dem lieblich verspielten und progressiven Nachfolger „Seeds of Pain“ kredenzt man uns abermals einen Song zum Abtanzen. Dennoch ist im Grundkonzept eher klares Spiel auszumachen und nur in den druckvollen Refrainpassagen die länger anhalten kommen einige Erweiterungen zum Einsatz. Deutlich elektronischer schiebt man uns nun „Willing to Learn“ in den Rachen, welches nach einer sehr gemäßigten Einführung nach und nach sein Klangbild entfaltet und viel Platz für dunkle, als auch melancholische Fantasien einräumt. Um 180 Grad wird nun das Karussell mit „Unspoken“ gedreht. Flotter shakiger Track den man uns hier an vorletzter Stelle präsentiert, der ebenfalls mit vielen dunklen Ecken und Wegweisern ausgestattet wurde und man zu dieser Mischung gut das Tanzbein im gemäßigten Stil schwingen kann. Ruhig und mit akustischem Gitarrenspiel läutet man nun das Ende mit „Vlindertje“ ein. Superbe Abrundung die man hier im akustischen Stil für die Hörerschaft parat hat und ein gewaltiges Epos für dunkle Seelen beendet.

Fazit: Absoluter Gustohappen für all jene die auf Gothic Rock im großen Stil stehen und dabei nicht unbedingt immer auf flottes Spiel, als auch Sopranogesang stehen.

Tracklist:

01. Everlasting 3:36
02. Silently Awake 4:10
03. When Starts Fall 3:50
04. Higher Ground 4:52
05. Sticks and Stones 4:52
06. Carry On 4:43
07. Lunar Nature 5:02
08. Hush 3:32
09. In Longing 4:15
10. Sternenkind 6:39
11. Serpents Kiss 3:57
12. Seeds of Pain 4:05
13. Willing to Learn 4:06
14. Unspoken 4:46
15. Vlindertje 1:35

Besetzung:

Kemi vita (voc)
Roman Schonesee (bass)
Fried Bruggnik (guit)
Cees Viset (guit)
Merijn Mol (drums)

Internet:

The Dreamside Website

The Dreamside @ MySpace

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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