Necros Christos – Domedon Doxomedon

Band: Necros Christos
Titel: Domedon Doxomedon
Label: Sepulchral Voice Records
VÖ: 18/05/2018
Genre: Death Doom
Bewertung: 4.5/5
Written by: Lex

necros-christos-domedon-doxomedon-album-artworkIch wurde auf die Berliner von Necros Christos erst durch ihr Interview im Deaf Forever aufmerksam: Neben dem bei Schwarzwurzel-Metallern üblichen esoterisch-okkulten Gefasels (wer glaubt denn ernsthaft an diesen ganzen Mist?), drang doch deutlich die Botschaft durch, dass „Domedon Doxomedon“ als abschließendes und dabei überaus ambitioniertes Album geplant wurde.

Bisher bereits zu lesende Reviews waren sich durchweg einig, dass den Berlinern hier tatsächlich ein Genre-Meilenstein im längst übersättigt geglaubten Extrem-Metal-Bereich gelungen ist, oder zumindest ein sehr gutes Album.

Domedon Doxomedon“ – so viel ist vorab schon klar – verlangt mit seiner fast zweistündigen Spielzeit nach bewussten Hörern, die sich auch tatsächlich Zeit für Musik nehmen. Necros Christos dürfen sich darin bestätigt sehen, dass es diese noch gibt: Zum Verfassungszeitpunkt dieses Reviews ist das Album (in der CD-Version) auf Amazon.de der „Nr.1-Bestseller“ im Death Metal. Eine Message an die Musikindustrie ist der Band somit ganz nebenher schon mal gelungen: Damen und Herren der Plattenfirmen, es lohnt sich auch für euch, Musik für Menschen zu veröffentlichen, denen diese tatsächlich noch so viel bedeutet, dass sie auch im Jahr 2018 Geld dafür ausgeben.

Aber jetzt zur Musik: Der Death Doom der Berliner glänzt durch bis zu 14 Minuten Länge, die bei aller Erdigkeit klar und wuchtig produziert klingen, und dank dezentem (nie erzwungenem) Abwechslungsreichtum niemals langweilen. Die Atmosphäre ist dabei herrlich finster und fies: An der Stelle bin ich dankbar, dass die Band ihr okkultes Gesabbel so ernst nimmt – es wirkt sich eindeutig positiv auf die vor Düsternis nur so strotzende Musik aus.

Die Überleitungen in Form der „Gates“ und „Temples“ braucht man dabei nicht zwingend anhören; sie bereichern aber – wie ich finde – das Album als Gesamtkunstwerk noch einmal um einige Dimensionen, da sie wirklich intelligent gemacht sind.

Domedon Doxomedon“ dürfte im extremen Metalbereich dieses Jahr äußerst schwer zu überbieten sein. Und ich denke, man wird auch noch in zehn Jahren von diesem Album sprechen.

Tracklist:

ITH
01. Temple I – Zohar of the Sky
02. I Am Christ
03. Gate of Sooun
04. Temple II – Cistern of Bethlehem
05. Tombstone Chapel
06. Gate of Damihyron
07. Temple III – Helper of YHVH
08. He Doth Mourn in Hell
09. Gate of Aion Tsevaoth

SETH
01. Temple IV – Oracle of Men
02. Seven Altars Burn in Sin
03. Gate of Arba-Hemon
04. Temple V – Bereshit
05. Exiled in Transformation
06. Gate of Behet-Myron
07. Temple VI – Weight of Gold
08. The Heart of King Solomon in Sorcery
09. Gate of Sulam

TEI
01. Temple VII – Alive in Sheol
02. The Guilt they Bore
03. Gate of Jehudmijron
04. Temple VIII – Smoke in Fire
05. Exodos
06. Gate of Dimitrijon
07. Temple IV – Redeemer to Zion
08. In Meditation on the Death of Christ
09. Gate of Ea On

Besetzung:

Mors Al Ra (Vocals, Guitar)
Reverend N. (Guitar)
Peter Habura (Bass)
Ivan Hernandez (Drums)

Internet:

Necros Christos @ Facebook

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Wenn mir irgendwas von Manowar nicht gefällt, konsumiere ich es solange, bis ich endlich nach mehreren Durchläufen erkenne, welche Großtat die New Yorker wieder geleistet haben. Leider habe ich diese Geduld nicht bei anderen Bands, tut mir leid für euch.