Band: Corrupted Melody
Titel: Inner I
Label: STF Records
VÖ: 2008
Genre: Atmospheric Black/Doom/Death Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Unglaublich aber wahr, die Slowaken Corrupted Melody gibt es schon seit dreizehn Jahren. Unsere nordöstlichen Nachbarn dürften aber nur wirklich eingefleischten etwas sagen. Habe da schon manche Rezension über ihr neuestes Machwerk gelesen und da wurden sie ordentlich verrissen. Sicher man mag jetzt nicht ein Rad neu erfunden haben, aber das was sie machen ist gute Arbeit und durch ihre breite Mischung aus Death/Black Metal, mit etlichen symphonischen Gothic Anleihen beeinflusstes Material geht nicht spurlos an einem vorüber. Juraj Žember (voc), Miriama Kostrová (voc), Radovan Glovna (guit), Juraj Glovna (guit), Edo Farman (bass) und Martin Janecek (drums) verbinden viele Einflüsse und das Machwerk „Inner I“ ist ein guter Silberling der zu gefallen weis. Mit STF Records gestärkt wird das auch nicht der letzte Angriff gewesen sein.

Recht ruhig und beschaulich startet der erste Track, der sich „Rebellion“ nennt. Lange sollte man sich aber nicht an den ruhigeren Tönen ergötzen, denn nach etwa 40 Sekunden fetzt die Truppe ordentlich und dabei könnte man etliche Bands im Bereich Black – Death und symphonischen Gothic Metal nennen. Recht warmherzig ist die Stimme der Frontnachtigal, welche einen weiteren Bonus liefert. Sie versucht erst gar nicht herumzujaulen wie viele Szenekolleginnen. Auch Juraj ist eine gewaltige Macht, mit seinem immer wieder wechselnden hinterlistigen Organ drückt er einen gewaltigen Härtegradstempel auf. Etwas klassischer und dennoch bedrohlich wechselt man nun über zu „Balance“. Sehr viel Filmmusikpathos kommt hier zum Zuge, auch etliche orientalische Einflüsse wurden hinzugefügt die, die Einleitung sehr druckvoll vollziehen. Danach lässt man erst mal das Frontengelchen zu Werke gehen, die auf einer sehr warmherzigen Welle dahin gleitet und den Zuhörer mit sanften Gesangslinien den Bauch bzw. das Gesicht pinselt. Nach und nach macht sich aber auch ihr Kollege bemerkbar und bei seinem Einsatz wirkt der lange Track äußerst doomig, was auch an dem zähen Gitarrenmaterial liegt, welches einem beim Zuhören eine Gänsehaut beschert. Zwar wurden viele bombastische Elemente im Gesamtsound eingearbeitet und dennoch klingt die Nummer nicht zu glatt poliert und dadurch wirken diese, als auch die restlichen Songs sehr rau und ungeschliffen was für meinen Teil wohl ein zusätzlicher Pluspunkt ist. Mit dem drohenden, elektronsichern Zeigefinder geht es nun bei „Hearth of Sphinx“ weiter. Wie es der Titel schon aussagt, darf ein gewisses arabisches Morgenlandfeeling nicht fehlen. Davon hat man reichlich beigepackt und am Anfang ist die Kost etwas doomiger mit vielen symphonischen Keyboardanleihen ausgefallen. Der ständige Wechselgesang der beiden Vocalisten ist ausgewogen und die Duette lassen die Gemüter in diesem Fall ebenfalls Blitzartig mitwechseln. Wobei das infernale Gekreische bzw. Gegrowle der Fronters immer mehr dominiert und die Nummer dadurch nach und nach in eine härtere Ecke driftet. Lediglich die Gitarristen machen dem Herrn hier einen Strich durch die Rechnung und versüßen uns das Zuhören mit vielen melodischen Gitarrenlinien. Zum Ende hin meldet sich auch die hübsche Gesangskollegin zurück und man lässt den Song sehr bretternd ausklingen. Viele Element- und Stilwechsel die man kompakt auf einen Nenner gebracht hat, das muss man neidlos zugeben. Nahtlos mündet der Vorgänger in die Folgenummer „Messenger“ über und hier wird von Beginn an etwas mehr gebrettert bzw. die Geschwindigkeit merklich gesteigert. Die Beschreibung Death