Band: Appearance of Nothing
Titel: All Gods Are Gone
Label: Escape Music
VÖ: 2011
Genre: Progressive Metal
Bewertung: 3,5/5
Written by: Robert

Power, Energie und die Lust an leichten, progressiven Melodien haben die Schweizer Appearance Of Nothing für sich gepachtet und das auf Lebenszeit. Die Mannschaft setzt nach „Wasted Time“ aus dem Jahr 2008 mit dem nächsten Langeisen zum Angriff an. „All Gods are Gone“ erscheint via Escape Music am 21.01.2011. Die herzhafte Mischaung aus leichten rockigen Progallüren und dem härteren Power Riffing sind gut miteinander kombiniert. Solche Mixturen machen Spaß und einmal mehr beweisen die Burschen Metal Made in Suisse ist und bleibt in vielen Belangen unschlagbar.

Eine etwas dunklere Soundmischung präsentiert man uns bei Track Numero Uno. „The Mirror’s Eyes“ fegt wie ein kräftiger Wind über unsere Köpfe hinweg. Die Mischung zwischen idyllischem Progrock und dem immer wieder einsetzenden Power Metal Acting ist gut und versiert eingespielt worden. Dadurch schafft man schon gleich zu Beginn den Fan vor den Player zu zerren und dieser wird sich nicht so schnell von selbigen entfernen. Besonders gelungen sind die sachten – hymnischen Ansätze, als auch das herzhafte Gegrowle das immer wieder die vollendende Abrundung bietet. Allen voran drängt am deutlichsten der Frontmann in den Vordergrund. Hier gibt es erneut einen Sänger aus der benachbarten Schweiz der mit seinen Organ locker zu verzaubern vermag. Irgendwo zwischen Jeff Scot Sotto und Jorn Lande angesiedelt singt sich der Gute durchs Geschehen.

Eine ruhige akustische Gitarreneinleitung kredenzt man uns kurz zu Beginn von „2nd God“. Vorwärts reitet man aber mit galoppierendem Tempo mit einer Power Metal Marke die kurzzeitig zum Bangen verleitet. Starke, vehemente Breaks wurden eingesetzt und dies vollzieht man ohne dass man dabei überfordert wird. Zwar wirkt das Stück durch eine Vielzahl von progressiven Einsätzen komplexer, dennoch kann man dem Programm locker folgen. Gut vermischt bringt man eine dreckige Progrunde zum Vorschein die sehr beeindruckt.

Den Start den man bei „Sweet Enemy“ abhält erinnert dermaßen stark an Savatage das man mir als alten Verehrer dieser Amis sofort ein breites – zufriedenes Grinsen ins Gesicht zaubert. Etwas hymnischer, und sehr dunkel wird hierbei musiziert. Erinnert an die Tage als noch Zack Stevens hinterm Mikro stand. Vor allem könnten solche Stück auch durchaus auf „Dead Winter Dead“ stehen. Zwischen traurigem, melancholischem, als auch dunklen Soundgewässer wird hindurch gesegelt und nichts lässt die Truppe dabei anbrennen. Absolutes Highlight das man sich genüsslich zu Gemüte führen sollte. Doch auch kräftigere Parts sind eingespielt und eingefädelt worden und bei diesen Parts geht es ordentlich rau zur Sache.

„Destination“ wird sehr bedrohlich wirkend vom Stapel gelassen. Hierbei sieht es allerdings so aus als wolle man eine Kurskorrektur abhalten, denn der Track klingt deutlich symphonischer, als auch bombastischer. Auch hymnischer Schneisen werden geschlagen und diese passen pressgenau zum restlichen Soundgebilde dazu. Wuchtiger Happen der ein stetes Bergauf – Bergab durch die Prog Landschaft bietet.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist der Technoeingang von „The Call of Eve“. Rüttelt und wühlt ordentlich auf. Auch hier glänzt man mit gelungenen Ideen, denn durch die Fusion mit den Metal typischen Ansätzen lässt man diese doch von uns eher verhasste Musikrichtung sofort vergessen. Vermehrt wandelt man nach dem doch etwas kräftigeren Start ins hymnischere, progressivere Eck. Versierte, reichhaltige Soundkunst die keine Wünsche offen lässt und man hierbei in verschiedensten Soundbahnhöfen HALT macht.

Das meine Wenigkeit ein Fetischist ins Sachen Orientalklänge, gepaart mit herzhaften Power Metal ist kein Geheimnis und so spitzen sich auch meine Ohren binnen Zehntelsekunden bei „…I Said Silence“. Gekonnt präsentieren uns die Schweizer eine farbenbunte Mischung, wobei man mit vielerlei Arten von Melodien wilder jongliert. Dabei wird eine dermaßen gelungene, farbenprächtige Mixtur durch die Boxen geblasen die einem die Kinnlade nach unten schnallen lässt. Obwohl man viele Ein- und Ansätze verwendet bringt man alle sehr adrett unter Dach und Fach. Zu keinem Zeitpunkt verzettelt man sich auf der Soundreise und das macht diesen Jungs niemand so schnell nach.

Ruhig und dennoch bedrohlicher der Marke Savatage wird zum Ende hin noch einmal der Start bei „The Rise and Fall of Nothing“ abgehalten. Herrliche Sounds die man uns hierbei offeriert und durch diese wirkt das Material auf dem Album an und ab etwas monumentaler. Vermehrt baut man hierbei auf Soundeinsätze aus dem elektronischen Bereich, die einmal mehr dermaßen gekonnt zum Punkt gebracht werden bzw. reichhaltig ausgeschmückt werden, sodass man sich kaum vorstellen kann wie der Track ohne diese aussehen könnte. Alle Register und Reserven werden gezogen bzw. zum Einsatz gebracht und durch viel Ideenreichtum wird hierbei ein Suchtfaktor fabriziert der nicht so schnell abebbt.

Fazit: Mehr als nur gelungenes Meisterwerk unserer westlichen Nachbarn. Durch viel Ideenreichtum und Soundvielfalt bietet man zu Beginn des Jahres ein etwas progressiveres Meisterwerk das nicht so schnell zu toppen ist. Vor allem durch einige Ähnlichkeiten zu Savatage dürfte dies etliche Fans aus diesem Lager durchaus interessieren. Doch auch die restlichen Verehrer zwischen etwas verspielteren Power und Progressive Metal können durchaus zugreifen und werden es auch nicht bereuen.

Tracklist
01. The Mirror’s Eyes 06:03
02. 2nd God 06:17
03. Sweet Enemy 09:00
04. Destination 09:09
05. The Call of Eve 05:17
06. …I Said Silence 07:31
07. The Rise and Fall of Nothing 04:55

Besetzung
Pat Gerber (voc & guit)
Omar Cuna (voc & bass)
Peter Berger (guit)
Marc Petralito (keys)
Yves Lüthi (drums)

Appearance of Nothing Official Homepage
Appearance of Nothing @ Myspace

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About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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