Band: House of Lords
Titel: Cartesian Dreams
Label: Frontiers Records
VÖ: 2009
Genre: Melodic Rock, Melodic Hard Rock
Bewertung: 4,5/5
Written by: Robert

Nach nicht ganz einem Jahr sind die Rocklegenden von House of Lords zurück, um uns den „Come to my Kingdom“ Nachleger am 18.09.09 via Frontiers Records schmackhaft zu machen. Die 1989 gegründete Formation hat sich dabei wie wir sie kennen ordentlich ins Zeug gelegt um mit „Cartesian Dreams“ einen nachzulegen. Das Album wurden in der Besetzung James Christian (voc), Jimi Bell (guit), BJ Zampa (drums) und Chris McCarvill (bass) in bahnbrechender Geschwindigkeit eingespielt und alte Rockhasen werden alleine schon vom Namen her hellhörig werden, doch auch musikalisch bieten die Rockgiganten wieder einiges auf dem neusten Machwerk.

Mit einem amtlichen Symphoniestreich der viel Filmmusikromantik aufkommen lässt startet man mit Track Nummer Uno das Machwerk. „Cartesian Dreams“ knallt im erdigen Rocksoundkleid wie ein dunkles Gewitter. Die Erde bebt und aus ihrer Mitte erhebt sich die Band House of Lords und rocken bis zum jüngsten Gericht. Genau dieses Feeling wird durch die Truppe versprüht und zu den symphonischen Rockklängen kann man ordentlich abshaken. Deutlich flotter schiebt man nun im erdigen Style „Born To Be Your Baby“ nach. Guter groovender Track, mit etlichen verzogenen Gitarrensolis als Abwechslung. Dennoch justiert man ständig die Geschwindigkeit neu nach und dadurch gibt es ein gutes Wechselspiel zwischen flotteren und sanfteren Momenten, die man mit einem sehr guten Spagat zusammen bringt. Der dominante Anteil ist aber flottere Rockkost und die groovt vor allem durch die tiefer getrimmten Gitarren ordentlich. Orientalisch dem Namen entsprechend startet man „Desert Rain“. Im Anschluss schlagen Rockblitzgewitter am laufenden Band ein und diesen sollte man sich entziehen. Ganz so flott geht es dann nicht vonstatten und das liegt auch am sehr sanften, warmherzigen Gesang des Fronters, der immer die Rhythmusfraktion zu beschwichtigen versucht, was ihm auch fasst immer gelingt. Doch immer wieder lassen sich seine Kameraden nicht zurückhalten und springen dabei ordentlich in die Presche. „Sweet September“ klingt genauso wie sich der Name ließt. Klare Rockballade, mit guten melodisch klar schallenden Klängen, die eins ums andere mal mit kurzen Ausreißern unterbrochen werden. Ein ruhiges, genussvolles Stück für Liebhaber von sanfter Romantik. So genug von den lieblichen Sachen, denn mit „Bangin'“ knallt man uns eine weitere ordentliche Rockröhre im klassischen Stil vor den Latz und diese entpuppt sich als durchwegs shakende, vor Kraft strotzende Rockhymne vor dem Herrn. Doch, wie es der Name schon aussagt kann man geneigter sich durchs Programm bangen, dafür sorgt schon die Rockmaschine der House of Lords. Wie eine Notbremse klingt dann gleich „A Simple Plan“ und man steuert mit dieser kurzen Unterbrechung balladeske Gefilde an, bevor man nahtlos ins folgende „Never Look Back“ mündet. Doch auch hier bremst man sich etwas nach dem druckvollen Beginn ein. Einige Gitarrenläufe wirken etwas doomiger bzw. auch erdiger. Dennoch die Mischung die man hier parat hat könnte nicht facettenreicher klingen. Man vermengt schleppende – melancholische Elemente, mit klaren – symphonischen Arrangements, dass schallt gewaltig und wühlt trotz des Midtempos ordentlich auf. Mit einem satten Soli und dem galoppierenden Rhythmus im Anschluss bei „The Bigger They Come“ haben die Herrschaften wieder etwas zum flotteren Abrocken an dieser Stelle parat. Durchwegs wird das Tempo beibehalten und man kann sich getrost zu einem geneigten Kopfschütteln überreden lassen. Deutlich mehr symphonische Beisätze hat man hier beigemischt und das ergibt noch das zusätzliche Tüpfelchen auf dem „I“ aus. Gleich weiter mit viel Tempo unter den Versen wird „Repo Man“ eröffnet, doch gleich im Anschluss wird fest abgebremst und man zockt nun als Wechsel im stampfenden Bereich, mit vielen erdigen und hymnischen Attitüden, die auch etliche Eckpfeiler in Richtung Europa aufweisen. Eine ordentliche Rockröhre ist den Jungs nun mit dem fröhlich rockenden „Saved By Rock“ geglückt. Schöner Partyrocker, mit vielen Mitgrölparts bzw. funkenden Momenten die bestens zum Abgehen geeignet sind und ein wenig an Aerosmith erinnern. Oh bei „Joanna“ klingt man, wahrscheinlich auch durch den Glockenschlag sehr verdächtig kurzzeitig nach AC/DC, doch nach dieser Einleitung zur Thematik von Jeanne d’Arc schallt der Song die restliche Zeit über wieder im gewohnten Soundkleid von House of Lords. Im Großen und Ganzen bleibt man im hymnischen, flotten Gewässer und lässt sich nur ganz dezent wieder dazu verleiten einige Messerspitzen von AC/DC beeinflussten Elementen hinzu zufügen. Für meinen Teil das absolute Highlight auf diesem Album. Abschließend zaubert man noch das ruhig, fast schon balladeske Stück „The Train“ als Bonus aus der Schatzkiste. Schöner Abschluss für eine imposante, klassische Rockscheibe aus dem amerikanisch beeinflussten Rocksektor.

Fazit: Guter Nachguss aus dem House of Rock Parlament, welches auch hier House of Lords heißt. Niederknien ihr lieben alten Rockhasen und nach mehr betteln.

Tracklist:

01. Cartesian Dreams 5:15
02. Born To Be Your Baby 4:31
03. Desert Rain 5:08
04. Sweet September 3:44
05. Bangin‘ 3:32
06. A Simple Plan 0:16
07. Never Look Back 4:06
08. The Bigger They Come 3:53
09. Repo Man 4:11
10. Saved By Rock 4:45
11. Joanna 3:30
12. The Train (Bonus Track) 4:41

Besetzung:

James Christian (voc)
Jimi Bell (guit)
BJ Zampa (drums)
Chris McCarvill (bass)

Internet:

House Of Lords Website

House Of Lords @ MySpace

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About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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