rising on black Wings through angelic Choirs drückt es mit einem Satz aus und auch hier bekommt man diese Mischung geboten, wobei die Einsätze des Frontkreischers mich persönlich am meisten beeindrucken. Seiner angestauten Wut bzw. Hass lässt er freien lauf und daran kann auch die süße Stimme seiner Kollegin nichts ändern. Etwas verhaltener und lieblicher geht es nun bei „Inbetween“ weiter. Zwar klimpern für meinen Teil die Keyboardelemente zu Bontempi mäßig daher, aber nach etlichen Sekunden tritt man wohl dem Kollegen sehr fest ins Hinterteil und die Formation findet wieder auf eine bretternde Schiene zurück. Viele Wechselspiele serviert man uns hier recht beachtlich auf einem Tablett und lassen einen kaum zur Ruhe kommen, denn wenn man sich auf die ruhigeren Parts konzentriert, jagt die Band einen etliche Sekunden später wieder ordentlich hoch. Mit einem schallenden orientalischen Synthysound schiebt man uns nun „Embrace of Waters“ nach. Genau diese Elemente wissen mir bei solchen Kapellen am meisten zu gefallen und auch hier ist dieser Eindruck nicht anders. Somit steuert man das Schiff immer wieder von schnelleren in besonnene Gewässer und der orientalische Gesamtsound den man streckenweise dominierend einsetzt ist einfach göttlich und wertet den Song um Ecken auf. Die Einleitung von „Charon“ ist wieder etwas lieblicher ausgefallen, was sich aber Frontgrolwer und Seitenfraktion nicht lange gefallen lassen und wieder ihr böses Treiben offerieren. Selbiges verleitet vor allem die Gitarristen wieder gute Bretterkost los zu lassen, auch wenn man im gesamten mehr auf der doomigen Schiene fährt. Die wütenden Gefühlsausbrüche die uns hier von der Rhythmusfraktion geboten werden machen dadurch die Nummer sehr farbenbunt. Von Beginn an etwas kantiger wird nun bei „Never“ gearbeitet. Die symphonischen Klänge wurden erstmal aufs Abstellgleis gestellt und man werkelt sehr gut im wechselnden, rauen Bereich. Ab der Mitte gibt der Trupp wieder mehr Stoff und sägt hier ordentlich flott dahin, wo auch wieder etliche Synthyeinsätze zum Zuge kommen. Viele progressive Elemente hat man nun mit etlichen bretternden Breaks, als auch Zick Melodielinien bei „Imaginata“ auf einen Nenner gebracht. Der Fronter darf das erste Mal fast gänzlich alleine ins Mikro röhren bzw. kreischen und erst ab der Mitte gibt die Nachtigal wieder ihr stell dich ein um den wütenden Fronter zu besänftigen. Wohl vergeblich, denn auch weiterhin brüllt dieser sich die Seele aus dem Leib. Recht klassisch wird nun das Ende mit „Birth of Goddess“ besiegelt. Etliche Synthyklänge verbindet man hier sehr gut mit einem klassischeren Stil welcher durch sanfte Gitarrenklänge begleitet wird. Erst nach und nach findet man wieder auf eine etwas temporeichere Schiene zurück. Dort angekommen hält man aber das Ruder weites gehend fest in der Hand. Somit hat man längere Breaks geschaffen, auch den sanfteren Soundstrukturen verschafft man wieder einen etwas längeren Spielraum, wo vor allem die Seitenhexer uns amtliche Solikost bescheren.

Fazit: Gute Mischung aus dunklen und bombastischen Elementen. Sicher nichts für einen schnellen Hörgenuss, aber wenn man sich erst einmal komplett durch das Machwerk reingehört hat gefällt einem diese Mixtur außerordentlich gut.

Tracklist:

01. Rebellion
02. Balance
03. Hearth of Sphinx
04. Messenger
05. Inbetween
06. Embrace of Waters
07. Charon
08. Never
09. Imaginata
10. Birth of Goddess

Besetzung:

Juraj Žember (voc)
Miriama Kostrová (voc)
Radovan Glovna (guit)
Juraj Glovna (guit)
Edo Farman (bass)
Martin Janecek (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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