Band: Battle Beast
Titel: Unholy Saviour
Label: Nuclear Blast Records
VÖ: 2015
Genre: Heavy Metal
Bewertung: 5/5
Written by: Lex

BATTLE BEAST habe ich seit ihrem Debüt auf dem Radar. In Sachen Image, Coverartwork und Texten fuhr man die True Metal Schiene: Ein humanoider Löwe mit Riesenoberarmen verprügelt einen Roboter, und das Album heißt „Steel“? Musste ich mir natürlich anhören, und meine positiven Erwartungen wurden nochmal übertroffen. Die Musik orientierte sich klar an allem, was den Heavy Metal in den 80ern so gut machte. Insbesondere Accept ließen hier grüßen. Trotzdem gab´s keine Sekunde eines Zweifels, dass Battle Beast bereits mit „Steel“ ihren ganz eigenen Stil aus dem Erbe der Alten herausdestilliert hatten, dies mit einem Tick Stadion-AOR und Karatefilm-Keys aufgepeppt. Vor allem aber waren die Songs verdammt gut geschrieben. Mit „Enter The Metal World“ begann der Erstling gleich mit einem Instant-Burner, der jedes noch so wurmresistente Ohr augenblicklich infizierte, ob man will oder nicht. Der Zweitling „Battle Beast“ konnte diesen Eindruck noch verstärken, insbesondere wäre da die neue Sängerin Noora Louhino zu nennen, die das entfesselte Reibeisen ihrer Vorgängerin perfekt ersetzte aber auch in den sanfteren Tonlagen absolut punkten konnte. Da gab es plötzlich die Engelsstimme, die den Kindern die Schuljause richtet. Und sobald die Scheißer aus dem Haus sind, kommt Reibeisen-Noora zum Vorschein und tut Dinge, die abartigsten Hentai-Zeichnern den Schweiß auf die Stirn treiben, hehehe. Und auch dort war mit „Black Ninja“ neben allerhand sehr guten Songs auch ein absoluter Instant-Burner zu verzeichnen.

Mit „Unholy Saviour“ liegt der dritte Streich vor. Das Lionwarrior-Maskottchen darf diesmal schwarze Schwingen auf seinem Rücken und eine Nackte in seinen Klauen haben. Irgendwie schön wenn Bands heutzutage noch Monster als Bandmaskottchen haben… Ok, zurück zur Musik. „Battle Beast“ sind ganz klar die Alten geblieben, entwickeln sich aber auch diesmal konsequent innerhalb der selbst gesteckten Grenzen authentisch weiter. Immer noch ist das Grundgerüst moderner Heavy Metal, der sowohl der Moderne gegenüber aufgeschlossenere Fans von Accept, Priest, UDO & Co als auch Anhänger von Kollegen wie Sabaton begeistern kann. Den AOR-Stadion-Rock-Faktor hat man weiter ausgebaut und auch den Einsatz der Keys noch etwas erhöht. Heraus kommt das bisher ausgewogenste Battle Beast Album. Lupenreine Heavy-Banger wie “Lionheart“, “Unholy Saviour”, „Far Far Away“ und „Madness“ bieten den gewohnt hohen Standard der Schlachtenviecher. „I Want The World…And Everything In It“ zeigt Nooras Organ von ihrer rauesten Seite und stellt zusammen mit „Speed and Danger“ die geschwindigkeitsliebende Seite der Finne dar, ohne dabei auf Eingängigkeit zu verzichten. Dem stehen mit „Sea of Dreams“ und „Angel Cry“ zwei makellos gesungene Balladen gegenüber. Mit „Touch In The Night“ werfen Battle Beast die Polarisierungsscheinwerfer an: Für mich DER Song schlechthin auf diesem Album, ist der Track doch lupenreiner 80ies-Pop. Cindie Lauper und Kim Wilde lassen grüßen. Was zählt ist, dass es funktioniert und –irgendwie- einfach zu Battle Beast passt. Der Bonustrack „Pushing The Limits“ greift genau diese frisch gefundene Pop-Seite des Biests noch einmal auf und kombiniert es mit dem traditionellen AOR-meets-fucking-Heavy-Sound der röhrenden Löwen.

Battle Beast bleiben sich treu, pfeifen aber auch auf die sichere Nummer und schaffen es tatsächlich Mainstream-Pop in ihr Repertoire aufzunehmen ohne dabei „ausgewimpt“ oder widersprüchlich zu wirken. Auch wenn ihnen das so mancher True-Steel-Siggi hundertprozentig vorwerfen wird. Auf „Unholy Saviour“ finden sich nur Tracks der besseren bis besten Güteklasse, veredelt von einer der hervorstechendsten weiblichen Stimmen im Metal. Und schon ist 2015 um ein Highlight reicher.

Tracklist:

01. Lionheart
02. Unholy Savior
03. I Want The World… And Everything In It
04. Madness
05. Sea Of Dreams
06. Speed And Danger
07. Touch In The Night
08. The Black Swordsman
09. Hero’s Quest
10. Far Far Away
11. Angel Cry
12. Push It To The Limit (Bonus Track)

Besetzung:

Noora Louhimo (vocals)
Anton Kabanen (guitar, vocals)
Pyry Vikki (drums)
Juuso Soinio (guitar)
Eero Sipilä (bass, vocals)
Janne Björkroth (keys, vocals)

Internet:

Battle Beast Website

Battle Beast @ Facebook

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Wenn mir irgendwas von Manowar nicht gefällt, konsumiere ich es solange, bis ich endlich nach mehreren Durchläufen erkenne, welche Großtat die New Yorker wieder geleistet haben. Leider habe ich diese Geduld nicht bei anderen Bands, tut mir leid für euch.

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