Photo by Martin Häusler

Pünktlich zum 30. Dienstjubiläum schicken HELLOWEEN mit „My God-Given Right“ ein weiteres Highlight der Band-Vita ins Rennen, an dem ich mich einfach nicht satt hören kann. Abwechslungsreich, hart, melodiös und alle Trademarks beinhaltend, die man von der nicht-tot-zu-kriegenden Speerspitze des deutschen Metal kennt und liebt. Fetter Sound, ins-Ohr-fressende und schnell mitsingbare Chöre / Refrains, die einfach nicht langweilen wollen.

Gut für Fans und Band, deshalb mal fix mit dem Hamburger Jung und permanentgutgelaunten Bassisten Markus Großkopf früh morgens um 11Uhr während seines Frühstücks ein paar erfrischende Worte gewechselt, was sich die Band dabei gedacht, warum man verloren in Amerika war, uvm… Lest selbst!

Totti:
Hi Markus, alles gut?

MG:
Joar, alles gut!

MG:
Wofür steht das „at“ in Eurer Adresse, wo bist Du denn grade?

Totti:
Ich bin derzeit in Niedersachsen…“at“ steht für Austria, ich bin die niedersächsische Vertretung des österreichischen Onlinemagazins www.metalunderground.at!

MG:
Ahso…da können wir ja deutsch schnacken…hab´ schon vergessen, wie das geht…zu viele englischsprachige Interviews in den letzten Tagen gehabt.
(Gelächter…und er rutscht ins hamburgisch-indisch-englischsprachige ab…)
Das ist ja die Zeit der guten Gespräche…oder wie nennt man das?…äähhhh… Achja… Promotion…
…vielleicht bei ´nem guten Bier…

Totti:
Naja, dafür ist ja noch bisschen früh…

MG:
Joa joa…ab 4, heißt´s nicht Bier ab 4?

Totti:
Na dann sind wir ja schon wieder 7 Stunden zu spät…
hahaha 😀
Schön mal wieder mit Dir zu sprechen, das letzte Mal liefen wir uns in Berlin zur Releaseparty von „UnArmed“ über den Weg…übrigens: aus meiner Hörsicht ein schönes Best-Of Album…

MG:
Ach das war der kleine Gig im Gibson Showroom, kann mich sogar noch dran erinnern (hahaha)…hat´s dir gefallen?

Totti:
Joar, fand´ ich klasse, hat mir sehr gut gefallen, mal etwas nicht ganz so HELLOWEEN-typisches…! Wobei ich auch gestehen muss, das mir die eher ungewöhnlichen HELLOWEEN Alben bis dato immer große Freude bereitet haben…! Die Band hat so viele Facetten und zeigt sie leider zu wenig…

MG:
Joa, da mussten wir auch lange drum kämpfen um aus allen Alben irgendwie aus den verschiedenen Stilen etwas lustiges zu machen. Wir hatten ja immer recht metaluntypische Nummern auf unseren Alben, ob nun „Dr.Stein“, I Want Out“; Rise & Fall“,…und so haben wir uns das Recht erspielt, uns auch mal etwas vielseitiger zu präsentieren, das ist auch ganz geil und interessant gewesen, anstatt immer nur dasselbe…

Totti:
„Chameleon“ ist für mich da definitiv das beste Beispiel und ein echtes Rock & Metal Highlight für mich, wofür ihr ja leider sehr von der Fanschaft „abgewatscht“ wurdet…

MG:
Haha…das ist aber jetzt auch mal ein Extrembeispiel, was man eigentlich so alles für Sachen machen kann…aber ich finde s toll, nach all den Jahren so etwas abwechslungsreiches im Backkatalog zu haben.

Totti:
Weiß nicht, ob Du mein Review (https://www.metalunderground.at/?p=47234) gelesen hast…

MG:
Weiß ich jetzt auch nicht…

Totti:
Kann aber von meiner Seite aus sagen: ich finde „My God-Given Right“ ist ein echtes Highlight in der Band-Bio…

MG:
Dankeschön, dann haben wir ja alles richtig gemacht!

