Band: Wild Champagne
Titel: Fire and Water
Label: STF Records
VÖ: 2010
Genre: Heavy Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

New Energy Rock nennt sich die Truppe die ich euch heute aufs Auge bzw. Gehör drücken möchte. Wild Champagne performen in der Konstellation Dietmar (bass), Lars Fischer (voc & guit) undFrank Barth (drums) treibende Heavy Metal Riffs und diese unterwandert man mit einigen klassischen Rock Trademarks. Für Freunde des NWOBHM dürfte die Truppe äußerst interessant sein, denn streckenweise erinnern mich gewisse Sachen an die eisernen Jungfrauen. „Fire and Water“ heißt das neueste Werk welches nun via STF Records erhältlich ist. Dabei ackert sich der rockende Dreizack durch ein 11 Track Programm das wirklich bis tief unter die Haut geht.

Die Wiesmoorer starten gleich mit „Now or never“ wie eine Rakete durch. Treibende Heavy Riffs beißen sich recht gut am Trommelfell fest und garantieren richtig gehend Ohrwurmcharakter. Stimmlich wandelt der Lars auf einer Schiene zwischen Bruce Dickinson und Blaze Baley. Wohlgemerkt ist nicht nur der Wiedererkennungsfaktor sehr zwischen den beiden tendierend, nein auch von der Tonlage kreischt er sich nicht in hohe Tonlagen vor, sondern bleibt eher im bodenständigen Bereich. Die galoppierende Bretterschiene wird oftmals durch kürzere Melodic Halte, aber auch Soliangriffe unterbrochen und schon ackert man wieder herrlich erfrischend mit viel Tempo unterm Hinterteil dahin.

Sehr rockig und mit einem kleinen Aufblitzen einiger Gitarrensolis a la Mike Oldfield wird nun „Wanted“ gestartet. Die Weiterführung ist von einer sehr schwermütigen Spielweise geprägt und diese lässt das ganze kurzerhand etwas wankelmütiger erscheinen. Dennoch kommt die Initialzündung etliche Sekunden später und man agiert wieder mit mehr Tempo weiter. Guter shakiger Track mit vielen schroffen Breaks wo man ordentlich die Zügel fest hält. Doch lange wird nicht das dezente Tempo beibehalten und schon wird wieder mehr Dampf im Kessel fabriziert.

Sehr rotzig mit kleinen punkigen Einflüssen und einer sehr modernen Rock Schiene lässt man nun „Do what you want“ vom Stapel. Sehr grooviger und stampfender Rocker mit vielen modernen Einflüssen. Dennoch weiß die Mannschaft wie man gekonnt moderne und traditionelle Rockrhythmik bestens unter einen Hut bringt.

„Burn out“ wird mit einer kleineren Ähnlichkeit dem Vorgänger entsprechend weiter gefahren. Wobei man hier weites gehend mehr auf traditionelle Klänge achtet und moderne Einflüsse kurzerhand in den Hintergrund stellt. Das Tempo wurde merklich gesteigert, wenn auch nur um etliche Nuancen. Dennoch weiß der Song bestens zum Abgehen zu animieren, wenn auch mit einer milderen Spielweise, die oftmals in galoppierende Gewässer mündet.

Der Titeltrack „Fire and water“ steht an fünfter Stelle und beginnt äußerst hymnisch. Sogar kleinere Ingredienzien im folkigen Bereich kann man gut aufnehmen. Nach etwa 40 Sekunden tritt man wieder gehöriger das Gaspedal und man ackert wieder mit viel Feuer unterm Hintern dahin. Treibende Riffs jagt man uns hier mit einem fröhlichen Grinsen durch die Ohrmuscheln und oftmals wird ein kurzer hymnischer Halt eingelegt, diese Parts sind von leichten Chorrefrains geprägt, die das hymnische Feeling merklich steigern.

Mit viel mehr Rotz spuckt man uns „United heavy metal“ vor den Latz. Sehr roher und herber Song mit vielen schroffen Ecken und Kanten. Die Geschwindigkeit wird komplett durchgemischt, auch wenn etwas verhaltene Takte eher das Programm definieren. Ein wenig beschleicht mich hier das Gefühl das man hier eine rockige True Metal Hymne geschrieben hat und das erinnert ganz leicht an Manowar. Dennoch kann von pathetischem Kitsch zu keinem Zeitpunkt die Rede sein.

Ein akustisches Gitarrenspiel, welches von gefühlvollen Vocals begleitet wird, steht bei „I want you“ als Garant dafür, dass wir hier etwas gemütlichere Klangkost geboten bekommen. Diese ist mit Sicherheit etwas romantischer ausgefallen, doch eine Ballade ist es nicht geworden. Dafür gibt es oftmals zu viele Gemütsausbrüche. Schön durchgemischte Gefühlslage die man klanglich bestens wieder gibt.

Wesentlich temporeicher geht die Fahrt mit „Holy“ weiter. Dennoch verbleibt man weites gehend eher im stampfenden Bereich. Dadurch hat man einen sehr fröhlichen, als auch shakigen Rockhappen hier parat und dieser wird ebenfalls öfters mit hymnischen Allüren unterbrochen.

Schroffe, erdige Riffattacken bläst man uns zu Beginn von „Stranded on a sunny beach“ um die Ohren. Die Geschwindigkeit wurde ganz leicht gesteigert und man agiert von nun ab etwas kraftvoller, aber ebenfalls eher stampfend dahin. Unterbrochen wird diese Grundrhythmik von vielen Melodieattacken die von etlichen Gitarrenangriffen geboten werden.

Eine gute Drumeröffnung leitet uns zum nächsten Stück Namens „Under Dragons“ ein. Sehr fröhlicher Rocker mit vielen knackigen Riffeinlagen die einerseits melodisch und andererseits etwas erdiger und schroffer rüber kommen. Solide Arbeit die zu begeistern weiß.

Eine fröhliche Rockhymne mit viel Melodie im Blut beschert man uns als Abschluss mit „Damn good times“. Komplett mischt man hier die Rock und Metal Ingredienzien, als auch das Tempo und Spielweise durch. Sehr facettenreiches Endstück für ein klasse Album und diese wird sehr hymnisch beendet.

Fazit: Die Betitelung New Energy Rock nimmt man den Herrschaften von Wild Champagne locker ab. Für Freunde des traditionellen Rock, aber auch des NWOBHM ist diese Album mehr als nur empfehlenswert.

Tracklist:

01. Now or never
02. Wanted
03. Do what you want
04. Burn out
05. Fire and water
06. United heavy metal
07. I want you
08. Holy
09. Stranded on a sunny beach
10. Under Dragons
11. Damn good times

Besetzung:

Dietmar (bass)
Lars Fischer (voc & guit)
Frank Barth (drums)

Internet:

Wild Champagne Website

Wild Champagne @ MySpace

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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