Band: The Kandidate
Titel: Until We Are Outnumbered
Label: Napalm Records
VÖ: 2010
Spielart: Thrash/Groove Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Danish Dynamite heißt es heute wieder. Die Truppe die ich euch heute vorstelle nennt sich The Kandidate und stammt wie schon erwähnt aus Dänemark. Gut ist bis hierher eigentlich kein großes Aufsehen, auch die Stilrichtung sagt erst einmal nur so viel aus, dass es sich hierbei um eine Death/Thrash Kapelle handelt. Wenn man sich aber das Line Up genauer durchliest sticht sofort ein Name ins Auge, denn niemand geringerer als Jacob Bredahl (voc) der ex Hatesphere Fronter hat hier das Sagen. Wer den energiegeladenen Burschen noch von seiner Zeit mit eben genannter Truppe kennt, weiß dass es auch hier höchstwahrscheinlich die Geschwindigkeitsskala steil nach oben schnellt und man mit viel Energie auf dem am 29.01.2010 erscheinenden Meisterwerk „Until We Are Outnumbered“ zur Sache geht. Der Output wurde gemeinsam mit Allan Tvedebrink (guit), KB Larsen (bass) und TBA (drums) eingespielt und dürfte all jene interessieren die auf gepflegte Nackenschmerzen stehen, die als Folge vom kräftigen Bangen hervorgerufen wurden. Dies ist auch kein Wunder denn die hämmernden Thrash/Death Beats die man hier abfeuert animieren bestens dazu.

Mit einer steifen Brise fegt man auch schon gleich mit dem Opener „Strength Through Diversity“ über den Hörer hinweg. Wer vielleicht glauben mag, dass aufgrund seiner ehemaligen Band hier eine moderne Variante des Thrash Metal aus den Boxen schallen würde der irrt. Sicher kling die Thrash Metal Spielweise die man hier abliefert zwar nicht altbacken, dennoch weist sie wesentlich mehr Wegweiser in Richtung good old Thrash Metal der 80ies der Marke Exodus und Co auf. Das Tempo mit dem man hier die Party einläutet ist einfach gewaltig und animiert hier komplett aus zu ticken und abzugehen als gäbe es keinen Morgen.

Mit viel Groove und auch einem enormen Tempo schiebt man nun „Give up all Hope“ nach. Zwar geht es auch weiterhin ordentlich zur Sache, dennoch werden einige Nachjustierungen geboten, die aus der eher simplen Thrash Metal Version ausbrechen. Auch ein gewisses Death lastiges Spiel kommt hier zum Einsatz und vereint sich hier recht gut mit den thrashigen Roots. Komplettiert wird die Runde noch mit einigen Melodievariationen und fertig ist eine weitere Granate die zum Abgehen einlädt.

Sehr verzogen und verspielt klingt der Beginn von „Shut ‚em Up“, doch gleich werden wieder die Maschinen hochgefahren und man jagt uns wieder mit viel Tempo vor sich her. Auch kleinere moderne Einflüsse kommen zum Einsatz, diese bekommen aber kaum Oberwaser und sind nur vereinzelt dezent eingesetzt worden um den Track etwas knackiger klingen zu lassen. Absolut gelungener Einfall, denn dadurch klingt das Material der Truppe trotz vieler alter Roots herrlich erfrischend.

Noch um einen Tick moderner kommt nun „Distress and Decay“ daher. Dadurch wird ein größerer Groovefaktor erreicht. Den man mit vielen Blitzstarten in speediger Form ablöst und diese behält man länger bei, bevor es wieder grooviger und auch streckenweise hymnischer zur Sache geht. Gut gelungen Mixtur aus beiden Spielweisen die man sauber auf einen Konsens bringt.

Ein gutes Bretterspiel läutet nun „In Hell“ ein. Auch der Groove Einfluss kommt hier gut zum Tragen und vereint sich sehr gut mit der Spielweise die nun geboten wird. Dezent wurde die volle Fahrt reduziert und man acker etwas gemäßigter als man es bis dato getan hat. Kommt gut und zeitgerecht rüber, doch als Verschnaufpause darf man diesen Song nicht sehen.

Schräg und verspielt läutet man nun „We conform to the Unrighteous“ ein. Ein Bass Solo krönt die experimentierfreudige Spielweise die nach etwa einer Minute in etwas klarere Gefilde rüber wechselt. Sehr melodisches Bretterspiel lädt hier ein seine Nacken zu strapazieren und das mit einer enormen groovigen Kraft im stampfenden Tempo. Was etwas fehlt sind die Vocals, aber auch ohne die kann man viel Eindruck mit diesem Song schinden, wenn auch nur in instrumentaler Form.

Voll in die Fresse geht es nun mit „Live a Lie“ weiter. Wilder Nackenfräsender Circle Pit Track der zur Mosh und Raufparty aufruft. Treibende Beats animieren dazu bestens und kurzerhand werden kleine Breaks verwerkt die zum Reserveholen gedacht sind, bevor man wieder auffordert infernal abzugehen bis man vor Erschöpfung umfällt.

Nahtlos knüpft man mit dem wutentbrannten „The Kill“ an. Dennoch weit grooviger findet hier die Fortsetzung statt. Wut und Hass ist aber auch hier eine Hauptingredienz die in das Gebräu geworfen wurde. Dennoch geht es nicht so wild ab wie man es beim Vorgänger getan hat. Nackenschmerzen wird aber auch dieser Song verursachen so viel ist schon mal sicher.

Weiter auf voller Fahrt geht man mit einem Affenzahn beim „Enemy“ auf die Hörerschaft los. Somit endet die wilde Karussell Fahrt keineswegs und wer nicht eine gute Kondition hat wird nach all den vorangegangen Granaten hier vor Erschöpfung zusammen brechen. Kurze Breaks gönnt man zwar als Verschnaufpause, doch schon wird mit einem gehässigen Grinsen der Hörer hochgejagt und weiterhin zum Abhoten befohlen. Solchen Befehlen folgt man doch liebend gerne!!!!

Die Beendigung des Albums wird grooviger, mit wie sollte es auch anders sein, einem guten Tempo vollzogen. „Yours Truly“ nennt sich der Rausschmeißer der uns mit einem Tritt wieder hochjagt, auch wenn man sich lieber ausrasten würde. Die komplette, aufgestaute Wut wird hier noch einmal auf den Fan losgelassen und so bleibt einem nichts anderes übrig als alle Reserven zu aktivieren, um schlussendlich noch einmal alles zu geben um mit dem gezeigten Tempo Schritt halten zu können.

Fazit: Sauber was uns hier von den Dänen geboten. Die Danish Dynamite Fraktion ist nicht aufzuhalten und wenn noch mehr solche Bands aus dieser Richtung kommen, kann man wohl von einer eigenen Spielweise, wie dem Göteborg Metal reden. Muss der Fan des etwas moderneren Thrash Metal haben. Pflichtkauf für all jene die gerne im Circle Pit ihr Unwesen treiben.

Tracklist:

01. Strength Through Diversity 3:16
02. Give up all Hope 3:45
03. Shut ‚em Up 3:09
04. Distress and Decay 2:16
05. In Hell 3:45
06. We conform to the Unrighteous 3:01
07. Live a Lie 2:46
08. The Kill 3:38
09. Enemy 3:41
10. Yours Truly 3:24

Besetzung:

Jacob Bredahl (voc)
Allan Tvedebrink (guit)
KB Larsen (bass)
Nick (drums)

Internet:

The Kandidate Website

The Kandidate @ Myspace

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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