Totti:
Muss vielleicht auch dazu erwähnen, das ich die letzten Alben „nur“ gut fand, nicht jeder Song zündete und mir blieb nur das „skippen“! Auf dem aktuellen Album aber, finde ich nicht einen Füller, ich lasse es komplett laufen, es geht in den Kopf und will nicht mehr raus! Also: Nochmal gestartet und gehört…

MG:
Naja, das ist halt immer verschieden, manche finden die „Straight Out Of Hell“ am coolsten, manche fuhren auf die „7 Sinners“ am meisten ab,…aber so ist´s nun mal, es ist ja jedem sein gottgegebenes Recht, nicht alles gut zu finden, von daher ist´s ok.

Totti:
Dann kommen wir doch mal zum Album; pünktlich zum 30. Dienstjubiläum haut ihr ein Album raus, was die Latte für weitere Veröffentlichungen sehr hoch legt und aus meiner Sicht eure Discographie leuchtend bereichert. Außerdem fällt mir auf, das der Grundtenor auf dem Album recht positiv ausgefallen ist, obwohl es bei dem Titel „My God-Given Right“ auch bedeutend düsterer hätte ausfallen können…
Die IS ist ja auch der Meinung, es wäre ihr gottgegebenes Recht, diesen Genozid zu veranstalten…

MG:
Naja, nun…das ist ja auch mal ´ne Ansichtssache, wie jeder damit umgeht, denn jeder sollte auch gewissenhaft damit umgehen. Solange Du niemanden weh tust der nebenan irgendwas anderes tut, kannst du auch tun lassen was DU willst! Es ist ja nicht dein gottgegebenes Recht jemanden weh zu tun, nur weil er anders denkt oder was anderes tut, was niemanden weh tut. Das wäre ja Quatsch. Sollte doch jeder tun können was er möchte, solange er dabei andere nicht auf die Füße tritt, beleidigt oder diskriminiert.

Totti:
Woher kommt denn nun diese Positivität; hat die sich eingeschlichen, war das der Plan, ergab es sich irgendwie beim Songwriting?

MG:
Hmmm…ja…irgendwie hat es sich in den letzten Jahren immer bewährt als Konzept kein Konzept zu haben sondern einfach drauf loszulegen und zu sehen was dabei herauskommt. Wir haben jetzt nicht gesagt:
Komm, lass uns etwas positives tun!
Wir schreiben drauf los und was unseren Erachtens nach Bauch- und Herzgefühl dabei entsteht und unserer Meinung nach auf´s Album passt, wird genommen.
Wir fuhren in den letzten Jahren mit dieser Art und Weise am besten. Auch der Song „My God-Given Right“ hat nicht wirklich ein Konzept sondern ist ja eher ein Statement. Und wir finden es auch ganz geil, uns einfach hinzusetzen und ein paar Heavy Metal Rocktracks zu schreiben ohne dabei Konzepte beachten zu müssen, die besten davon auszusuchen und ´ne neue Platte daraus machen zu können. Diese Herangehensweise ist bedeutend entspannter, als wenn man zu jeder Sekunde an das Konzept denken und es auch beachten muss. Konzepte haben wir inzwischen ja auch oft genug erarbeitet!
Wir sind bis jetzt sehr gut damit gefahren und das hat ja auch eine gewisse Frische.

Totti:
Wie läuft das bei HELLOWEEN mit dem Songwriting, setzt ihr euch auf Andi´s Insel an den Pool und tauscht relaxt Input / Ideen aus? Wird solange gejammt, bis es passt oder läuft das heutzutage auch bei euch eher unromantisch via Filesharing bis man sich dann im Studio zu den Aufnahmen wiedersieht und gemeinsam die Ideen komplett einspielt?

