MASTER muss ich nicht mehr vorstellen. Die Band rund um Mastermind und Bartträger Paul Speckmann befindet sich nun in ihrem 33. Jahr und ist immer noch taufrisch wie in den Anfangstagen. Seit einigen Jahren lebt der Amerikaner in Tschechien und genießt sein Leben als Vollblutmusiker,  indem er dauernd auf Tour ist und nebenbei noch ein Album nach dem anderen einprügelt. Mit den beiden Tschechen Alex Nejezchleba und Zdenek Pradlovsky hat er kompetente und äußerst fähige Mitstreiter gefunden, die dieses geniale Urgestein mit Namen Master am Laufen halten. Das neue Album „AN EPIPHANY OF HATE“ erblickt dieser Tage das Licht der Welt und Paul stand mir hierfür Rede und Antwort.

„Opinions are like assholes, everyone has one“. – Paul Speckmann 2016

Mayhemer: Hallo Paul, Wie geht es dir? Wir waren 2014 gemeinsam auf Tour. Kannst du dich noch an mich erinnern? Ich gehe davon aus, dass bei euch gerade alles rund läuft?

Paul Speckmann: Ja Klar, mein Freund. Nett, wieder von dir zu hören. Und in jedem Fall danke für das Review.

Mayhemer: Bitte gerne. Aber es geht ja jetzt nicht um mich sondern um  dich und MASTER…. Euer neues Album „AN EPIPHANY OF HATE“ erscheint ja am 29. Jänner 2016. Wie fühlt es sich für dich an, ein neues Album in Händen zu halten? Immer noch so begeisternd wie früher?

Paul Speckmann: Natürlich! Weißt du, bei allem was du machst, freust du dich auf das Ergebnis. Freust du dich über die geernteten Früchte in deinen Händen. Wir stecken unsere Seelen und Herzen in alles, was wir machen, aber das heißt noch lange nicht, dass es auch die Leute, die Fans mögen werden. Aber du hoffst nun mal das Beste. Selbst wenn du ein neues Design im Bereich des Merchandise in Händen hälst, verhält es sich so. Ich schätze, dass ist so im Bereich des Metal!

Mayhemer: Das Album gefällt mir sehr gut und ist wirklich sehr gut gemacht. Es ist druckvoll und die Lyrics sind intelligent geschrieben. Ein würdiges Master Album. Aber so manch anderer Reviewer oder das eine oder andere Zine sowie Fan sehen es als „Ausverkauf“, als „Schnellschuss“ an...

Paul: Es ist für eine Band wie MASTER unmöglich sich „auszuverkaufen“. Wir spielen Underground Metal und das wird sich NIEMALS ändern. Aber auf der anderen Seite wäre es schon geil mit einem Album ein wenig Geld zu verdienen… . Ich werde meinen Mund nicht halten und all diese Leute werden das auch nicht machen. ALLE MASTER OUTPUTS haben diesselbe Qualität und bekommen dieselbe Aufmerksamkeit bei der Herangehensweise an das Songwriting.Es handelt sich ja um kein Hobby mehr für mich und die Jungs in der Band. Es ist eine Lebenseinstellung!

Mayhemer: Paul, wie fühlt es sich denn an, wenn du Ausdrücke, wie „Sell-out“ oder „Schnellschuss“ oder ähnliches hörst? Ist dir das bereits egal. Also geht es beim linken Ohr rein und rechts wieder raus? Bist du dahingehend bereits abgehärtet?

Paul: Meinungen sind wie Arschlöcher! Jeder hat eines…

Komponierst du alle Songs alleine oder arbeitest du mit deinen Bandmitgliedern zusammen?

Alex (Nejezchleba, guit. – Anm. des Verfassers) hat fast ein Jahr gebraucht, um einen anständigen Song für das neue Album zu schreiben. Aber ich mag den Track namens „Just take my right arm“. Wir arbeiten zwar gemeinsam als Team, aber ich bringe die meisten Tracks komplett fertig mit ein!

Bist du ein Teamplayer?

Ja klar bin ich einer, aber genauso bin ich der Anführer des Teams!

Die Lyrics auf den Alben bzw. auf dem neuesten Werk wurden hauptsächlich von dir verfasst, nehme ich mal an. Was ist dein Hauptaugenmerk, wenn du die Lyrics verfasst? Politik, der Mist, der in der Welt passiert…

Ja, die Lyrics stammen von mir. Die Welt um uns diktiert mir die Themen für jedes Album. Die Master Alben sind so etwas wie eine Veröffentlichung der Dinge, die in der Zeit von Album zu Album passiert sind. Wir leben in einer verrückten, kaputten Welt. Politiker, Lehrer und die Polizei diktieren uns, wie wir zu leben haben.  Freies Denken ist verpönt und Roboter sind die Zukunft…

Die Jugend von heute, die nur noch in ihre Smartphones und Computer starrt, ist zu verpeilt, um zu erkennen, dass sie so keine Zukunft mehr haben! Selbstmord ist auf dem Vormarsch, leider!

