Band: Attic
Titel: Sanctimonious
Label: Van Records
VÖ: 2017
Genre: Occult Heavy Metal
Bewertung: 5/5
Written By: Lex

Attic-Sanctimonious album artwork, Attic-Sanctimonious album cover, Attic-Sanctimonious cover artwork, Attic-Sanctimonious cd coverLange mussten sich die okkulten Heerscharen des Metalundergrounds gedulden, bis die einzig legitimen Erben von „King Diamond“ wieder ihrer Gruft entsteigen, um endlich den heißersehnten Nachfolger zum sensationellen Debut „The Invocation“ zu präsentieren, welches ich persönlich auch gerne mal als >bestes „Kind Diamond“-Album seit „Conspiracy“< umschreibe.

Würden die deutschen Herolde des Eunuchengesangs wieder die unvergleichliche Atmosphäre vergangener „Abigail“-Glanzzeiten heraufbeschwören, wie sie es vor Äonen erstmals vollbrachten?
Ja, beim unheiligen dänischen König, und wie sie können! Geisterhaft schwebt die okkulte Atmosphäre auf eisigen Winden dicht und schwärzest durch die heimischen Wände, während Meister Cagliostro wie ein in die Eier getretener Dämon von den finsteren Nachtmahren jault und heult, die hinter verschlossenen Klostermauern ihr garstiges Werk verrichten.

Ähnlich nämlich wie der dänische Prinz des schwarzen Schwermetalls sich beim zweiten Streich für ein durchgehendes Konzepthorroralbum entschied, erzählen nun auch ihre teutonischen Erben mit „Sanctimonius“ eine Horrorgeschichte. Von der Geschichte will ich nur soviel verraten: Diese Nonnen haben über den Verlauf der dreizehn Tracks keinen Spaß.

Im Gegensatz zu „The Invocation“ findet sich auf der deutschen Meisterokkultisten zweitem Werk – zumindest nach den bisher erfolgten zwei Hördurchläufen – keine Ansammlung eingängiger Übertracks, die allein für sich stehen können. Dies wurde ganz dem geschichtenerzählenden Konzept geopfert, so dass man „Attic“ anno 2017 am Stück hören sollte. (Ein vorläufiges, vielleicht verzerrtes Urteil, das möglicherweise durch Dutzende Rotationen des Debuts entstanden sein könnte).
Lässt man sich auf „Sanctimonious“ als Konzept aber voll ein, entfaltet sich ein prächtiges Okkultmetalhörspiel wie zur besten Zeit des einzig wahren dänischen Kings, dessen beste Werke (man denke nur an „Them“) sich schließlich auch nicht immer sofort zugänglich zeigten. Man höre nur wie der Erzähltrack „Scrupulosity“  mit einem scharf geisterhaften „…LISTEN!“ in das besessen getriebene „Sinless“ übergeht – Bestes Ohrenkino!

Fazit: „Attic“ haben ein überzeugendes Konzeptalbum mit dunkelschwarzer Atmosphäre hingelegt, das es mit den besten Alben des einzig wahren Metalkönigs aufzunehmen vermag. Und vielleicht sollte auch ich an dieser Stelle die ewigen Vergleiche mit dem unvergänglichen Kult aus den goldenen Achtzigerjahren endlich sein lassen, da „Attic“ innerhalb des gesteckten Stils durchaus ihren eigenen Charakter entwickeln – und schon immer hatten.
Ein unheiliges „Dark Hosanna“ auf dieses absolute Jahreshighlight anno 2017!

Tracklist:

01. Iudicium Dei (1:23)
02. Sanctimonious (5:49)
03. A Serpent in the Pulpit (6:47)
04. Penalized (3:46)
05. Scrupulosity (1:06)
06. Sinless (4:37)
07. Die Engelmacherin (7:44)
08. A Quest for Blood (1:20)
09. The Hound of Heaven (5:28)
10. On Choir Stalls (6:37)
11. Dark Hosanna (5:47)
12. Born from Sin (5:40)
13. There is no God (7:59)

Besetzung:

Meister Cagliostro (Vocals)
Katte (Guitar)
Rob (Guitar)
Chris (Bass)
JP (Drums)

Internet:

Attic @ Facebook

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Wenn mir irgendwas von Manowar nicht gefällt, konsumiere ich es solange, bis ich endlich nach mehreren Durchläufen erkenne, welche Großtat die New Yorker wieder geleistet haben. Leider habe ich diese Geduld nicht bei anderen Bands, tut mir leid für euch.

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