MG:
Joar..das ist fast so, schön am Pool hocken und Corona trinken…
hahaha… 😀
Nein, aber so scheint es letztendlich auch am besten zu funktionieren.
Wenn wir nach monatelanger Tour nach Hause kommen und auch mal wieder andere Freunde und Kumpels wiedersehen wollen, mit denen abhängen und du dein eigenes Leben führen willst, ist das die bessere Variante als wenn man sich sofort wieder gemeinsam in den Proberaum einschließt! Es geht, aber es ist angenehmer, wenn jeder vorerst sein eigenes Zeug schreibt und sich dann alle wieder beim Andi und dem Corona am Pool treffen! Dann werden über die Demovorschläge gemeckert, gelacht oder was draus gemacht! Das funktioniert einfach nur gut für uns!
Jeder hat so sein eigenes Reich, in dem er am besten funktionieren kann. Bässe aufgenommen, als Demo zu Andi geschickt und abends dann mit den Kumpels auf die Piste! Das ist schon sehr entspannter als sich nach 3 Monate Tour mit kurzer Pause wieder wochenlang im Proberaum mit den Leuten einzuschließen und aufeinander zu hocken! Da hat man noch genug private Atmosphäre und dem Songmaterial schadet das ja letztendlich nicht wenn wir mal ein bisschen Abstand zueinander halten! Im Studio später bearbeiten wir die Songs ja sowieso wieder gemeinsam.
Vielleicht machen wir das auch irgendwann mal wieder anders, man soll ja nicht nie sagen…
😉

Totti:
Wurden für´s aktuelle Album ausschließlich neue Songs geschrieben, neues „Material“ verarbeitet oder haben HELLOWEEN eine große „Riff-Jukebox“ auf die immer wieder zurückgegriffen werden kann um ggf. ein lange im Kopf herrumschwirrendes Riff endlich in das passende Songgerüst zu stecken?

MG:
Nö, die waren eigentlich irgendwie alle neu…ich glaube die Ballade von Sascha wurde schon mal in Angriff genommen, hatte aber auf dem Album nicht funktioniert.
Und dann haben wir die mit auf´s neue Album gepackt und passt auch bestens ins Gesamtbild. Wir wollen eine gewisse Stilvielfalt auf einem Album und das passte.

Totti:
Ich wusste es, ich habe es herausgehört! Sie klingt nicht fremd oder nach Füller, aber sie klingt anders als das neue Material! Und mindestens genauso gut! Ich höre „My God-Given Right“ seit Wochen mindestens 1-2x täglich und irgendwann fällt so etwas auf!

MG:
Ja, das kann gut sein, wir haben das hier und da mal ganz gern, ´ne Kante oder ´ne Ecke reinzuhauen damit es es nicht ganz so glatt geschliffen rüberkommt.

Totti:
Charlie Bauernfeind hat das gute Stück produziert, wo wurde produziert? Auf der Insel? Hat Andi dort ein komplettes Studio mit allem Equipment und Schnickschnack, was das Album benötigt?

MG:
Ja, wir haben wieder auf Teneriffa provoziert…
(hahaha… 🙂
Der Charlie ist ja eigentlich ein „Fahrensmann der Produzentenszene“…
hahahaha…. 😀
Der kommt ja mit seinem Auto überall hin und hat auch -so glaube ich- kein festes Studio!
Das ist sehr praktisch, so kann er flexibel überall dort sein, wo produziert werden kann.
Der Charlie weiß auch, was wir im allgemeinen wollen und alle können sich soweit schon drauf vorbereiten. Wir haben es halt sehr gern kuschelig in der HELLOWEEN-Familie. Da gibt es den Keeper, den Kürbis, den Doktor Stein, den Charlie,…und sowas…
hahahaha 😀

Totti:
Verstehe, dann sollte man den Charlie auch mal auf dem nächsten Shirt mit verewigen…

MG:
Hahaha…ja genau, könnte man machen…

Totti:
Was wurde diesmal anders an der Produktion gemacht? Der Albumsound klingt nach mehr „Wumms“, hat mehr Vibes, kracht eingängiger,…direkter! Was, und warum wurde es gemacht?

