Band: Northland
Titel: Northland
Label: Black Bards Entertainment
VÖ: 2010
Genre: Folk/Melodic Death Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Das Erscheinen des neusten Werks von Northland erfreut mein Metaller Herz ganz besonders. Verfolge ich ja seit meiner Rezension zu „Freezing Sadness“ den Werdegang dieser Truppe. Als man vermelden konnte das sie nun bei Black Bards Entertainment einen Vertrag ergattern konnten freute es mich umso mehr. Vor nicht ganz zwei Jahren habe ich das erste Lebenszeichen rezensiert und gehofft dass sich bald ein Label anschicken würde sie unter Vertrag zu nehmen. „Northland“ wird am 25.06.2010 also via BBE in den Läden stehen. Für die Wikinger Freunde des Metal ist dieses Album eine heilige Pflicht. Bei den Spaniern ist es einfach so wie bei allen anderen Bands im Metal. Zuerst wird man kräftig gespielt und das mit viel Spielfreude, dann Material angesammelt. Erst ganz zum Schluss macht man sich dann Gedanken darüber ob man auch Geld mit der Musik verdienen kann. Genau das hört man einfach bei den spanischen Bands raus, die leben noch wirklich den Metal, egal welchen Genre Style verehrt.

Obwohl ja die Mannschaft aus einem eher Sonnen begünstigten Land kommt startet der Silberling sehr nordisch mit Windgeheul. „Prelude To Revenge“ bietet einen sehr folkloristischen Einstand und obwohl man dem Wikinger Metal treu ist bleibt man den Roots aus dem eigenen Land sehr treu und das hört man bereits zu Beginn des Silberlings.

Auch beim sehr flotten, galoppierenden „Revenge“ wird diese Mischung beibehalten. Dadurch ist den Jungs eine sehr spritzige Variante entstanden. Obwohl der Fronter sehr schroff und barsch ins Mikro keift, bleibt der südliche Humpa Rhythmus ein Hauptbestandteil und somit steht einer Abgehparty von Freizeitkriegern nichts im Wege. Der folkloristische Seitengang gefällt vor allem den Rezensenten sehr gut. Irgendwie erinnert das sehr stark an Mägo de Oz und selbige sind ja in Spanien der Renner.

Ebenfalls sehr fröhlich schallen die Folklore Klänge beim nun gebotenen „Immortal Forest Song“. Allerdings sind diese noch deutlicher auf der Seitenstraße abgestellt worden und somit steigert man den hymnischen Anteil erheblich. Das Tempo hält die Truppe weiterhin ordentlich am Laufen und somit kann man weiterhin die Rübe gemäß den Statuten durchschütteln. Kurze sanfte Stopps sind hier der Übergang zur nächsten Phase. Gute Abwechslung wird dabei geboten und hier wird die komplette Kriegerschaft bedient. Egal ob man auf lieblicher Folklore steht oder auf raues Wikinger Kraftfutter hier ziehen die Spanier alle Register und versorgen uns mit viel Schmackes.

Noch um einen Tick mehr in den finnischen Humpa Bereich schleudert man uns mit „The Old Town’s Inn“. Hier gibt es einen Sauf – Party Kracher par Excellence. Binnen Sekunden fordert einen die Musik hier auf sein Met Horn zu Heben und auf den Tisch zu springen und dort einen Freudentanz abzuhalten. Freunde von Finntroll, Korpiklaani und Konsorten bekommen hier die Vollbedienung. Mit viel Witz und Pfiff kann man hier Akzente setzen!!!

Nach dem doch eher lustigen Vorgänger wird die Stimmung zu Beginn von „Lord Of The Flies“ sehr getrübt und es wird auch um Ecken bombastischer, aber auch dunkler. Sehr Film Musik reif klingt hier das Opening und das lässt laut aufhorchen. Dieses Konzept behält man bei und so verschafft man eine Stimmung die nicht wuchtiger klingen könnte.

Derber, härter schickt man nun „Everything Becomes Dust“ in die Schlacht. Das Tempo wurde hier sehr stark gedrosselt und so zockt man hier eher im Midtempo dahin. Folklore Einflüsse gibt es zwar diese wurden aber ganz stark nach hinten geschoben. Dafür kommt das eisig, nordische Spiel hier mehr zur Geltung. Dieser raue Einschlag wird an und ab durch starke Bombast Elemente verstärkt. Gekonnte Mischform aus Hymne und dreckigem Midtempospiel.

„Path to…“ ist ein Zwischenintro welches mit Wassergeplätscher, Regenschauer und Rauschen einen Übergang bietet. Erst ab der Hälfte startet ein sehr beeindruckendes klassisches Klavierintermezzo, welches von einem Bombastschub am Ende zum nächsten Song überleitet.

Nahtlos mündet so der Vorgänger in die Bandeigne Hymne mit Namen „Northland“. Nordisch beeinflusster Pagan Happen der zum Abbangen zu animieren weiß. Die Burschen beweisen ein gutes Händchen zwischen amtlichen Gedudel und einer eher thrashigen Bretterschlagseite. Gekonnt stimmt man beide Elemente gut aufeinander ab und somit geht einem kein Song sofort auf den Senkel.

Ruhig, mit verträumtem Spiel stimmt man nun „Distant Land“ an. Deutlich mehr im Medieval angesiedelt kredenzt man uns diesen Brocken. Der liebliche Gesang der Fronterin ist zwar zu Beginn noch etwas schwachbrüstiger, dieser bekommt aber stärkere Ansätze bis zum Ende hin. Zwischendurch werden etliche hymnische Chorgesänge geboten und somit wird uns hier eine weitere Heldensage klanglich serviert zu der man gut mit schunkeln kann.

„Where Heroes Die“ ist ein älteres Stück noch vom „Freezing Sadness“ Album. Schon bei der Rezension war mir bewusst dass dieser Härtebolzen, mit seinem Ensiferum artigen Start einen hohen Wiedererkennungswert hat. Auch die Neueinspielung ändert daran nichts eher im Gegenteil mit wuchtiger Produktion mach dieser Bangerbolzen noch mehr Spaß. Bis zur Erschöpfung kann man hier nach Leibeskräften durchdrehen.

Ruhig, mit lieblichen Klängen wird zu Beginn des letzten Songs „Withering Rose“ musiziert. Doch schon heißt es wieder aufgesattelt es geht noch einmal zur alles vernichtenden Schlacht. Diese wird hier in mehreren Phasen abgehalten. Durch etliche Passagen begleiten uns Northland durch ihr beendendes Wikinger Epos. Superbe Abrundung für ein Hammeralbum in diesem Genre.

Fazit. Die spanischen Krieger wurden nach schweißtreibender Arbeit reichlich belohnt und auch das Warten vieler Fans hat sich ausgezahlt. „Revenge“ ist genau das, was der Titel des Albums aussagt. Eine Abrechnung mit den Meckerern die einem viele Pagan/Viking Bands verdrießlich machen wollen. Die Mannschaft legt eine erfrischende Spieltechnik an den Tag und mit dieser wird man sich bald an die Spitze spielen können.

Tracklist:

01. Prelude To Revenge
02. Revenge
03. Immortal Forest Song
04. The Old Town’s Inn
05. Lord Of The Flies
06. Everything Becomes Dust
07. Path to…
08. Northland
09. Distant Land
10. Where Heroes Die
11. Withering Rose

Besetzung:

Alex Fernández (guit)
Pau Murillo (voc & guit)
Daniel Mateu (drums)
Yolanda Gago (bass)
Pau Vazquez (violin)
Pol Lemaire (keys)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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