Ja, da stimme ich dir voll und ganz zu. Ich sehe es eher als Selbstmord der gesamten Menschheit und unserer Natur. Leider! Paul, lass uns bitte teilhaben am Songwrtiting Prozess. Von Anfang bis zum Ende. Ich meine, bis der Song auf einer Master Platte landen darf…

Man fragt mich diese Frage immer und immer wieder… Also, wenn ich mich danach fühle schnappe mir hin und wieder meine Akkustik – Gitarre, was nicht sehr oft vorkommt. Im Grunde lasse ich die Riffs über mich hereinbrechen. Im Laufe meiner musikalischen Karriere habe ich herausgefunden, dass erzwunges Songwriting und erzwungene Musik einfach nicht funktioniert. Mein Schwager hat vor kurzem erst meinen Kassettenrecorder mit Mikrofon durch einen moderneren, digitalen Recorder ersetzt.

So drücke ich halt dann Record und spiele dann die Riffs auf meinen verschiedenen Aufnahmegeräten ein. Wenn ich für ein neues Album bereit bin, dann krame ich die Aufnahmegeräte hervor und arbeite an den Riffs, bis diese komplette Songs ergeben. Dann geht es ab in unser Proberaum – Studio und dort spiele ich diese mit unserem Drummer und meiner alten Ibanez Explorer 2 mal durch. So sehe ich, wie die Akkustikriffs auf der E-Gitarre klingen. Zdenek Pradlovsky und ich diskutieren dann darüber und so ergeben sich diverse Änderungen. Erst danach zeige ich die Tracks bzw. die Riffs Alex Nejezchleba und wir verschanzen uns im Proberaum für ca. 4-6 Wochen und proben so ca. 2-3 Mal die Woche. Ich schreibe die Lyrics erst ein paar Tage bevor ich bereit bin, diese einzusingen. Wir haben keine Proben mit den Vocals!

Das Artwork der neuen Platte sieht echt gut aus und wurde von dem Künstler Marc Cooper gezeichnet. Wie war die Zusammenarbeit mit ihm?

Ich habe Marc noch niemals getroffen. Ich habe einige seiner Arbeiten auf seiner FB – Seite gesehen und habe mir auch so das Cover für die „The Witchhunt“ CD ausgesucht. Vor ein paar Monaten schrieb mich Rico von FDA Rekotz an und befragte mich zu Marcs letztem Werk, dass er an FDA gesendet hatte.

Ich befand es als „cool“ und so wurde es zu unserem Coverartwork. Für die Master Alben haben wir kein großes Konzept. Ich schreibe Songs, die mir gefallen und suche danach nach einer Zeichnung. Wir machen keine so genannten „Konzept –  Alben“. Master veröffentlichen keine Alben über Fiktion!

Apropos: Ihr seid fast andauernd auf Tour. Wann findest du dir denn die Zeit ein Album aufzunehmen? Irgendwie geht es ja immer wieder. Wenn du schreibst, schreibst du dann im Tour-Bus oder in der Backstage Area? Ich habe dich nie einen Song schreiben sehen…

Nein, ich schreibe zuhause. Da Master mein einziger Job ist, habe ich viel Zeit dafür.

 

Und trotzdem glaube ich, dass du ein Workoholic bist! Auf Tour spielt du dir jeden verdammten Abend den Arsch ab, nebst der Bühne bist du auch noch für den Merch zuständig. Während der Tour 2014 hast du auch noch an deinem Buch, welches mittlerweile auf dem Markt ist, gearbeitet. Brauchst du diesen Stress, diesen Druck, damit es dir gut geht?

Ich fühle mich besser und gut dabei, wenn ich arbeite und neue Sachen mache. Mir gefällt es, am Merchstand zu stehen, da ich dort mit den Fans in engem Kontakt stehe. Und ich glaube, dass es den Fans auch so gefällt.

Wenn du auf Urlaub bist, kannst du dann entspannen? Wird dir da nicht schnell langweilig?

Meine Frau möchte gerne einmal im Jahr in den Urlaub. Also machen wir das.

Du lebst schon einige Jahre in Tschechien. Warum?

Tschechien bietet für einen Amerikaner Freiheit, for sure. Als ich noch jung war, war dies auch so in den USA, aber seit damals haben vermehrt Regeln und Vorschriften dieses einst so freie Land verpestet. Ich habe mir ein Leben in Tschechien aufgebaut und da gibt es jetzt kein Zurück mehr.

Aber vielleicht willst du ja eines Tages wieder in den USA leben?

Einmal im Jahr bin ich sowieso dort, weil ich in den USA auf Tour bin. Aber ich kann es kaum erwarten, wieder nach Europa zurückzukommen.

Paul, MASTER befindet sich mittlerweile im 33. Jahr des Bestehens. Hast du jemals über´s Aufhören nachgedacht

Niemals! Wie Lemmy werde ich Metal spielen bis ich sterbe!

Dann bitte ich dich um das letzte Wort?

Sicher! Mehr Information findet ihr unter www.master-speckmetal.net. Für alle Interessierten.

Mehr gibt´s nicht hinzuzufügen! Dank gebührt! Rock on

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About Author

Metaller seit über 25 Jahren! Metaller in 25 Jahren! Ich bin verloren in der Musik. Egal ob beim Hören oder wenn ich selbst Musik mit meinen Bands namens SCARGOD, SHADOWS GREY und Under The Bloodred Sun mache. Nur meine Familie hat noch Vorrang. Rock on

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