MG:
Ich glaub´, es klingt einen Tick wärmer…weil irgendwann dachten wir, lass uns doch mal ganz leicht in Richtung 80er produzieren, und ich finde das sehr spannend, denn ich finde das geil gelungen, Charlie hat das echt gut hingekriegt.
Ich spiele nur meinen Bass und achte dabei nicht wirklich auf den Sound. Da macht mir Charlie den Sound und ich sag dann nur noch: ist geil, lass loslegen! Das klappt auch schon, weil wir wissen was wir so wollen…um den Sound kümmert er sich und gibt uns später dann den 1. Misch und dann sagt man halt: lauter, leiser, dicker, dünner, und dann macht er da seinen Kram. Dafür hat man ja ´nen Produzenten, oder?
Wenn wir das alles selber machen würden…
hahaha 😀
Und das macht er aber ganz gut, nä? Da gibt’s nix zu meggern, und deshalb machen wir das auch so gerne!

Totti:
Was kannst Du denn zum Cover / Artwork sagen, Sinn, Bedeutung, Verantwortlicher…? Die sonst leuchtende Hölle zugefroren? Sollte einfach nur mal ein Schnee(mann)Pumpkin auf´m Cover sein?

MG:
Wenn wir in der Produktion stecken, dann sind die Leute ja schon am Artwork beschäftigt…vom Management kommen Vorschläge…da ist unser Manager Jan Bayati immer sehr groß drin, sich solche Art-Konzepte, Artworks auszudenken. Er macht dann hunderte Skizzen, Vorschläge und sowas…und dann nicken wir das ab oder sagen: das noch anders und das noch anders…! Muß auch sagen, wir sind nicht die großen Artwork-Künstler, in den letzten Jahren hat das auch alles Jan in die Hand genommen, nachdem wir entschieden haben, in welche Richtung es gehen soll. Wir legen dann fest, wie die Platte heißt, wegen dem Song, dem Konzept oder was auch immer…und dann denkt er sich dazu was aus und holt sich die Künstler ran, die das auch irgendwie gut umsetzen können.
Diesmal hatte er sich gedacht, was ich gut finde, dass sich das farblich und vom Konzept zum Vorgänger „Straight Out Of Hell“ abheben soll, was ja eher bunt angesetzt war.

Totti:
Nu ist die Hölle zugefroren…

MG:
Jetzt isse dicht, hast ja gesehn…
hahaha 😀

Totti:
Welche Helden werden in Heroes“ besungen? Superhelden oder die menschlichen Helden des Alltags wie Feuerwehrmänner, Krankenschwestern,…

MG:
…oder die alleinerziehende Nachbarin mit 2 Kindern,…ich würd´ schon mal sagen, die alltäglichen Helden…wo der Mann von morgens bis abends für kleines Geld ackert und seine Familie ernährt,..oder jemand der jemanden einfach mal so im alltäglichen Leben ohne Gegenleistung zu erwarten, hilft…die kann man schon als Helden bezeichnen, auch wenn sie sich vielleicht gar nicht so fühlen…oder die Leute die sich den letzten Heller von Mund absparen um auf ein Heavy Metal Konzert zu gehen weil sie´s geil finden und da mal 2-3 Stunden schön entspannen wollen…

„My God-Given Right“ ist vom Andi und sehr musikbezogen. Es ist sein Recht ist, das zu tun, was er will. Beispielsweise „Musiker werden“ durchziehen, wo dann die meisten sagen, das ist doch nur dummer Quatsch…er hat sich auch das Recht genommen, seine Musik zu machen, sich durchgesetzt…sein gottgegebenes Recht das zu tun, was er für richtig hält.
Letztendlich kann sich das doch aber jeder irgendwie auf sich münzen…
„Stay Crazy“ soll ausdrücken, dass sich jeder seine eigene Verrücktheit bewahren soll damit es nicht zu langweilig wird, weil ja der Kopf in all den Jahren, nach 30 Jahre Helloween oder weil Du immer älter wirst, immer voller wird mit irgendwelcher Scheiße die du eigentlich nicht brauchst …hahahaha 😀
Und wenn du da nicht verrückt genug bist um das alles zu verarbeiten, ist es dann ja irgendwie eher
anstrengend…
hahaha 😀

Totti:
„Lost In America“ arbeitet einen turbulenten Konzerttag auf?

