VOODOO SIX – Simulation Game

VOODOO SIX - Simulation Game album cover

Band: Voodoo Six
Titel: Simulation Game
Label: Explorer1
VÖ: 06/03/20
Genre: Hard Rock
Bewertung: 3,5/5

Simulation Game“ ist ein Hard Rock-Album, das der typischen Gitarre-Bass-Schlagzeug-Kompilation den Kampf ansagt. Denn unter die drei Hauptessenzen mischen sich gekonnt Streichinstrumente.

VOODOO SIX sind bekannt für modernen, dynamischen Hard Rock mit Blues-Unterton und halsbrecherischen Riffs. Sogar Steve Harris, Bassist von IRON MAIDEN, hat ein Auge auf die Londoner Band geworfen. So kam es auch dazu, dass „Simulation Game“ in Steves Barnyard Studio aufgenommen und gemischt wurde.

Um es gleich vorwegzunehmen: mir gefällt Niks Gesang nicht besonders gut. Ich habe allerdings versucht, die Vocals zu ignorieren und dem Rest mehr Beachtung zu schenken.

Was mir bei „Simulation Game“ positiv aufgefallen ist, ist die Verwendung von Streichinstrumenten. Von einem Hard Rock-Album hätte ich definitiv keine großartige orchestrale musikalische Untermalung erwartet. Teilweise spielt die Musik nur um Hintergrund und verleiht dem Song eine lockere Atmosphäre. Manchmal wird den Streichern mehr Raum gelassen und sorgen für richtig schöne, interessante Passagen. Die Kombination gefällt mir richtig gut, weil sie originell ist.

The Traveller“ ist schon mal kein schlechter Start. Sehr rockig, spannendes Intro, flotte Strophen, die die Stimmung heben. Was mich an den Vocals so stört ist, dass man den Text kaum versteht. Nik nuschelt relativ emotionslos ins Mikro rein, im Refrain reißt er sich mehr zusammen. Hier gibt’s ein „Streicher-Solo“, was mich vor allem beim ersten Mal Hören hellhörig gemacht hat, weil es komplett gegen meine Erwartungen war.

Gone Forever“ finde ich tatsächlich richtig gut. Es hat einen guten Rhythmus, ist weder zu schnell noch zu langsam, überliefert eine eigene Stimmung. Hier gefällt mir Niks Gesang ziemlich gut. Die symphonische Untermalung passt perfekt. „Liar and a Thief“ zählt mit dem Titel davor zu meinen absoluten Favoriten. Er startet symphonisch und verwandelt sich dann in einen frechen, lässigen Rocksong.

Inherit My Shadow“ startet mysteriös und wird zunehmend härter. Den Refrain finde ich hier allerdings richtig mies. Hört sich an wie ein 08/15-Rockrefrain zum Runterladen. Der Rest des Liedes löst auch nichts mehr aus bei mir bis auf das starke Bedürfnis, weiterzudrücken. „Last to Know“ ist dem vorherigen Song ziemlich ähnlich: geiles Intro, Rest eher langweilig, obwohl dieser Refrain definitiv besser ist. „Lost“ bietet einen schnellen rockigen Start, der dann mit einem harten Riff runtergebrochen wird. Dann schlägt die Stimmung um, es wird düsterer und nachdenklicher. Die Strophen sind gut, Niks Weise „back“ zu singen jagt einem einen kalten Schauer über den Rücken – auf positive Art und Weise.

Was wäre ein Rock-Album ohne Powerballade? „Never Beyond Repair“ stellt sicher, dass „Simulation Game“ nicht ohne veröffentlicht werden muss.  Strophen sind gut, Refrain gefällt mir dank Niks gequälter Singerei nicht besonders und wäre auch ohne nichts Außergewöhnliches. In „Brake“ werden die Streicher wieder ordentlich gefordert, was dem Song eine spezielle Atmosphäre verleiht. Daneben gibt es schön verzerrte Riffs und einen eingängigen Refrain. Nach 3 Minuten 40 ca. glaubt man, das Lied sei zu Ende. Dann kommt dieser unglaublich schöne ruhige Part, der nach weniger als einer Minute vom Solo abgelöst wird. „Control“ ist sehr rockig und eingängig. Er glänzt nicht durch Komplexität, aber die Streicher verleihen dem Song etwas Originelles, das es letztlich richtig gut macht.

One of Us“ ist schnell und rockig, gleichzeitig sehr melodisch durch die Streichmusik ist. All diese Komponenten werden gekonnt kombiniert und aufeinander abgestimmt. Die Strophen werden durch das abgehackte Riff aufgepeppt, das dann flüssiger und schneller wird. Der Refrain allerdings wirkt wieder wie so ein 08/15-Chorus. Einfach nur den Titel des Songs singen und es „Refrain“ nennen wird echt langweilig. Aber der Rest des Songs ist grandios und rundet das Album gelungen ab.

Fazit: „Simulation Game“ ist eine interessante Kombination aus rockigen und symphonischen Klängen, wobei der Gesang schwächelt und dem einen oder anderen Song an Raffinesse fehlt.

Tracklist

01. The Traveller
02. Gone Forver
03. Liar and a Thief
04. Inherit My Shadow
05. Last to Know

06. Lost
07. Never Beyond Repair
08. Brake
09. Control
10. One of Us

Besetzung

Nik Taylor‐Stoakes (Vocals)
Matt Pearce (Guitar)
Tom Gentry (Guitar)
Tony Newton (Bass)
Joe Lazarus (Drums)

Internet

VOODOO SIX – Simulation Game CD Review

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