Band: Edenbridge
Titel: Solitaire
Label: Napalm Records
VÖ: 2010
Genre: Symphonic Power Metal
Bewertung: 4,5/5
Written by: Robert

Endlich hat das Warten ein Ende und die Linzer Symphonic Metaller melden sich am 02.07.2010 via Napalm Records mit ihrem My Earth Dream Nachleger zurück. Mit „Solitaire“ beweist die Truppe das man sich immer mehr vom Bombastsound verabschiedet. Sicher noch vorhanden, dennoch wirkt die Rhythmustruppe auch auf der neuesten Langrille sehr hart und rau. Die Lücken schließt man mit gekonnten Synthyeinlagen und Melodien. Mastermind Lanvall unterstreicht sein musikalisches Können und seinen Ideenreichtum einmal mehr und gemeinsam mit Sabine Edelsbacher (voc), Dominik Sebastian (guit) und Max Pointner (drums) wurde dies sehr gut klanglich umgesetzt.

Ein klassischer Filmmusikeingang an der Spitze wird mit „Entree Unique“ ins Rennen geschickt. Gute, heroische Atmosphäre die man hier versprüht.

Wie bereits beim letzten Output hat die Linzer Truppe sich fast komplett vom Bombastsound verabschiedet. Auch beim ersten regulären Track „Solitaire“ ist da nichts unverändert geblieben. Tiefer getrimmter, erdiger Gitarrensound. Gänzlich wie schon erwähnt hat man auf Hintergrundsounds nicht verzichtet. Warum auch passen sich diese doch dem sehr bretternden Rhythmus gut an. Weiters fällt mir persönlich auf das Sabine hier sehr bodenständig agiert. Von ihrem lieblichen Charme allerdings hat sie dabei nichts verloren. Lediglich hat sie bei ihrem Gesang hier einige Nuancen an den Tonlagen runter genommen. Wer die Truppe bis dato als kitschig bezeichnet hat wird eines besseren belehrt.

Schöner, klassischer Klaviereingang geleitet uns in den Nachfolger „Higher“ ein. Stampfender Rocker der uns hier serviert wird. Um Ecken geht es hier verträumter zu, allerdings überspannt man nicht den Bogen sondern hat ein gut ausgewogenes Maß gefunden. Somit zergeht einem dieser Track richtiggehend auf der Zunge.

Dreckiger, als auch orientalischer geht es mit „Skyline’s End“ weiter. Die Vermischung aus klaren, orientalischen Klängen und sehr rotzigem Gitarrensound ist trefflich zusammen gesetzt worden. Einfach wuchtig was uns hier eröffnet. Fantasievoller Track der uns hier die Gehörgänge versüßt. Weitschichtig versucht uns die Mannschaft hier zu entführen und das gelingt ihnen mit diesem prächtigen Stück locker.

Synthy lastig im verträumten Stile wird „Bon Voyage Vagabond“ begonnen, doch schon sogleich setzten herbe Gitarrenklänge ein und lenken den Einklang in eine würzigere Richtung. Holla, hier geht ja ordentlich die Post ab. Dröhnende Riffs an allen Ecken und Enden, auch Sabine passt sich diesem Rhythmus sehr gut an. Toller Song mit scharfem Kerbholz, dazu lässt es sich abgehen und abtanzen gleichermaßen.

Fließend mündet der Vorgänger ins nun schallende „Come Undone“. Allerdings wird hier gleich umjustiert, was jetzt nicht heißt dass gleich die liebliche Schiene gefahren wird. Das nicht, aber der raue Sound weicht immer mehr klareren Attitüden. Auch bremst man das Tempo immer wieder vehement ab. Die Vollendung sind moderne Soundarrangements, als auch satte Mike Oldfield lastige Solieinlagen.

Sehr progressiver Anfang ist nun bei „Out Of This World“ auszumachen. Klanglicher Hochgenuss der uns hier vorgesetzt wird. Allen voran verstärkt durch Mrs. Edelsbachers Gesang. Hier wird man nach Strich und Faden verwöhnt, bevor es einen Blitzeinschlag gibt und man deutlich wuchtigere Pfade aufsucht. Wie ein Weckruf holt man uns aus dem Fantasieschlaf und schon streichelt man den Hörer wieder mit den Eingangs gebotenen Klängen und versucht uns wieder zu beschwichtigen. Gutes Wechselspiel das man uns reicht und das in einem stattlichen, goldenen Kelch.

Mit dem Start von „Further Afield“ grüßt man wohl die Fans die man auf zahlreichen Auftritten in Asien gewonnen hat. Doch schon ackert man im flotten Stile weiter. Gute Kombination aus harten, an und ab schwermütigen Riffs und handlichen Arrangements im melodischeren Stile. Ausgefeilter Track der zum Bangen super geeignet ist.

„A Virtual Dream“ ist der wohl härteste, als auch schnellste Song auf diesem Silberling. Mit viel Feuer unterm Hinterteil ackern sich hier die Oberösterreicher durchs Programm und vor allem die Rhythmusfraktion agiert fast schon in thrashigen Gefilden. Power Thrash meets Symphonic Metal absolut legitime Mischung die auf den Gehörgang einhämmert.

Eine Kehrtwendung um 180 Grade wird uns nun mit „Brothers Diamir“ zuteil. Ruhige Stimmung wird hier verbreitet. Leichte balladeske Züge werden hier mit melancholischem Gefühl vereint. Keine Schmuseromantik, sondern eher ein Denkanstoß und dieser ist sehr anklagend ausgefallen.

Sehr monumental klingt der Ausklang in Form von „Exit Unique“. Treffender hätte man das längere Outro nicht bezeichnen können. Eine Klangoper vor dem Herrn bei der Herr Lanvall mit seinen Ideen noch einmal alle Register zieht.

Fazit: Superbe Weiterführung aus dem Hause Edenbridge. Was vor Jahren als Geheimtipp ausgezogen ist, hat sich zu einem nicht wegzudenkenden, internationalen Act gemausert. Seit My Earth Dream hat man alle Meckerern den Wind aus den Segeln genommen. Auch hier gibt es beim Album nichts zum Mäkeln. Eher im Gegenteil gute Verbindungen werden aus symphonischen und harten Linien geschaffen.

Tracklist:

01. Entree Unique 1:13
02. Solitaire 6:16
03. Higher 3:51
04. Skyline’s End 5:31
05. Bon Voyage Vagabond 5:54
06. Come Undone 4:14
07. Out Of This World 5:09
08. Further Afield 5:52
09. A Virtual Dream 5:10
10. Brothers Diamir 6:51
11. Exit Unique 2:48

Besetzung:

Sabine Edelsbacher (voc)
Arne „Lanvall“ Stockhammer (guit & keys)
Dominik Sebastian (guit)
Max Pointner (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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