MG:
Jooo…das waren ja Konzerttage…
hahaha 😀
Aber es ging ja um einen Konzerttag den wir fast nicht erreicht hätten oder so…rumstehen auf dem Flughafen, ins Hotel, wieder Flughafen…und die Flieger gehen nicht! Wartest und hängst da 2-3 Tage rum weil nichts geht, weil die da so ´ne dumme Flugshow angesetzt haben…keiner wusste davon, kein Flieger geht rein, kein Flieger geht raus,…stehst da stundenlang am Flughafen, knallst Dir ´n Bier rein und wirst gleich von der Crew angezählt, wenn ihr nicht nüchtern seid, nehmen wir euch nicht mit, und so weiter…
Erst lassen die dich 8 Stunden langweilig rumsitzen und wenn man bisschen lauter lacht, wird gleich rumgemeckert….hahaha…ist halt so´ne Tourgeschichte…und Andi halt halt dann ´nen Song draus gemacht.

Totti:
Der Weiterflug war dann nicht viel besser…?

MG:
Ochja, das war noch sehr lustig…wir waren auch froh, das wir dann auch wirklich da waren. Wir haben den Gig dann halt irgendwie grad noch geschafft…
hahaha… 😀
Aber ist halt so… Was du im Musikerleben wenn du dann rumreist, erlebst, teilweise… Einfach nur mal aufgeschrieben!

Totti:
Was hat es mit dem wortspielenden Titel „Russian Roulè“ auf sich?

MG:
Hmmm…“Roule“ soll auch ein Wortspiel sein wie Rock´n´Roll, Roul, Rul,..
hahaha 😀
Ich nenn´s immer „Russian Roulade“…
hahahaha 😀
So ´ne Art Wortspiel mit Rock´n´Roll, Roulè,…soll´s schon sein. Aber auch da muss ich mir nochmal den Text angucken, bevor ich weiter Interviews mach´…
hahaha 😀
Die sind ja auch alle so kleingeschrieben auf der Platte…
hahaha 😀
„If God Loves Rock´n´Roll“ ist bestimmt auch an Russ Ballard angelehnt, aber ich würde man sagen, wir haben da eher die KISS Schiene verfolgt…gute Idee, Rock´n´Roll, Falleri und so…

Totti:
„Claws“ ist aus meiner Sicht und Hörweise der knüppeligste, härteste Song auf dem Album. Geht es um ein Tier mit Krallen, um das wahre Böse oder ist´s ´ne Anlehnung an „50 Shades Of Grey“ oder geht’s um die Grabenkämpfe in der Bandhierarchie…

MG:
Also „50 Shades Of Grey“ war damit nicht gemeint, weil, das ist viiiel zuuuu langweilig, mal kurz ´nen Klaps auf´s Popöchen zu kriegen, das ist für mich jetzt auch kein Thema, was denn jetzt auch noch bei HELLOWEEN irgendwie beschrieben werden sollte…ist eh´ schon langweilig genug was die da mit dem Scheiß…
hahaha 😀
Kannst mal sehen, wie prüde die Gesellschaft eigentlich ist, das die „50 Shades Of Grey“ mit dem kleinen Popöchenklapser als sowas von revolutionär ansehen..ich kann das nicht verstehen das konnte ich nie verstehen, das die das als die revolutionäre Geschichte verkaufen wollen…das hat er damit garantiert nicht gemeint!
Hahahaha 😀

Totti:
Dunkle Hausfrauenfantasien werden publik gemacht…

MG:
Ja gut..ist ja nicht mal dunkel…ist doch nix los in dem langweiligen Schinken…unglaublich wie prüde die Welt immer noch ist…aber ich glaub das meint er garantiert nicht, hahaha 😀

Totti:
Wie schaut´s denn sonst so aus bei HELLOWEEN, gibt’s physische Singles, was läuft in Punkto Tour in den nächsten Monden?

