TRAGOS – Bellicum

TRAGOS - Bellicum - album cover

Band: TRAGOS 🇫🇷
Titel: Bellicum
Label: Independent
VÖ: 13/03/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. Lethal Suspiro
02. Fragmento Fugit
03. Penumbra Prolix
04. Narcissus Vortex
05. Labor Delusiv
06. Scherzo Patibul
07. Chthonian Exult
08. Random Punishment
09. Ritual Deflor
10. Sanguinolent
11. Egofabulist
12. Opus Carnifex

 

Besetzung

François Delmont – Bass
Cédric Peresse – Guitars
Laurent Boyard – Drums
Kev Boomer – Vocals

 

Bewertung:

3/5

Death Metal aus Präzision und Härte

TRAGOS liefern mit »Bellicum« ein Werk ab, das den Death-Metal-Fans klare Linien und brutale Intensität bietet. Die Band aus Frankreich besteht aus François Delmont am Bass, Cédric Peresse an den Gitarren, Laurent Boyard am Schlagzeug und Kévin Boomer am Gesang. Vier Musiker, die ihren eigenen Sound formen: technisch anspruchsvoll, aber ohne sich in endlosen Soli zu verlieren.

Angriffslustiger Einstieg

Der Opener »Lethal Suspiro« lässt keine Zweifel daran, dass TRAGOS auf Härte setzen. Der Bass von Delmont drückt massiv, während Peresses Gitarren schnelle Riffs mit präziser Aggression kombinieren. Boomer schreit sich die Seele aus dem Leib, unterstützt von Boyards druckvollem Schlagzeugspiel, das den Song treibt. Schon hier zeigt die Band, dass sie melodische Elemente nur sparsam einsetzt, um die rohe Energie zu betonen.

»Fragmento Fugit« geht nahtlos in komplexere Strukturen über. Die Gitarren wechseln zwischen rhythmischer Härte und schneidenden Leads, während das Schlagzeug Tempowechsel einbaut, die den Hörer ständig auf Trab halten. Ein Song, der technisch fordert, aber nie überladen wirkt.

Zwischen Melodie und Chaos

Mit »Penumbra Prolix« und »Narcissus Vortex« setzen TRAGOS auf düstere Atmosphäre. Gerade »Narcissus Vortex« fällt durch einen hypnotischen Mittelteil auf, der einen Moment Ruhe in das ansonsten aggressive Album bringt. Hier zeigt sich, dass die Band in der Lage ist, Spannung aufzubauen und den Hörer zwischen Blastbeats und Gitarrenwänden zu fesseln.

»Labor Delusiv« und »Scherzo Patibul« kehren zu klassischer Death-Metal-Struktur zurück. Schnelle Riffs, präzise Drums und gutturale Vocals sorgen für einen gnadenlosen Flow, der die physische Wirkung von Live-Shows vorwegnimmt. Man merkt, dass TRAGOS ihre Musik bewusst so arrangieren, dass kein Moment verschwendet wird – jeder Takt hat seinen Platz.

Höhepunkt und Exzesse

»Chthonian Exult« ist ein Höhepunkt des Albums. Die Gitarrenarbeit ist hier besonders scharf, fast sägend, während das Schlagzeug die rhythmische Brutalität unterstreicht. TRAGOS verstehen es, ihre Songs dynamisch zu gestalten, sodass sich das Tempo anfühlt wie ein wütender Strom, der kaum abzubremsen ist.

»Random Punishment« und »Ritual Deflor« zeigen die dunkle Seite der Band. Unbarmherzig und düster, bauen die Tracks ein Gefühl von Ritual und Gewalt auf. Hier wird deutlich, dass TRAGOS nicht nur auf technische Fertigkeit setzen, sondern auch narrative Elemente einweben, die eine bedrohliche Atmosphäre schaffen.

Abschluss mit Nachdruck

Die letzten Stücke, »Sanguinolent«, »Egofabulist« und »Opus Carnifex« runden »Bellicum« mit kompromissloser Härte ab. Gerade »Opus Carnifex« wirkt wie ein finales Statement: dicht, komplex, aber niemals unnötig verschachtelt. TRAGOS demonstrieren hier ihre Fähigkeit, technische Brillanz und rohe Gewalt in einem Song zu vereinen.

»Bellicum« ist kein Album, das leicht zugänglich ist. Es fordert Aufmerksamkeit, technische Sensibilität und eine Vorliebe für Death-Metal in seiner rohen, ungeschönten Form. Die Produktion ist sauber, lässt aber genug Raum für die Aggression und die Dynamik der Musiker. Mit 3 von 5 Punkten bewertet, zeigt das Album solides Handwerk und Momente echter Brillanz, bleibt aber in manchen Teilen hinter dem Potenzial der Band zurück.

TRAGOS liefern ein Werk, das Fans des Genres sowohl zufriedenstellen als auch fordern wird. Wer Death Metal mag, der auf Präzision und düstere Atmosphäre setzt, findet in »Bellicum« reichlich Material zum Abtauchen. Für alle anderen könnte die Härte eine echte Herausforderung sein, aber genau das macht die Platte auch spannend. Sie schreit nach Aufmerksamkeit, lässt sich nicht nebenbei hören und zeigt, dass TRAGOS ihr Handwerk verstehen.

Fazit: TRAGOS zeigen mit »Bellicum« eine Band, die das Genre beherrscht, aber noch Raum für kreative Weiterentwicklungen hat.

Internet

TRAGOS - Bellicum - CD Review

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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