MG:
Gibt´s Singles? Weiss ich jetzt nicht, wir haben zwar einen Clip gedreht, aber bestimmt wird es auch ´ne Single geben.
Momentan sind wir bis zum Ende des Sommers an den Wochenenden auf 2-3 Festivals und unter der Woche schön zu hause. Wir wollen nicht mit Festivalgigs unsere eigene Tour stören. Dann geht es nach Japan, Australien, England und der Tourfeierabend in diesem Jahr ist dann am Weißenhäuser Strand (Metal Hammer Indoor Festival). Nächstes Jahr geht es dann weiter mit unserer eigenen Tournee, Monsters Of Rock Cruise, Nordamerika, Kanada,…und dann sind wir halt wieder schon bei den Sommerfestivals! Es geht immer so weiter…wenn wir uns an einen Tisch setzen und über eine Tournee oder Platte reden, sind innerhalb von 2 Stunden locker 2,5 Jahre verplant.

Totti:
30 Jahre HELLOWEEN! Wirklich ALLE Ups & Downs die man sich nur vorstellen kann! 15 Studioalben, diverse Compilations, unendlich viel Singles, stets und ständig auf Tour…das spricht für Fleiß und Beständigkeit, sowie ´ne Menge Lust darauf, sein Musikerleben, bzw. Bandleben durchzuziehen. Komme was wolle!
Zieh doch mal bitte ein kleines Resümee der letzten 30 Jahre aus deiner Sicht!

MG:
Ich find´s geil zu erleben, wie schnell die Welt ist. Man gewöhnt sich an etwas und schon ist es wieder neu, alles verändert sich ständig und wieder musst du dich an etwas anderes neu gewöhnen um nicht der Entwicklung hinterher zu laufen… Auch welche Konstante man im Leben hat…in diesem Fall HELLOWEEN was einfach geil ist, wenn ich mich daran festhalten kann. Wenn man mit den schnelleren Dingen nicht ganz hinterher kommt, dann habe ich da gern mal die nostalgische Konstante HELLOWEEN und das fühlt sich für mich ganz romantisch an.
Mein Resümee: 30 Jahre HELLOWEEN und nichts dazugelernt! Hahaha 😀

Totti:
Was treibt Euch denn dazu an, nach all dem Erlebten weiterhin Vollgas zu geben, unermüdlich Millionen von Menschen zu unterhalten, monatelang durch die Welt zu tingeln und so weiter…ich meine, Plattenmillionäre wie ihr zu werden, sieht doch für den Bandnachwuchs eher schlecht aus…

MG:
Will ja auch nicht behaupten, das wir alle Millionäre sind…
hahahaha 😀
Da kamen ja auch so einige Rechtsstreitereien dazwischen, die uns daran gehindert haben, Millionäre zu werden…das ist ja die ganze Scheiße…du lernst halt bei HELLOWEEN das Recht nicht immer gleich Recht ist…

Totti:
Das ist leider überall so…

MG:
Ja, da könnte man jetzt stundenlang drüber reden, über die Erfahrungen die man so gemacht hat…das Ding ist einfach nur: wir dachten uns, wir haben jetzt auch nix mehr zu verlieren weil nix mehr da war also kann man auch gleich weitermachen…und wie man sieht hat das auch ganz gut geklappt, für „Master Of The Rings“ gab es ja dann wieder ein bißchen Gold und Platin und all das! Wir haben immer versucht Lösungen zu finden und sind ganz einfach dabei geblieben, egal was passiert ist. Auch wenn´s manchmal nicht so schön war, man muss auch Entscheidungen treffen, die nicht so schön sind, da darf man halt keine Angst vor haben. Es geht nicht nur um´s Spaß haben, Party machen, Rock´n´Roll in 30 Jahren, usw… Wir haben uns nicht davor gescheut, auch unangenehme Entscheidungen treffen zu müssen. Das hat uns immer weitergebracht und wir haben uns gesagt: Aufgeben ist jetzt nicht!

Totti:
Wie kam es zur Rückkehr zu Nuclear Blast?

MG:
Alles ganz normal und friedlich, wir hatten ja keinen lebenslangen Vertrag mit Sony und der letzte lief halt erfüllt aus. Die Jungs von Nuclear Blast schlawinerten schon ´ne Weile um uns herum und fragten nach dem Wohlbefinden…
hahaha 😀
Fühlt sich ein bisschen wie vertraute Heimkehr an, aber alles verlief friedlich, normaler Plattenlabelwechsel! Wir hatten ´ne gute Zeit bei Sony, jetzt fühlt es sich ein bisschen so an, als wenn man nach Hause kommt!

Totti:
Wie ist Eure, bzw. Deine Sicht auf´s aktuelle Musikbusiness und die Zukunft? Downloads, Streamings, große Label fressen kleine, Bands gründen eigene Label egal wie schlecht sie sind,..usw?

MG:
Ich bin so´n bisschen der Ansicht, das sich das mit den Labels vielleicht in den nächsten 2 Dekaden selbst reguliert indem der Markt anders verteilt wird…wie auch mit den Medien im Internet und sonst was…es wird auf jeden Fall noch was passieren. Was genau weiß ich auch nicht, und es ist schon so viel anders geworden mit den Portalen ganzen Plattformen im Internet und so, was man alles nutzen kann…Ich denke, in der Richtung wird noch einiges passieren was das klassische Format der Plattenfirma betrifft…da geht vielleicht noch etwas größeres als das bisher bekannte womit sich dann aber wieder andere Türen öffnen werden… Es wird sich aber auf alle Fälle noch so einiges tun. Vielleicht wird’s noch „Science Fiction-mäßiger“, ich weiß es nicht, hahaha 😀

Totti:
Was läuft mit den BASS INVADERS, einmaliger Spaß, Experiment oder wird da irgendwann nochmal was kommen?

MG:
Joa..weiß ich noch nicht, kann ich nicht sagen… das war damals sehr zeitaufwändig…ich habe das damals nebenher zur HELLOWEEN-Tour & Promotion gemacht, und so mache ich das nicht mehr. Und die Zeit habe ich jetzt auch nicht weil ich mich voll auf HELLOWEEN konzentriere.

Totti:
Du spielst Bass und Gitarre (SHOCK MACHINE)…warum hast hast du dich in den Mittachzigern dazu entschieden, am Bass zu bleiben?

MG:
Vom Bass habe ich immer schon geträumt, hab auch gleich in ´ner Punkband mit dem Bass angefangen, das war immer so mein Herzensinstrument! Mit Gitarre habe ich eigentlich nur angefangen als ich Songs geschrieben habe…ich kann ja nicht jedes Mal jemanden holen der mir mein Zeug einspielt oder so auf´s Demo spielt…da habe ich mir das ein bisschen selbst beigebracht und das macht auch Spaß aber eine Herzensangelegenheit ist und bleibt für mich der Bass, der Puls!

Totti:
Gibt´s irgendwas, was du dem musikalischen Nachwuchs raten kannst?

MG:
Ja, benutzt ´n Kondom!
Hahaha 😀
Der Rest ergibt sich, wenn ihr fleißig genug seid!
Hahahaha 😀

Totti:
Na dann bedanke ich mich für diese nette Konversation, hast Du noch ein paar abschließende Worte an unsere Leser?

MG:
Jaaa…ich bedanke mich bei Euch denn 30 Jahre HELLOWEEN wären ohne euch nicht möglich gewesen…ihr habt uns 30 Jahre lang treu die Stange gehalten und ich würde auch gern mit jedem von euch ein Bier trinken…das ist zwar nicht möglich aber ich kann´s auf der kommenden Tour ja mal versuchen…
Hahaha 😀
Ich sage Danke für die vergangenen 30 Jahre und hoffe, das wir noch ein paar Jahre Freude aneinander haben.

Share.

About Author

Comments are closed.

Diese Website nutzt Cookies. Bitte beachten Sie unsere Datenschutz-Erklärung

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close